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Kommunalpolitik in Friedberg

30.04.2015

Bis ins Detail

Auch die Gestaltung der Kreisverkehre trägt zum Bild Friedberg in den Öffentlichkeit bei.

Seit einem Jahr ist Bürgermeister Roland Eichmann im Amt. Wie er seine Aufgabe sieht, was bisher geschehen ist und welche Ziele er sich steckt.

Friedberg Wie zeigt sich die Stadt nach außen? Für Roland Eichmann war dies in seinem ersten Jahr als Bürgermeister von Friedberg eine der zentralen Fragen. Das beginnt bei der Gestaltung der Kreisverkehre und reicht über die persönliche Anwesenheit bei zahllosen Veranstaltungen bis hin zum Seminar, bei dem die Mitarbeiter einen bürgerfreundlichen Schreibstil bei offiziellen Briefen trainieren. „Wir wollen uns auch in Details gut präsentieren“, formuliert Eichmann diesen Anspruch. Eben solche Details sind es, die Eichmanns Bilanz nach den zwölf Monaten im Rathaus prägen.

„Die Stadt entwickelt sich weiter“, stellt Eichmann im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Zum einen wurde nach seinen Worten der noch vom alten Stadtrat beschlossene Haushalt abgearbeitet, zum andern sind neue Diskussionen auf den Weg gebracht und Kleineres umgesetzt worden. Dazu gehören der Radweg zwischen Hügelshart und Rinnenthal, aber auch die Überprüfung der kompletten Straßenbeleuchtung nach dem Überfall auf einen Passanten an der Nussallee.

„Wir nehmen uns der Dinge sehr intensiv an, die als Problem an uns herangetragen werden“, versichert Eichmann. Das Gespräch mit dem Bürger pflegt er ausführlich – auch wenn es konfliktträchtige Themen sind. Etwa wenn es um die Unterbringung von Asylbewerbern in der Nachbarschaft geht oder um den neuen Mobilfunkmast bei Haberskirch. „Rausgehen und informieren“ lautet die Devise. Dazu gibt es künftig neben der zentralen Bürgerversammlung in der Innenstadt auch jeweils eine in den nördlichen und den südlichen Stadtteilen.

Städtische Immobilien Nach einem Jahr Anlaufzeit in der neuen Funktion will Eichmann nun aber die großen Themen ebenfalls anpacken. Etwa beim städtischen Immobilienkonzept, das noch heuer kommen soll. Welches Gebäude behält die Stadt und für welche Funktion? Von welchem Haus trennt sie sich, weil es in privaten Händen seinen Zweck besser erfüllt? Die Zusammenhänge sind komplex. Wenn es zum Beispiel gelingt, alle Klassen der Mittelschule im Gebäude an der Aichacher Straße zusammenzufassen, dann könnte das Haus am Eisenberg als neues Vereinshaus dienen, in dem auch die Musikschule unterkommt. Der marode Eisenberg 1 wäre dann ebenso wie das Archivgebäude an der Pfarrstraße einer neuen Nutzung zuzuführen. „Wir müssen unsere Baulast reduzieren. Die Frage ist, wie wir das, was wir leisten müssen, möglichst effizient machen können“, beschreibt Eichmann die Aufgabe.

Wohnen Noch vor der Sommerpause soll sich der Stadtrat mit einem weiteren herausragenden Thema des Kommunalwahlkampfs 2014 befassen – der Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Etwas später als angekündigt soll im Sommer das Genehmigungsverfahren für das Neubaugebiet an der Afrastraße beginnen, wo die Stadt selbst 60 Prozent der Flächen besitzt. Im Juni soll ein Fachmann vom Verband der Wohnungsunternehmen in den Stadtrat kommen, um die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft vorzubereiten. Eichmann hofft, dass dann gleich ein Grundsatzbeschluss gefasst werden kann. Eher mittelfristig kommt das Bauhofgelände am Bierweg als neuer Standort für zentrumsnahes Wohnen ins Spiel. Der zuständige Ausschuss hat eben das Raumkonzept für den neuen Bauhof am Lueginsland gutgeheißen und dem Stadtrat empfohlen die Planung fortzuführen und die Kosten zu ermitteln.

Innenstadt Dass die Innenstadt durch das neue Fachmarktzentrum unterm Berg herausgefordert wird, ist Eichmann klar. Friedberg werde dadurch aber auch als Einzelhandelsstandort gestärkt. Der Bürgermeister wirbt dafür, dies als Chance zu verstehen. Längere Öffnungszeiten und mehr Gastronomie und – das sind aus seiner Sicht zwei Bestandteile des Erfolgsrezepts. Der dritte lautet: mehr gemeinsame Werbung. Dass die Gewinne vor Steuern im innerstädtischen Einzelhandel von 2006 bis 2008 um 50 Prozent gestiegen sind, also genau während der Zeit, als die Umgestaltung der Ludwigstraße lief, führt Eichmann auf die gezielten Aktionen der Geschäftsleute während der Sperrung zurück. Und viertens setzt er weiterhin auf städtebauliche Maßnahmen: „Es ist eine Zukunftsentscheidung, dass wir den Durchgangsverkehr rausbekommen.“ Sie soll aber ohne Zeitdruck fallen.

Verkehr Weit über die jetzige Amtsperiode hinausdenken – das ist Eichmanns Ansatz bei der Lösung der Verkehrsprobleme. „Wir werden künftig noch mehr Verkehr haben. Alle diesbezüglichen Prognosen sind eingetroffen“, warnte er. Die Lösung müsse darum im Kontext mit der Region gefunden werden. Dass aus Mering und Königsbrunn derzeit keine positiven Signale für die Osttangente kommen, räumt Eichmann ein. Die Frage sei aber, ob diese Meinungen so Bestand haben. Er werde das Projekt jedenfalls weiterhin stark verfolgen. Den Kritikern wirft er vor, Zerrbilder zu zeichnen. Der Landschaftsverbrauch sei gering, weil die Straße überwiegend auf vorhandenen Trassen laufe.

Verwaltung „Es waren Anpassungsprozesse nötig. Ich denke und hoffe, dass wir eine gute Form der Arbeit haben“, beschreibt Eichmann die internen Diskussionen in den vergangenen Monaten. Er mische sich relativ viel ein – was für das städtische Personal ungewohnt war. Mit der Neuorganisation des Baureferats wurde inzwischen ein weiteres Thema aus dem Kommunalwahlkampf angepackt.

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