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Motorsport

17.11.2018

Bradl legt sich erneut in die Kurve

HRC-Testfahrer Stefan Bradl bestreitet am Wochenende in Valencia bereits seinen fünften Grand Prix in dieser Saison. Der Zahlinger will beim Saisonfinale in Spanien erneut in die Punkte fahren.
Bild: Jan Woitas, dpa

Der Zahlinger startet beim abschließenden Grand Prix in Valencia. Welche Ziele der 28-Jährige für den Saisonabschluss der MotoGP verfolgt.

Seine TV-Kollegen sind nicht begeistert, doch sie zeigen Verständnis für Stefan Bradl. Denn nun ist es fix: Der Motorradrennfahrer geht auch beim Finale der MotoGP am Wochenende in Valencia an den Start. Eigentlich hätte der Zahlinger für den Fernsehsender Servus TV vom Saisonabschluss als Experte berichten sollen – nun legt er sich auf der Rennstrecke mit der Konkurrenz an.

Und das bereits zum fünften Mal in dieser Saison. „Dass es so viele Starts werden, hätte ich nicht gedacht, aber es ist immer schön, dabei zu sein. Meine Aufgabe ist es, immer bereit zu sein. Meine Fernsehkollegen sind mir übrigens nicht böse, die haben sich mit mir gefreut“, sagte Bradl im Gespräch mit unserer Zeitung, kurz bevor er in den Flieger Richtung Spanien stieg. Eigentlich hätte der HRC-Testfahrer nur bei zwei bis drei Stationen eine Wildcard erhalten sollen. Schuld an den vielen Einsätzen des 28-Jährigen ist in erster Linie das Pech anderer. Der Brite Cal Crutschlow stürzte vor rund vier Wochen beim Grand Prix in Australien und verletzte sich so schwer, dass die Saison für ihn gelaufen ist. Schon am vorletzten Wochenende im malaysischen Sepang vertrat Bradl den LCR-Honda-Piloten. Kurzfristig sprang der Zahlinger ein und holte mit Platz 13 sogar drei Weltcup-Punkte. „Das war ein echter Härtetest für mich. Die Bedingungen waren äußerst hart. Umso schöner, dass es mit den ersten Punkten geklappt hat. Es hat mir gezeigt, dass ich immer noch das Tempo mitgehen kann.“

Das gleiche Tempo will Bradl auch beim Saisonfinale in Valencia auf die Strecke bringen und möglichst erneut Weltcuppunkte einfahren: „Es ist eine weitere Chance, mich zu zeigen. Valencia ist immer etwas Besonderes, weil es der krönende Abschluss der MotoGP-Saison ist. Die Motorsportwelt schaut auf dieses Wochenende. Umso besser ist es, wenn man dann auch noch mitfahren darf.“ Im vergangenen Jahr kam dem Zahlinger im Osten Spaniens eine andere Rolle zu – nämlich die des TV-Experten. „Das ist ebenfalls eine interessante Tätigkeit. In Valencia müssen meine Kollegen aber diesmal auf mich verzichten.“ In der kommenden Saison wird Bradl aber vermehrt in dieser Funktion tätig sein. „Servus TV hat die Übertragungsrechte in Deutschland. Also werde auch ich, wann immer es geht, als Experte dabei sein.“

Sportlich ist Bradls Zukunft ebenfalls geklärt. Schon vor Monaten gab er die Verlängerung als HRC-Testfahrer bekannt. „Ich bin sehr nahe dran. Die Aufgaben sind sehr interessant und ich bin bei der Entwicklung voll involviert. Es macht wirklich Spaß.“ Und dennoch kann Bradl nicht verheimlichen, dass ihn die Einsätze in der Moto-GP angestachelt haben. „Natürlich ist es schön, auf der Strecke dabei zu sein. Ich bin fit und habe das Tempo und es würde mich schon reizen, bei jedem Rennen dabei zu sein. Die Stammplätze sind aber sehr rar und die Testfahrer werden immer wichtiger. Ich bin nicht unzufrieden.“ Was aber nicht heißen soll, dass der Zahlinger nicht in Zukunft doch wieder einen Stammplatz in der Königsklasse erhalten könnte. „So alt bin ich ja noch nicht. Wer weiß, was die Zukunft bringt.“

Für den 28-Jährigen bringt die nahe Zukunft in erster Linie viel Arbeit mit sich. Während die meisten seiner Konkurrenten nach dem Saisonfinale ausspannen können, geht es für Bradl direkt weiter mit einigen Tests. Zunächst bleibt er in Valencia und reist dann weiter ins südspanische Jerez. Erst danach kann auch der Zahlinger etwas entspannen.

Und das am liebsten mit weiteren Weltmeisterschafts-Punkten im Gepäck. Aber selbst, wenn das in Valencia nicht klappen sollte, ist Bradl schon jetzt zufrieden mit dieser Saison. „Insgesamt ist es äußerst positiv gelaufen. Gerade bei den Tests konnte ich überzeugen. Was die Rennen angeht, war Sepang bislang die Krönung. Zweimal bin ich gestürzt, einmal davon selbst verschuldet. Das ärgert mich, aber man muss auch sehen, dass es schwieriger ist, wenn man nicht regelmäßig fährt.“

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