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Friedberg

25.11.2010

Bei Darmkrebs braucht auch die Seele Hilfe

Hell und einladend soll das neue Zimmer im Friedberger Krankenhaus sein. Von links: Heike Nebe (Sekretariat Geschäftsführung), Dr. Fritz Lindemann, Dr. Barbara Haider, Ursula Späth und Rüdiger Lischka. Foto: Michael Seefelder
Bild: Michael Seefelder

Die Diagnose Krebs löst bei den Betroffenen im ersten Moment einen Schock aus. Zu der körperlichen Erkrankung kommt dann oft noch eine seelische Krise hinzu. Im Friedberger Krankenhaus gibt es jetzt ein neu eingerichtetes Psychoonkologiezimmer. Dort können Patienten und Angehörige mit der Psychologin Ursula Späth und der Ärztin Barbara Haider, die eine spezielle Fortbildung für die Psychoonkologie absolviert haben, ins Gespräch kommen. Von Michael Seefelder

Friedberg Die Diagnose Krebs löst bei den Betroffenen im ersten Moment einen Schock aus. Zu der körperlichen Erkrankung kommt dann oft noch eine seelische Krise hinzu. Im Friedberger Krankenhaus gibt es jetzt ein neu eingerichtetes Psychoonkologiezimmer. Dort können Patienten und Angehörige mit der Psychologin Ursula Späth und der Ärztin Barbara Haider, die eine spezielle Fortbildung für die Psychoonkologie absolviert haben, ins Gespräch kommen.

"Es wird verhindert, dass Patienten, während ihrer Krebserkrankung in psychische Störungen hinein rutschen", erklärt Ursula Späth. Nicht immer drehen sich die Gespräche dabei um Krebs. Beispielsweise sorgen sich Menschen, wer sich um ihren Hund kümmert, solange sie im Krankenhaus sind oder was finanziell auf sie zukommen wird. Manche Patienten hätten zu Beginn noch Scheu, berichtet Barbara Haider. "Schließlich bin ich ja nicht im Kopf krank", würden viele denken. Bei der Beratung ginge es jedoch nicht um eine Psychotherapie, sondern um die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die drohen, in eine Depression zu verfallen. "Das hat Präventionscharakter", betont die Ärztin, die in Aichach eine Praxis betreibt. In dem hell und farbig gestalteten Zimmer, das laut Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, Dr. Krzysztof Kazmierczak vorher ein eher steril wirkender Aufenthaltsraum war, können die Gespräche in vertrauensvoller Atmosphäre ungestört stattfinden. Die Kosten in Höhe von gut 6000 Euro hat der Förderverein des Friedberger Krankenhaus übernommen. Ein ehemaliger Patient habe sogar 2000 Euro gespendet, erzählt der Vorsitzende Rüdiger Lischka.

Seit über zwei Jahren ist das Krankenhaus Friedberg ein zertifiziertes Darmkrebszentrum. Dazu gehöre auch ein psychologisches Beratungsangebot, sagt Dr. Fritz Lindemann, Leiter der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie. Bei Brustkrebspatientinnen beispielsweise sei das schon lange üblich.

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Von den Darmkrebserkankten würde die psychoonkologische Beratung in Friedberg sehr gut angenommen. "Was ich von den Patienten erfahre, ist, dass ihnen das gut tut", berichtet der Mediziner. Wie viele Gespräche er führen möchte, entscheide jeder selbst. Eine "Zwangsbeglückung" gebe es nicht. Kennenlernen soll die beiden Psychoonkologinnen aber zunächst jeder Patient.

Bei den Beratungsgesprächen könnten auch Aspekte wie das soziale Umfeld der Betroffenen herausgearbeitet werden, Dinge, für die bei der Arztvisite im Alltag oft keine Zeit bleibt. "Ich glaube, dass das für die Gesamtbehandlung ein entscheidender Vorteil ist", fasst Lindemann zusammen.

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