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Beim Bauhof versagt die Friedberger Politik

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Kommentar Von Thomas Goßner
21.04.2018

Wenn man das Projekt wirklich gewollt hätte, wäre es schon längst verwirklicht.

Johannes Hatzold von den Freien Wählern brachte es auf den Punkt: „Wir machen uns lächerlich.“ Seit mehr als zwei Jahrzehnten diskutiert der Stadtrat über einen neuen Bauhof, den Friedberg ganz unbestritten braucht. Viermal wurde im Laufe der Zeit das „Lueg ins Land“ als Standort beschlossen, in Zweifel gezogen und wieder bestätigt. Jetzt geht es offenbar von vorne los und ein Ende ist nicht in Sicht.

Dass sich mit einem Bauhof keine Wahlen gewinnen lassen, diese Ansicht herrscht ja nicht nur bei der aktuellen Rathausspitze vor. Schon unter Bürgermeister Albert Kling gab es die Idee, mit dem Verkaufserlös des alten Bauhofgeländes einen Neubau zu finanzieren. Das Projekt wurde nicht weiterverfolgt, weil sich zeigte, dass die Rechnung nicht aufging. Unter Bürgermeister Peter Bergmair drückte die CSU mit ihrer damaligen absoluten Mehrheit im Stadtrat den Bau einer Lagerhalle durch, die seither einsam auf dem „Lueg ins Land“ steht. In der aktuellen Sitzungsperiode sind die Entwürfe weit gediehen. Und trotzdem wurde die Realisierung auf die Zeit nach 2021 verschoben – mit den bekannten Folgen auf die weitere Kostenentwicklung.

Dabei hat Friedberg zu keiner Zeit mehr Geld in der Kasse gehabt als heute. Nie in ihrer Geschichte war die Stadt wirtschaftlich leistungsfähiger als heute. Und auf vielen Gebieten werden die Millionen ja munter ausgegeben. In den vergangenen fünf Jahren sind die Personalkosten der Stadt um 25 Prozent gestiegen, ohne dass es für die Bürger einen spürbaren Mehrwert gegeben hätte. Damit hätten sich der neue Bauhof und manches mehr auch über günstige Kredite leicht finanzieren lassen, wenn man ihn wirklich gewollt hätte. Stattdessen muss nun in Provisorien investiert werden, um den maroden alten Bauhof einigermaßen funktionsfähig zu halten. Wie lange geht das noch gut?

Klar ist: Wenn sich der Stadtrat für einen neuen Standort entscheidet, dann wird der für 2021 avisierte Baubeginn kaum mehr zu halten sein. Geologische Voruntersuchungen, Grundsatzentscheidungen, die Schaffung von Baurecht und die Planung selbst werden Jahre brauchen. Nicht wenige in Stadtrat und Verwaltung sehen das Projekt schon in die übernächste Wahlperiode rücken. Dabei könnte alles längst in trockenen Tüchern sein.

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