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Mering

15.10.2019

Beste Voraussetzungen für Handel und Gewerbe in Mering

Andreas Gärtner, Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, nennt Lösungsmöglichkeiten für eine attraktive Meringer Ortsmitte.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Andreas Gärtner, der Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, nennt Lösungsmöglichkeiten für die Meringer Ortsmitte.

Andreas Gärtner ist Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern. Er engagiert sich seit Jahren im Neuen Theater Mering und kennt den Ort seit seiner Kindheit. Als Fachmann wurde er zum Runden Tisch der Geschäftsleute gebeten. Dort brachte er sein Fachwissen ein, um die Attraktivität der Ortsmitte zu verbessern.

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Sie waren ebenfalls beim Runden Tisch mit Gewerbetreibenden und Vertretern des Marktgemeinderats. Was war Ihr Verbesserungsvorschlag für die Meringer Ortsmitte?

Andreas Gärtner: Zum Runden Tisch war ich, seitens der Gewerbetreibenden als Gast geladen, um zu den Diskussionspunkten, insbesondere zum Thema Verkehrsberuhigung, aus Sicht des Handelsverbandes Stellung zu nehmen. In dieses Thema waren wir bereits seit längerem involviert, haben hier verschiedene Optionen geprüft und halten den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich für eine vernünftige Lösung. Mit einem bereits im ISEK 2017 vorgeschlagenen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich ist weiterhin eine gute Erreichbarkeit des Zentrums und standortnahes Parken gewährleistet, gleichzeitig steigt durch die Lärmreduzierung die Aufenthaltsqualität im Zentrum. Die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger steigt und die Verkehrsbelastung wird meines Erachtens nach insgesamt abnehmen, da die „Abkürzung“ durch das Ortszentrum unattraktiv wird.

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Reicht ein Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich aus?

Gärtner: Grundsätzlich halte ich eine Geschwindigkeitsreduzierung im Zentrum, auf welchem Weg auch immer, für sinnvoll und notwendig. Dies darf aber keinesfalls die einzige Maßnahme bleiben. In weiteren Schritten müsste eine weitere Aufwertung der Aufenthaltsqualität erfolgen. Als Maßnahmen hierzu wären zusätzliche Begrünung, Ausweitung und Aufwertung der Außengastronomie, aber auch die Schaffung von Anreizen zur Fassadensanierung und vor allem ein professionelles Leerstandsmanagement, zu nennen.

Ist es mit ein paar Verkehrsinseln getan oder wäre nicht doch eine große Lösung, wie sie auch von Stadtplaner Kehrbaum vorgesehen war, besser?

Gärtner: Zum aktuellen Zeitpunkt ist jede Lösung besser als gar keine. Selbstverständlich wäre langfristig eine fundiert geplante Lösung anzustreben. Aktuell würde ich jedoch einen Weg der kleinen Schritte gehen, um eine sofortige Verbesserung der Situation zu erreichen. Lange Planungszeiten und vor allem langwierige Umbauten würden den Gewerbetreibenden aktuell mehr schaden als nutzen.

Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache dafür, dass selbst die Geschäftsleute den Innenort nicht mehr attraktiv finden?

Gärtner: Wir haben in Mering mit einer hohen Kaufkraft, überdurchschnittlicher Zentralität und einem starken Bevölkerungswachstum eigentlich die besten Voraussetzungen für Handel und Gewerbe. Von diesen guten Rahmenbedingungen ist im Zentrum jedoch nicht viel zu spüren. Nachlassende Kundenfrequenz, zunehmender Leerstand, fehlende Magnetbetriebe, aber auch die mit Ausnahme des Marktplatzes fehlenden Ruheflächen im öffentlichen Raum und eine hohe Verkehrsbelastung tragen zu einer negativen Sichtweise bei. Für eine langfristig positive Entwicklung wäre neben einer Vielzahl von städtebaulichen Maßnahmen die Entwicklung von zumindest einer großflächigen Gewerbeimmobilie für die Ansiedelung eines Magnetbetriebes und mehrerer kleinerer Dienstleistungseinheiten (etwa Post und Paketstation und anderes mehr ) wünschenswert. Die Grundversorgung für Mering und die umliegenden Gemeinden funktioniert über die hervorragend frequentierten Gewerbegebiete im Süden und Norden. Nun gilt es langfristig, über eine hohe Aufenthaltsqualität und einen für den Kunden interessanten Branchenmix aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung, die Menschen ins Zentrum von Mering zurückzuholen.

Hier finden Sie ein Video

Die Meringer Geschäftswelt im Innenort steht häufig in der Kritik. Wir haben uns bei Passanten und Ladenbesitzern umgehört. Im Video erklären sie, wie sie die Lage bewerten.
Video: Eva Weizenegger und Philipp Schröders
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