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02.02.2015

Beherzte Hilfe für Notfälle

Bezirkskaminkehrermeister Thomas Lidl (links) spendete Friedberg einen roten Defibrillator. Er ließ diesen im Eingangsbereich des Altsatdcafés Weißgerber aufhängen, da dieses zentral liegt und an vielen Tagen offen hat. Café-Eigentümer Willi Weißgerber (rechts) freut sich über den Defibrillator.
Bild: Foto: Dobos

Firmen und Bürger stellen Defibrillatoren in Friedberg auf. Manche tun es, weil sie Tragisches erlebt haben

An den warmen Sommertag kann er sich noch genau erinnern. Thomas Lidl ging ganz normal seiner Arbeit als Kaminkehrer nach, als er einen Mann bewusstlos in einer Garage liegend fand. Ein paar Minuten vorher sprach Lidl noch mit ihm, nun lag der Mann auf dem Boden, atmete nicht mehr und sein Gesicht war seltsam violett angelaufen. Lidl half, so gut er konnte. Er rief den Rettungsdienst und setzte zur Herzdruckmassage an. Lidl schaffte es auch, den Mann wiederzubeleben und die Rettungssanitäter brachten ihn ins Krankenhaus. Doch dort starb er an den Folgen seiner Herzleiden.

Diese Erfahrung vor etwa sechs Jahren habe ihn lange beschäftigt, sagt Lidl. Obwohl er als Feuerwehrmann schon viele Unfälle gesehen hat. Ob Lidl mit einem Defibrillator dem Mann langfristig das Leben gerettet hätte, steht in den Sternen. Mit Defibrillatoren kann man das Herzkammerflimmern behandeln. Bei diesem Herzanfall stirbt der Patient innerhalb weniger Minuten, wenn er nicht behandelt wird.

Auf jeden Fall hält Lidl es für sehr wichtig, Defibrillatoren im öffentlichen Raum aufzustellen, um damit im Notfall helfen zu können. Die Geräte können auch Laien bedienen, sie geben genaue Sprachanweisungen. Und ein Notfall kann jederzeit einschlagen, das hatte Lidl erfahren. So war für ihn auch klar, dass er einen Defibrillator kauft, als er von der Aktion der Firma MedX5 zur 750-Jahr-Feier Friedbergs erfuhr. Die in Derching ansässige Firma bot Ende 2014 Defibrillatoren für Friedberger Bürger, Vereine und Firmen im Wert von netto 1300 Euro für netto 750 Euro an.

Lidl kaufte auch einen und lässt ihn im zentral gelegenen Altstadcafé aufstellen. Das Café habe 300 Tage im Jahr auf, deshalb sei das Gerät meistens zugänglich, begründet Lidl seine Entscheidung. Mehrere Firmen und Bürger kauften ein Gerät im Rahmen der Jubiläumsaktion (siehe Infokasten). Vor der Aktion gab es in Friedberg 18 Defibrillatoren außerhalb von Krankenhäusern und Krankenwägen, sieben kamen nun dazu. Zudem lieh MedX5 an die Stadt Friedberg einen Defibrillator, um ihre Jubiläumsfeste sicherer zu machen. Stadt-Mitarbeiter Philipp Köhler, der die Feste mitorganisierte, fand dies eine „tolle Aktion“. Sie habe bei der Stadt auch Diskussionen angestoßen, einen mobilen Defibrillator für künftige Veranstaltungen zu kaufen.

Einen Defibrillator kaufen musste der Friedberger Daniel Schindler indes nicht. Er gewann ein Gerät bei der Verlosung, die Teil der Jubiläumsaktion war. Doch er behielt es nicht, sondern machte es Kaminkehrer Thomas Lidl ähnlich und lässt es nun an einem belebten Ort aufstellen.Der Standort steht noch nicht fest. Fix hinzugekommen sind folgende Plätze:

Fußner und Kühne Architekten, Bahnhofstraße 35, Friedberg

Altstadtcafé Weißgerber, Ludwigstraße 10, Friedberg (Gerät gespendet von Kaminkehrer Thomas Lidl) Reifenzentrale Friedberg, Aichacher Straße 27, Friedberg

Autohaus Mayr, Röntgenstraße 11, Friedberg

Doris und Ulrich Reiner (Privatpersonen), Haflinger Weg 13, Friedberg

Maria und Jürgen Schmieder (Privatpersonen), Schlössleweg 14, Wulfertshausen

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