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Auftritt

29.01.2020

Besucher erleben ein tierisches Konzert

Oliver Klenk mimte die Brillenschlange beim Jubiläumskonzert des Musikvereins Mering in der Aula des Gymnasiums.
Foto: Manuela Rieger

Zu seinem einjährigen Jubiläum bietet der Musikverein ein abwechslungsreiches Programm im Gymnasium

Das Jubiläumskonzert zum fast einjährigen Bestehen des jungen Musikvereins Mering kam beim Publikum sehr gut an.

Kinder hatten zu diesem Konzert Bilder gemalt und die einzelnen Tiere auf Tafeln geklebt. Vom königlichen Löwen über den langohrigen Esel bis hin zum graziösen Schwan waren alle möglichen Tiere musikalisch vertreten.

Zum Stück Karneval der Tiere: Der Komponist Saint-Saëns hatte keine Hemmungen, Kompositionen von Kollegen in sein Werk einzufügen, allerdings in veränderter Form. Zum Beispiel wird Jacques Offenbachs spritziger Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“ zu einem Tanz der Schildkröten in einem wahrhaft gemütlichen Andante maestoso. Saint-Saëns zitiert in der Musik auch mehrere seiner berühmten Komponistenkollegen: Berlioz und Mendelssohn beim „Elefanten“ und auch Rossini blieben nicht verschont.

Zum wahren Vergnügen wurde dieser musikalische Karneval allerdings durch den Text von Victor von Bülow. In gutturaler Sprache und den Tieren angepasster Stimme sprach Pfarrer Thomas Schwartz die Formulierungen Loriots. In unnachahmlicher Weise macht sich Loriot genüsslich über die allzu menschlichen Züge der Tiere in einer Art und Weise lustig, deren ironischer Unterton nicht zu überhören ist.

Besonders gefiel – nicht nur den Kindern – das Aquarium, da hörten die Kids die Luftbläschen der Fische oder von Konzertleiter Alexander Möck eingefügt die Brillenschlange. Oliver Klenk setzte sich einen Turban auf und spielte eine verwirrte Schlange, die sich selbst auffraß. Dabei zerlegte der Klarinettist sein Instrument und zeigte, dass auch nur mit dem Mundstück gespielt werden kann. Am Flügel wirbelten die beiden Weltklassepianisten Barbara und Sebastian Baumgartner mit dem Orchester Sphaira durch die Partitur dieser zoologischen Fantasie.

Die genauen Mischverhältnisse der Cocktails zu kennen, wäre etwa so, als hätte man die Coca-Cola-Formel entdeckt, aber die meisten Zutaten sind eindeutig bekannt, erklärte Sebastian Bartmann. Das Pianistenduo spielte aus ihrer CD Liquid Moods einige Stücke, die nach Cocktails benannt waren und das Flair der Bars in Cuba, Paris oder sonst wo widerspiegelte. Wer schon mal einen Cocktail zu viel getrunken hat, oder in einer ehemals rauchvernebelten Bar saß, kann sich denken, was Sebastian Bartmann in seiner Musik ausdrücken wollte. Als Zugabe noch ganz klassisch der ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms. Langer, herzlicher und verdienter Applaus.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko mit Familie besuchte das Vereinskonzert und Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, war ebenfalls anwesend.

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