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01.02.2018

Bei Jonas Ruisinger dreht sich alles um Tore

Schnell unterwegs: Bei den Aichacher Stadtmeisterschaften im Skifahren im vergangenen Jahr verteidigte Jonas Ruisinger seinen Titel. Der Osterzhausener, der für die Grubetfreunde startet, peilt am Wochenende das Triple auf der Strecke in der Wildschönau an.
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Schnell unterwegs: Bei den Aichacher Stadtmeisterschaften im Skifahren im vergangenen Jahr verteidigte Jonas Ruisinger seinen Titel. Der Osterzhausener, der für die Grubetfreunde startet, peilt am Wochenende das Triple auf der Strecke in der Wildschönau an.
Bild: Reinhold Rummel

Der 19-Jährige will bei der Aichacher Stadtmeisterschaft seinen Titel verteidigen. Abseits der Piste kickt er für Hollenbach. 

Bei Jonas Ruisinger dreht sich alles um Tore. Beim Skifahren geht es für den Osterzhausener darum, möglichst schnell an ihnen vorbeizufahren, auf dem Fußballplatz möchte er möglichst viele schießen. Im Winter ist der 19-Jährige aber fast ausschließlich auf zwei Brettern unterwegs. Am Samstag will er seinen Titel bei der Aichacher Stadtmeisterschaft in der Wildschönau verteidigen.

Erstmals stand er mit vier Jahren auf den Brettern, den ersten Wettkampf bestritt er mit acht. Auch seine älteren Brüder Daniel und Simon sind wettkampfmäßig unterwegs. Von ihnen hat er viel gelernt und doch sind sie auch Konkurrenten.

Neben dem Skifahren ist der Fußball die große Leidenschaft des Osterzhauseners. Seit seinem vierten Lebensjahr spielt er im Verein. Angefangen hat er beim FC Gundelsdorf, heute ist er beim TSV Hollenbach aktiv. Auch zu diesem Sport kam er durch seine Brüder. Mit Simon spielt er gemeinsam in der ersten Mannschaft. Zu Hause ist der Auszubildende im Sturm. „Ich bin sehr schnell und habe einen guten Abschluss“, so der 19-Jährige auf seine Stärken angesprochen. Seine Schwächen: „Mein linker Fuß. Der ist definitiv ausbaufähig.“ In der vergangenen A-Jugendsaison schoss Ruisinger 26 Tore in der Kreisliga, bei den Aktiven wartet er allerdings noch auf sein erstes Pflichtspieltor. In zehn Bezirksligaeinsätzen platzte der Knoten bislang nicht. „Es ist ein großer Sprung zu den Erwachsenen. Ich brauche noch etwas Zeit, aber ich will mich jetzt zeigen und mit meinen Toren zum Klassenerhalt beitragen.“

Dabei hilft ihm auch seine Fitness, die durch den Skisport auch im Winter vorhanden ist. Die Sportarten lassen sich gut vereinen. Im Winter ist Ruisinger auf der Piste, von Frühling bis Herbst auf dem Platz. „Außerdem ist es ein guter Ausgleich. Beim Skifahren ist man auf sich allein gestellt. Beim Fußball bist du abhängig von deinen Mitspielern. Ich mag beides.“ Mehr als 25 Tage steht Jonas pro Jahr auf den Skiern. Da muss sogar manchmal der Fußball zurückstecken. „Die Vorbereitung hat bei uns schon begonnen, jetzt vor den Meisterschaften gehe ich am Wochenende aber Skifahren, das hat Vorrang.“ Und so ein Skitag ist bei Ruisinger sehr anstrengend: „Wir sind meist die Ersten auf der Piste und nutzen die Zeit aus, bis die letzte Gondel fährt.“ Am liebsten geht Jonas Ruisinger mit seinen Vereinskollegen zum Skifahren, vor den Wettbewerben nimmt er aber an Technikkursen für Fortgeschrittene teil und macht spezielles Stangentraining. Wie seine Brüder ist der 19-Jährige nicht nur selbst ein exzellenter Skifahrer, sondern gibt sein Wissen auch als Trainer an den Nachwuchs weiter. Privat ist er aber auch mal im Tiefschnee mit speziellen Brettern unterwegs. Nur zum Snowboard greift er nicht mehr: „Ich habe es ausprobiert und mir gleich mal den Arm gebrochen. Dann habe ich es gelassen.“ Gestürzt ist er aber schon oft mit den Skiern. „Bislang ist zum Glück nicht viel passiert. Mein Bruder Simon hat sich schon fast alles gebrochen.“ Deutlich häufiger trägt Jonas Ruisinger Blessuren beim Fußball davon: „Komischerweise habe ich mich auf dem Platz schon öfters verletzt, obwohl es deutlich ungefährlicher ist.“ Wenn ihre Söhne sich die Pisten runterstürzen, fiebert Mutter Maria mit. In erster Linie ist sie aber um die Gesundheit ihrer Jungs besorgt: „Ich habe immer Angst, dass es etwas passiert, und bin froh, wenn nichts passiert.“

Doch wer die Stadtmeisterschaft gewinnen will, muss etwas riskieren. Zweimal in Folge gewann Jonas Ruisinger, jetzt möchte er das Triple perfekt machen. Ein anderer Titel fehlt ihm aber noch, der Titel des Kreismeisters: „Wäre schön, wenn ich es in diesem Jahr zumindest aufs Treppchen schaffen würde.“ Amtierender Kreismeister ist übrigens Bruder Simon. Gefahren wird bei beiden Wettbewerben in der Disziplin Riesenslalom: „Das ist schon schneller als Slalom, aber nicht so waghalsig wie die Abfahrt.“ Dennoch wird Ruisinger bis zu 120 Kilometer pro Stunde schnell. „Die Geschwindigkeit ist das Tolle an dem Sport. Man hat lediglich zwei Bretter unter den Füßen und trotzdem die Kontrolle.“ Wichtig sei beim Skifahren aber die Technik: „Es geht nicht darum, nur Schuss zu fahren. Man muss sich für 45 Sekunden voll konzentrieren, ansonsten stürzt man. Beim Fußball ist es eine andere Art von Konzentration.“ Viele Pisten ist der 19-Jährigen schon heruntergefahren, sein Traum ist aber die legendäre Abfahrt „Streif“ in Kitzbühel. „Das wäre sicher ein unvergessliches Erlebnis.“

Privat sind Autos seine Leidenschaft – wie bei Vater Hermann und Bruder Simon. 2016 hat Ruisinger sein Abitur am Peutinger-Gymnasium in Augsburg gemacht. Danach hat er lange gearbeitet, um sich einen Oldtimer zuzulegen. An dem schraubt er nun gerne herum.

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