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Begegnungsfest

06.10.2015

Bei Tanz und Taboulé kommen sich Unterberger und Flüchtlinge näher

Beim gemeinsamen Tanz klappte die Verständigung wie von allein.
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Beim gemeinsamen Tanz klappte die Verständigung wie von allein.

Rund 250 Einheimische folgen der Einladung auf den Reselehof, wo 29 Asylbewerber leben

Mit so einer großen Resonanz hätten die Initiatoren des Unterbergener Begegnungsfestes überhaupt nicht gerechnet. Ungefähr 250 Einheimische aus Unterbergen und Schmiechen waren der Einladung auf den Reselehof gefolgt. Dort hatten die 29 Asylbewerber, die dort wohnen, zusammen mit den mehr als 30 Ehrenamtlichen aus dem Asylhelferkreis alles für das Fest unter dem Motto „Begegnungen“ vorbereitet.

Neben orientalischen Gerichten wie zum Beispiel Baklava, Humus und Taboulé hatten die Gäste vor allem auch die Möglichkeit, die Kultur der Bewohner aus Syrien, Afghanistan und Somalia kennenzulernen. „Wir sind hier, um uns zu begegnen. Wir sprechen miteinander und lernen uns kennen“, schloss Bürgermeister Josef Wecker seine Ansprache zu den Feierlichkeiten.

Er freute sich besonders auch über den Besuch von Pfarrer Xavier, der vor Kurzem dem Helferkreis seine Unterstützung zugesagt hat. Eine andere Art von Religion, eine Art sophistischen Tanz, mit dem Hintergrund „Tanzen um näher zu Gott zu kommen“ führte Tänzer Maloia vor, der seit seiner Flucht aus Syrien in einer Flüchtlingsunterkunft in Augsburg wohnt. Er tanzte 17 Jahre professionell in einer Tanzgruppe in seiner Heimatstadt Damaskus.

Bei Tanz und Taboulé kommen sich Unterberger und Flüchtlinge näher

Günter Wurm, der zusammen mit Renate Löhnert den Kopf des Helferkreises bildet, zeigte sich begeistert über den Mut der Menschen zur Begegnung. „Es haben viele Gespräche stattgefunden“, freute er sich. „Eine erste Annäherung führt oftmals zu einer Regelmäßigkeit“, glaubt er. Und tatsächlich: „Die Ängste vor dem Fremden gehen meist verloren, wenn man sich mit dem Mensch, der hinter dem Unbekannten steht, unterhalten hat“, so Guido Repplinger aus Schmiechen.

Seit er die Asylbewerber auf einem Begrüßungsfest bei Günter Wurm in Unterbergen kennengelernt hat, schaut er fast täglich in der Flüchtlingsunterkunft vorbei. Wie er sagt, ermuntert er die Menschen dort vor allem Deutsch zu lernen. „Denn ohne Deutsch geht es nicht“, findet der Pensionär.

Die Verständigung klappt zwischenzeitlich schon sehr gut. Christina und Franziska Sedlmair, die seit Anfang August vor allem Kinder in unserer Landessprache unterrichten, freuen sich sehr darüber, dass die Bewohner des Reselehofes sich schon so gut mit den Einheimischen verständigen können. „In den Ferien gab es jeden Tag Deutschunterricht und auch die Lehrer haben schon bemerkt, dass die Kinder aufgeholt haben“, freut sich Christina Sedlmair.

Der neunjährige Hosin aus Afghanistan bestätigte dies auch direkt: „Ich gehe in die dritte Klasse in Merching bei Frau Müller“, erzählte er in klarem Deutsch und mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Trotz besser werdender Deutschkenntnisse sind die Asylbewerber und die ehrenamtlichen Helfer sehr froh um die Unterstützung durch den Dolmetscher Abdulhadi, der die Flüchtlingsunterkunft regelmäßig besucht, und mit seinen Sprachkenntnissen für eine gute Verständigung sorgt. Der gebürtige Jordanier lebt seit 15 Jahren in Deutschland und arbeitet als Übersetzer und Islamwissenschaftler in Augsburg. Beim gemeinsamen Tanz zu orientalischen Klängen am Festabend war keine Hilfe bei der Verständigung mehr erforderlich. Das klappte dann ganz von allein.

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