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25.03.2009

Bichler: Keine Angst vor einer Energiekrise

Aichach-Friedberg/Zahling (FA) - Im Rahmen einer offenen Fraktionssitzung der Unabhängigen in Zahling referierte Kreisrat und Energiebauer Sepp Bichler zum Thema "Energie - unsere Überlebensfrage".

"Die Menschen müssen keine Angst vor einer Energiekrise haben", sagte Bichler. Dass fossile Energieträger und auch Uran zur Neige gingen, sei Fakt. "Doch Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse liefern ein Vielfaches der Energie, die wir brauchen. Die Herausforderung besteht darin, sie intelligent zu nutzen", erklärte Bichler den Zuhörern.

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Chancen in wirtschaftlich schwieriger Zeit

Gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit böten sich hier gute Chancen. Allein in der Produktion von Windkraftanlagen seien 80 000 Arbeitsplätze entstanden. In Umfragen werde immer deutlich, dass die Bevölkerung regenerative Energieerzeugung wünsche.

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Wenn aber Planungen für Windkraft- oder Photovoltaik-Anlagen bekannt würden, seien häufig Widerstand und Protest festzustellen, wunderte sich der Referent. "Wer glaubt, dass sich unsere Landschaft nicht verändern darf, ist ein Träumer. Die Folgen des Klimawandels werden Natur und Landschaft weitaus gravierender verändern als ein paar Windräder", prophezeite er.

Zur Frage der Zukunft von Atomkraftwerken sind Bichlers Positionen eindeutig: "Atomenergie hat keine Zukunft." Er vertrat die Meinung: "Die Nutzung regenerativer Energiequellen im Mix und eine Effizienzsteigerung wie zum Beispiel die Kraft-Wärme-Kopplung machen diese veraltete und unbeherrschbare Technik überflüssig."

Zehn Standorte ausweisen und testen

Bezüglich der Diskussionen um den Bau neuer AKWs meinte Bichler, man solle zehn Standorte in Deutschland ausweisen und so testen, wie groß die Akzeptanz für Atomstrom dann noch sei. Durch die Laufzeitverlängerungen würden die Konzerne Unsummen von Geld verdienen. "Sorgen wir dafür, dass unser Geld in regionale Kreisläufe fließt, und verschaffen wir nicht den Energie-Multis zusätzliche Einnahmen", appellierte der Referent an die Anwesenden.

In der Diskussion sprach Sepp Metzger das Problem der Energieverschwendung an. Die Stadt Augsburg biete dafür ein besonders krasses Beispiel: "In Lechhausen wurde direkt neben der Müllverbrennungsanlage ein neues Kraftwerk gebaut, obwohl die MVA seit Jahren fast die gesamte Wärme ungenutzt durch den Kamin bläst", kritisierte er scharf.

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