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Heimatgeschichte in Baindlkirch

01.10.2015

Beim historischen Dreschen fließt der Schweiß

Stiftenzylinder für die historische Dreschvorführung beim Dreschfest in Baindlkirch.
Bild: Klaus Speidel

Alte landwirtschaftliche Geräte kommen am Sonntag beim Fest in Baindlkirch noch mal zum Einsatz und Hans Danhofer kredenzt seinen berüchtigten Most.

 Der Schweiß fließt, wenn in Baindlkirch die Freunde des alten Bauernstandes den Weizen dreschen wie in früheren Zeiten. Alle drei Jahre bringen sie für das aufwendige Dreschfest ihre historischen Landmaschinen in Schwung. Am kommenden Sonntag, 4. Oktober, öffnet dafür der Konerbauer neben der Pfarrkirche wieder Hof und Scheune. Der Eintritt ist frei, Besucher sind willkommen.

Die Freunde des alten Bauernstandes, das sind Gleichgesinnte, die sich in Baindlkirch zusammengetan haben, um alte landwirtschaftliche Geräte und Maschinen vor der Entsorgung zu retten und auch das Wissen zu bewahren, wie die Bauern früher damit gearbeitet haben. Gegründet wurde dieser Zirkel von Rudolf Keller, Heinrich Kieser, dem früheren Rieder Bürgermeister Anton Drexl und Hans Danhofer. Diese vier bilden immer noch den harten Kern, mittlerweile seien es insgesamt jedoch rund 40 Mitglieder, meint Danhofer. Sie haben extra eine Halle für ihre Schätze angemietet, doch darin wird es auch schon eng. „Immer wieder rufen uns übers Jahr Leute an und sagen, ich hätt’ da was für euch“, erzählt der 75-Jährige. Einige der Sammlerstücke gibt es nun wieder beim Dreschfest zu sehen.

Los geht es um 10.30 Uhr mit dem Kirchenzug vom Fischerwirt zur Pfarrkirche. Begleitet wird dieser wie auch das eigentliche Dreschfest von den Höglbuam, die am heutigen Freitag ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Um 10.45 Uhr beginnt dann die Messe für die Verstorbenen. Um 12 Uhr schließt sich das Mittagessen in der Halle beim Konerbauer an, für die Gäste steht unter anderem Schweinsbraten auf der Speisekarte. Ab 14 Uhr gibt es dann Kaffee und Kuchen und frische Ausgezogene. Rund 20 Frauen sind für die Verköstigung im Einsatz. Danhofer steuert dazu seinen berüchtigten selbst gemachten Apfelmost bei, der in der Mostrutsche auf dem Hof ausgeschenkt wird. Das Herzstück der ganzen Veranstaltung ist das historische Dreschen, das ab 13.30 Uhr gezeigt wird. Dafür haben die Veranstalter schon vor zwei Monaten die Vorbereitungen getroffen. Mit einem rund 80 Jahre alten Mähbinder haben sie den Weizen geerntet.

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Bei der Vorführung starten sie nun mit der ältesten und wohl beschwerlichsten Methode: Die Männer schwingen die Dreschflegel. Etwas einfacher wurde es für die Landwirte früherer Zeiten, als der Stiftenzylinder erfunden war. Eine solche Maschine, die wohl an die 100 Jahre alt ist, zeigen die Organisatoren als Nächstes. Und zum Schluss kommt dann eine Dechentreiter Dreschmaschine zum Einsatz, die rund 70 Jahre alt ist.

Den ganzen Tag über ist eine Ausstellung historischer landwirtschaftlicher Geräte auf dem benachbarten Hof des Klosbauern zu sehen. Es gibt dort Geräte, die heute kaum noch jemand kennt, wie beispielsweise die Flachsbrechel: „Eben alles, was früher zur Landwirtschaft dazugehört hat und zum Leben in Haus und Hof“, sagt Danhofer.

Seit dem Jahr 2000 steht er mit den anderen Gründungsmitgliedern bei der Organisation des Festes vorne dran. Mittlerweile beteiligt sich auch die jüngere Generation. Und der 75-Jährige hofft, dass diese vielleicht beim nächsten Mal in drei Jahren komplett das Ruder übernimmt.

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