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Friedberg

04.01.2019

Bei Kathrin Stachon finden Asylbewerber Hilfe

Kathrin Stachon wird ab Januar die Flüchtlings- und Integrationsberatung im Landkreis Aichach-Friedberg leiten
Bild: Peter Stöbich

Im Friedberger Bahnhof berät Kathrin Stachon von der Caritas Asylbewerber. 2019 bekommt sie ein neue Aufgabe.

Es ist keine Seltenheit, dass im Büro von Kathrin Stachon Tränen der Erleichterung oder der Enttäuschung fließen. Denn für viele Asylbewerber ist die 31-jährige Sozialpädagogin ihre wichtigste Ansprechpartnerin; ab Januar wird sie die von ihr mit aufgebaute Flüchtlings- und Integrationsberatung im Landkreis Aichach-Friedberg leiten. In diesem Bereich sind insgesamt acht Mitarbeiter aus vier Verbänden tätig: Diakonie, Rotes Kreuz, der Caritasverband für die Diözese Augsburg und der Caritas-Kreisverband Aichach-Friedberg teilen sich die Arbeit zwischen Pöttmes und Steindorf.

Nach ihrem Abitur hatte Stachon ein Freiwilliges soziales Jahr in der mittlerweile aufgelösten Kurzzeitpflege in Friedberg absolviert und im Juli 2014 in der Asylsozialberatung begonnen, wie es damals noch hieß. „Weil das während meines Studiums noch kein Thema war, musste ich mir das nötige Wissen erst aneignen“, erzählt sie. Die Zahlen waren seinerzeit noch recht überschaubar: Im Landkreis-Süden gab es nur rund 100 Asylbewerber und dafür drei Caritas-Mitarbeiter im gesamten Kreisgebiet. Als dann die große Flüchtlingswelle kam, war Stachon plötzlich für 600 Menschen zuständig.

Die Beratungsstelle der Caritas hat ihren Sitz im Bahnhof von Friedberg

Heute gibt es von Aichach bis Mering feste Strukturen, Sprechzeiten und Anlaufstellen wie die neuen Caritas-Räume im Friedberger Bahnhof. „Wir bieten Asylbewerbern in allen Belangen des täglichen Lebens kostenlose Beratung und Unterstützung“, sagt Stachon. Das mache ihren Beruf einerseits abwechslungsreich und interessant, „denn kein Tag ist wie der andere“. Andererseits sei es nicht immer leicht, sich schlimme Schicksale und grausige Foltergeschichten anzuhören. „Da braucht man die richtige Balance zwischen Vertrauensverhältnis und professioneller Distanz.“ Bis zu 20 Klienten kommen binnen drei Stunden in die offene Sprechstunde der 31-jährigen, aber sie besucht auch Erstankömmlinge in ihren Unterkünften oder ehrenamtliche Helfer bei deren Treffen. „Es gibt bei uns sehr gut aufgestellte Asylkreise“, sagt sie, „aber insgesamt ist die Zahl der Helfer rückläufig.“ Das liege vermutlich auch daran, dass in der Gesellschaft die Stimmung gegenüber Flüchtlingen immer negativer wird. „Deshalb muss ich sie immer häufiger zu Behörden oder Institutionen begleiten, weil sie sonst nicht beraten oder bedient werden.“ Zudem berichten die Medien ihrer Meinung nach meist nur Negatives zum Thema Asyl. Umso erfreulicher seien kleine Erfolge: Wenn jemand zum Beispiel nach langem Bangen endlich seine Anerkennung bekomme, dann fließen im Büro im Friedberger Bahnhof schon mal die Freudentränen und Stachon wird zu Hochzeiten oder Taufen eingeladen.

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„Man muss immer am Ball bleiben“, stellt sie angesichts ständig neuer Gesetze und Herausforderungen fest, „das kann manchmal ganz schön anstrengend sein!“ Ob Arbeitssuche, Anwaltsgespräch oder Arztbesuch, immer versucht das Berater-Team zu helfen und zu vermitteln. „Dank der guten Vernetzung haben wir kurze Wege zu Jobcenter, Polizei, Schulen, Landrats- und Gesundheitsamt oder anderen Stellen“, sagt die Sozialpädagogin.

Sie hat auch eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin, ist in ihrer Heimatgemeinde Eurasburg Mesnerin und Mitglied im Pfarrgemeinderat sowie aktive Feuerwehr-Frau. In ihrer Freizeit singt sie außerdem gern im Friedberger Kammerchor, „aber unsere letzte Probe habe ich versäumt, weil gleichzeitig ein Treffen des Asylhelferkreises stattfand.“

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