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Mering

22.01.2021

Brunnen am Marktplatz: So eindeutig ist der Wunsch der Meringer

Wie soll es mit dem Brunnen am Marktplatz weitergehen?Die Meringer haben dazu eine klare Meinung.
Foto: Eva Weizenegger

Plus Mit 1851 Teilnehmern schließt Merings erste digitale Bürgerbeteiligung. Dabei gibt es eine klare Aussage zur Frage, ob der Brunnen teuer saniert oder abgebaut werden sollte.

Der Brunnen am Meringer Marktplatz ist ein Unikat, geschaffen von Künstler Josef Zankl. Rund 90.000 Euro hat sich die Kommune den Blickfang an zentraler Stelle einst kosten lassen. Inzwischen ist die ganze Anlage jedoch sanierungsbedürftig, den Aufwand schätzt die Verwaltung auf 120.000 Euro. Das stellte den Gemeinderat vor eine schwierige und unpopuläre Entscheidung. Dieser beschloss, erst einmal die Meringer dazu zu hören. Die erste digitale Umfrage Merings schloss am vergangenen Wochenende. Nun legt der ausführende Verein Mering digital bereits die Auswertung vor - mit einem überraschend klaren Ergebnis.

Die Zukunft des Meringer Brunnens am Marktplatz ist nun klar – zumindest wenn es nach den Bürgern geht.
Foto: Eva Weizenegger (Archivfoto)

Viereinhalb Wochen lang lief die Befragung, ergänzt mit einer Telefonaktion am Abschlusswochenende. Mit 1.851 Teilnehmern hat die Resonanz alle Erwartungen übertroffen. Und in der Kernfrage "Sanierung oder Rückbau des Marktplatzbrunnens" ergibt sich eine deutliche Aussage. 63,8 Prozent, also fast zwei Drittel der Teilnehmer, stimmen dafür, den Brunnen zu beseitigen. "Dass das so eindeutig wird, hätten wir nicht erwartet", sagt Alexander Graf, Zweiter Vorsitzender von Mering digital. Auch für Merings Bürgermeister Florian Mayer war das eher überraschend.

Umfrage erreicht einen breiten Querschnitt der Meringer

Ihm ist natürlich bewusst, dass die Aktion, die auch den Einschränkungen der Corona-Pandemie geschuldet ist, nicht die Vorgaben einer repräsentativen Umfrage erfüllt. Dennoch habe man damit einen breiten Querschnitt der Meringer erreicht. So haben sich mit einem Verhältnis von jeweils 50 Prozent sowohl Frauen als auch Männer gleich stark beteiligt. Und auch die älteren Mitbürger habe man über Internet deutlich besser eingebunden, als gehofft. Immerhin 17 Prozent, also 858 Teilnehmer, gehörten zur Altersgruppe über 65 Jahren.

Das macht die Ergebnisse für die Kommune interessant. Neben der konkreten Entscheidung über die Zukunft des Brunnens wurden nämlich weitere Fragen gestellt. Auch in Hinblick auf die im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) vorgesehene Neugestaltung des Marktplatzes wurden die Bürger befragt, wie ihnen der Platz aktuell gefalle. Hier zeichnet sich im Empfinden der Meringer durchaus Raum für Verbesserungen ab.

Bürger bewerten Gestaltung des Meringer Marktplatzes nur mittelmäßig

Die meisten lagen mit ihrer Bewertung des heutigen Zustands auf einer Skala zwischen 1 als schlechtester Wertung und sechs als Bestnote im Bereich zwischen zwei und vier. Dabei teilte die Mehrheit mit, dass ihnen die Gestaltung des Marktplatzes wichtig oder sogar sehr wichtig sei. "Das bestätigt unsere Einschätzung", sagt der Bürgermeister. Bei der Frage nach der Nutzung sehen ihn mit 75 Prozent die meisten als einen öffentlichen Treffpunkt. Knapp 86 Prozent wollen, dass er für Events genutzt wird. Wie Alexander Graf berichtet, wird hier bei den Anmerkungen beispielsweise eine Wiederholung der Beach-Aktion gewünscht. Und auch der Wochenmarkt erfährt starke Akzeptanz mit gut 87 Prozent.

Abgefragt wurde auch die Möglichkeit, den Marktplatz als Freisitzbereich für die umliegende Gastronomie zu nutzen. Das Ergebnis dazu war für die Macher der Umfrage unerwartet. Denn 56 Prozent der Teilnehmer wollen das nicht. "Es gab auch einige Anmerkungen, bei denen die Leute noch mal ausdrücklich gesagt haben, dass sie das ablehnen", berichtet Graf.

Bürgermeister könnte sich einen abdeckbaren Brunnen vorstellen

Vor allem die Antworten zum Brunnen analysiert Merings Bürgermeister jetzt sehr eingehend. So antworten die meisten Teilnehmer, dass ihnen der Brunnen aktuell nicht gefalle. Bei einem älteren Bild, das die Anlage mit der farbigen Beleuchtung zeigt, die mittlerweile schon länger defekt ist, fiel die Bewertung deutlich freundlicher aus.

Hier halten sich diejenigen, denen er gut gefällt, und diejenigen, denen er nicht gefällt, etwa die Waage. "Daraus ziehe ich den Schluss, dass es auch nicht im Sinne der Meringer ist, den Brunnen in seinem heutigen Zustand einfach stehen zu lassen. Wenn, müsste man ihn wieder so herrichten wie in der Anfangszeit und auch die Beleuchtung instand setzen", folgert Mayer. Eine aufwendige Sanierung befürworten jedoch nur 11,4 Prozent der Teilnehmer.

Einen Brunnen so ähnlich wie vor dem Rieder Edeka könnte sich Bürgermeister Florian Mayer auch für Mering vorstellen.
Foto: Gönül Frey

Bei der Frage, wie der Marktplatz künftig aussehen könnte, geben die Antworten kein so klares Bild. 27,8 Prozent wünschen sich eine große, freie Veranstaltungsfläche. Eine kleine Wasserinstallation hätten 34,6 Prozent gerne. Einen neuen großen Brunnen wollen 10,3 Prozent. "Man kann es so zusammenfassen, dass sich ca. 45 Prozent schon wieder eine Brunnenanlage wünschen", sagt Mayer. Der Bürgermeister könnte sich beispielsweise eine einfache Anlage mit Wassersprenklern aus dem Boden vorstellen, ähnlich wie vor dem Rieder Edeka. "Das könnte man so machen, dass man die Anlage auch abschalten und abdecken kann und die damit die Fläche für Veranstaltungen mit nutzbar wäre."

Das muss allerdings der Gemeinderat entscheiden. Dieser erhält derzeit die detaillierte Auswertung der Umfrage. Mayer will nun in den Fraktionen abfragen, ob diese angesichts der klaren Ergebnisse der Umfrage eine zeitnahe Entscheidung im Gemeinderat wünschen. Er könnte sich jedoch auch vorstellen, dass diese den Brunnen zumindest für die Dauer des heurigen Jubiläumsjahres noch stehen bleiben lassen und erst danach über seine Zukunft entscheiden wollen. Grundsätzlich hält der Bürgermeister es jedoch für sehr schwierig, den Brunnen, entgegen eines so klaren Votums der Meringer, noch zu sanieren.

Die Ergebnispräsentation zur Umfrage ist aktuell für die Bürger auf der Internetseite des Marktes Mering einsehbar.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.01.2021

Ein altes Problem, Pflege und Wartungskosten, werden durch eine neue Installation ersetzt!

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23.01.2021

Bitte keine Wasserspiele auf dem Marktplatz!

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