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Auftritt

22.05.2019

Beethovens jugendliche Leichtigkeit und Mozarts Feinsinn

Christina Gebhardt (Violine), Peter Kovac (Viola) und Johannes Kübel haben als Trio Animando im Merchinger Pfarrsaal musiziert.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Das Trio Animando überzeugt im Pfarrsaal Merching mit einer besonderen Serenade. Ein Klanggenuss für die Zuhörer

Gut 80 Zuhörer begrüßte Heinz Maier im Pfarrsaal Merching. Das Trio Animando um Christina Gebhardt (Violine) konzertierte diesmal mit einer ganz neuen Besetzung um Peter Kovac (Viola) und Johannes Kübel (Cello) und hatte ein interessantes Programm mitgebracht: Beethovens Frühwerk Opus 9, davon die Trios Nr. 3 in c-Moll und Nr. 1 in G-Dur. Passend dazu das Werk, das sich Beethoven als Vorbild für seine Streichtrios nahm: Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento in Es-Dur KV 563, das einzige Streichtrio des 1791 verstorbenen Komponisten.

Die Musiker begannen mit dem Trio in c-Moll und setzten die Komposition eindrucksvoll um: Immer wieder behauptet sich darin mit geballter oder auch zerklüfteter Dynamik dramatisch die oft düstere Stimmung in Moll – wobei es die eingewobenen zarten Dur-Themata vor allem mit ganz feinen Nuancierungen der Violine es nie ganz schaffen, gegen die unruhige Atmosphäre anzukämpfen. Da war es für die Zuhörer doppelt angenehm, die wunderbare Ruhe am Ende des Adagio so harmonisch hören zu können, wie es das Trio umsetzte.

Immer wieder ist zu lesen, dass sich viele Musiker scheuen, das als sehr anspruchsvoll geltende Divertimento in Es-Dur aufzuführen – welch ein Glück, dass sich das Trio Animando dazu entschloss: „Mozärtlich“ führte Christina Gebhardt den Bogen ihrer Violine, warm und gefühlvoll Peter Kovacs Viola, honigweich und lyrisch war Johannes Kübels Cellostimme zu hören. Der tiefe Frieden und die innere Ruhe etwa beim Adagio aber auch die tänzerisch verspielte Leichtigkeit, die im Menuetto zu hören war, ließ diese späte Komposition Mozarts, die sich durch eine ganz besondere Feinsinnigkeit auszeichnet, zu einem feinen Klanggenuss und für viele Zuhörer zum absoluten Lieblingswerk des Konzerts werden. Es wurde dann auch mit viel Beifall und spontanen Bravo-Rufen honoriert.

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Leichtigkeit war auch in Beethovens Trio Nr. 1 in G-Dur zu hören, der dies allerdings als junger Musiker komponierte. Es war ein Vergnügen dem Trio zuzuhören, wie es mit virtuosen Melodien spielte und vor allem im Scherzo mit der mitreißenden lebendigen Rhythmik zu fesseln wusste. Furios das Presto, das energiegeladen und doch manchmal geradezu verträumt die Zuhörer zu weiteren Bravo-Rufen und begeistertem Beifall veranlasste.

Das nächste Konzert, die beliebte Sommerserenade mit der Serenata Leonberg findet am Sonntag, 2. Juni, im Klostergarten, bei ungünstigem Wetter wie gewohnt im Pfarrsaal Merching statt. Beginn ist um 17 Uhr.

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