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Aichach-Friedberg

23.01.2019

Beim Thema Bienen prallen die Meinungen aufeinander

Honigbienen haben im Hochsommer Probleme, genug Pollen zu finden.

Das Aktionsbündnis für das Volksbegehren im Wittelsbacher Land kritisiert den Bauernverband und das Landratsamt. Ein Streitpunkt ist: Wie steht es um den Artenschutz im Landkreis?

Noch bevor die Unterschriftenaktion zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ überhaupt gestartet ist, sorgt sie im Landkreis für Zündstoff. Vertreter des Regionalbündnisses für das Volksbegehren weisen Vorwürfe des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) zurück, sie würden die Öffentlichkeit manipulieren.

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Ernst Haile, Vorsitzender des Bund Naturschutz Aichach-Friedberg, sowie Constanze von Tucher und Wolfhard von Thienen, die beiden Sprecher der Kampagne, betonen: „Diese Aussage weisen wir zurück.“ Man nehme die Haltung des Bauernverbands zur Kenntnis, sei aber der Meinung, dass das Volksbegehren auch für konventionelle Landwirte Vorteile bringt, deren Image in der Bevölkerung sie für schlecht halten. Reinhard Herb, Kreisobmann des BBV, hatte auch betont, dass die Landwirte sich bereits stark für die Umwelt einsetzen.

Auch glauben Haile, Tucher und Thienen nicht, dass der Landkreis, wie das Landratsamt gesagt hatte, beim Artenschutz auf einem guten Weg sei. Die Landkreis-Projekte Ökomodell-Region, Biodiversitätstag und „Das Wittelsbacher Land blüht“ seien auf private Initiative entstanden. Inzwischen würden sie „freundlicherweise vom Landkreis unterstützt.“ Auch im Landkreis gingen immer mehr Flächen verloren. Es sei offen, ob diese Maßnahmen wirklich helfen, das Artensterben zu stoppen. Aktuell sei auch Bayern weit von der Ziellinie entfernt, der Artenschwund gehe unbegrenzt weiter.

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Die Vertreter des Bündnisses betonen, dass die Bienen nicht das „Maskottchen“ der Kampagne seien, sondern als Symbol für das Artensterben stünden. Das Volksbegehren wolle das bayerische Naturschutzgesetz in einigen Punkten ändern, um das „rasante Verschwinden vieler Arten zu verhindern“. Wildbienen und andere Insekten seien davon besonders betroffen. Auch die Honigbienen im Landkreis hätten große Probleme. Auf Nachfrage erklärt Hubert Vogl, Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Aichach-Friedberg, dass die Bestände der Hausbiene zwar nicht zurückgehen wie bei ihren wilden Artgenossen. „Aber auch die Honigbienen brauchen in unserer Natur eine Veränderung“, sagt Vogl. Im Sommer gebe es auch für die Haustiere zu wenig Pollen, sodass die Imker zufüttern müssen.

Ein zweiter Faktor sei der Einsatz von Spritzmitteln. „Die Tiere sterben davon nicht, aber sie finden zum Beispiel nicht mehr nach Hause“, berichtet Vogl. Auch ihr Immunsystem werde immer weiter geschwächt. Die Bienenvölker von Vogl sind an 13 Plätzen im Landkreis verteilt. Dass die kleinen Insekten Schwierigkeiten haben, stellt er nicht nur in der Nähe von landwirtschaftlichen Flächen fest. Auch viele Hobbygärtner würden die giftigen Mittel einsetzen. (maikö)

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