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Ried-Baindlkirch

22.05.2018

Bauland für junge Familien in Baindlkirch

Beim Baugebiet „Am Rosenacker - neu“ in Baindlkrich wird bereits die Teerdecke aufgebracht. Wie die begehrten Bauplätze vergeben werden, damit befasste sich jüngst der Gemeinderat.
Bild: Christine Hornischer

 Rieder Gemeinderäte wollen den Wunsch von den eigenen vier Wänden ermöglichen. Drei Grundstücke werden dabei im Bietermodell für das beste Angebot vergeben

Die Bewerbungsfrist für das neue Baugebiet in Baindlkirch beginnt. Drei Wohnbaugrundstücke der verfügbaren Parzellen „Am Rosenacker - neu“ werden dabei im Bietermodell vergeben.

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Die Grundstücke liegen in Ortsrandlage, unweit des Golfplatzes Tegernbach. Bietermodell bedeutet, dass in einer vom Gemeinderat bestimmten Frist, nämlich vom 28. Mai bis zum 24. Juni 2018, Angebote für ein Grundstück abgegeben werden können. Das Mindestgebot pro Quadratmeter wurde auf 350 Euro festgelegt. Jeder Bewerber kann sich auf jedes der drei Grundstücke bewerben, kann aber maximal ein Grundstück erwerben. Der Höchstbietende erhält dann den Zuschlag. Die Ausschreibung erfolgt über www.immobilienscout24.de.

Die elf weiteren Wohnbaugrundstücke „Am Rosenacker - neu“ werden im so genannten freien Modell zu 290 Euro pro Quadratmeter verkauft. Das heißt, die Grundstücke werden im Verkehrswert erworben. Damit will der Gemeinderat jungen Familien und in der Gemeinde Ried wohnenden und aufgewachsenen Personen, unabhängig von der Vermögenssituation, Bauland zur Verfügung zu stellen und auch Neubürger gewinnen. So lautet auch die Festsetzung 9:2, das heißt von den elf Grundstücken, die zum Verkauf anstehen, werden neun mit Heimatbezug vergeben, zwei Grundstücke gehen an Auswärtige.

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Claudia Mayer (Lebensqualität Ried) konnte sich eher 8:3 vorstellen, da sie auch Auswärtigen eine Chance auf Bauland geben wollte. Robert Steinhart dagegen will „nur Einheimische“ und stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag auf 11:0, welcher aber mit 5:8 Stimmen abgeschmettert wurde. Somit werden alle Bewerbungen im „Freien Modell“ nach den Kriterien „Heimatbezug“ und „Auswärtige“ aufgeteilt. Aus diesen zwei Stapeln werden dann bei „Heimatbezug“ neun und bei „Auswärtige“ zwei Grundstücke verkauft. Eine Eigennutzung der Immobilie mit zukünftigen Erstwohnsitz in der Gemeinde ist so auch Grundvoraussetzung. Eine Vergabe an Bauträger ist ausgeschlossen.

Für das „Freie Modell“ (Wohnbaugrundstücke zur Erbauung mit Einzel- oder Doppelhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten) wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung gleich ein Kriterienkatalog aufgestellt, der auch generell seine Gültigkeit haben soll. Dazu hatten sich die Ratsmitglieder bereits im März zu einer Klausurtagung zurückgezogen, bei der „Wohnen“ einen großen Themenblock gebildet hatte. Die Bewerber auf Baugrundstücke werden demnach über ein Punktesystem bewertet. Bewertet werden dabei der Wohnsitz, die familiäre Situation und eine ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen. Punkte werden hier aber nur berücksichtigt, wenn die ehrenamtliche Tätigkeit seit mindestens drei Jahren besteht. Die Bauplätze werden dann nach der Reihenfolge der erreichten Punkte vergeben – bei Punktegleichheit entscheidet das Los. Gerald Modlinger (Bürgergemeinschaft) wollte festlegen, dass sich nur Personen bewerben dürfen, die noch keinen Grund in Ried besitzen. Bürgermeister Erwin Gerstlacher sah das anders: „Manche jungen Leute könnten vielleicht am Elternhaus bauen, wollen das aber nicht.“

Gerstlacher betonte, dass ihm eine sozialverträgliche Preisgestaltung mit einem Quadratmeterpreis unter 300 Euro im freien Modell ganz wichtig war. Bereits bei den Bürgerversammlungen in den verschiedenen Ortsteilen im vergangenen Jahr wurde immer wieder deutlich, dass die Gemeinde Ried mit ihren sechs Ortsteilen eine der familienfreundlichsten Kommunen des Landkreises werden will. Und dazu gehört auch die entsprechende Baulandpolitik.

Da die Mitglieder des Gemeinderates nicht nur den Bau von Einzelhäusern, sondern auch von Wohnungen fördern wollen, wurde in Baindlkirch auch an den „Wohnungsbau“ (Einzelhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten) gedacht. Für die Vermarktung ist die Regelung wiederum über eine Punktebewertung festgesetzt worden. Die Kriterien sind Konzept, Bauweise und Preis, bei dem die mathematische Formel der linearen Interpolation angewendet wird. Das heißt, der Preis wird in Punkte umgerechnet. „Die Kriterien der Vergabe für den „Wohnungsbau“ sollen auch generell gelten. Durch den Bau von Wohnungen in Ried solle die Möglichkeit geschaffen werden, in kleineren Wohnbereichen eine Unterkunft zu finden, so Gerstlacher. Wohnungen, die angemietet werden, sind nämlich derzeit rar in Ried. Gerstlacher weiter: „Für junge Menschen, die zuhause ausziehen und doch weiter in ihrem Umfeld leben wollen oder auch ältere Menschen, die in einen kleineren Wohnbereich umziehen wollen, soll durch den Wohnungsbau neuer Wohnraum geschaffen werden.“

Infoabend Weitere Informationen zum Bewerbungsprozess sind auf der Homepage der Gemeinde Ried zu finden. Am heutigen Mittwoch, 23. Mai um 19 Uhr findet im Rathaus Ried ein Infoabend statt.

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