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Mering

06.05.2020

Bürgermedaille für ein schwieriges Ehrenamt in Mering

Für ihr Engagement für die Markgemeinde Mering wurden an zwölf Marktgemeinderäte die Bürgermedaillen verliehen.
Bild: Ulrich Wagner

Der scheidende Bürgermeister Hans-Dieter Kandler würdigt die Marktgemeinderäte, doch die Auszeichnung kann erst zu einem späteren Zeitpunkt überreicht werden.

Normalerweise kann Merings Rathauschef am Ende einer Wahlperiode allen Marktgemeinderäten, die sechs Jahre mitgewirkt haben, eine Bürgermedaille übergeben. Dieses Jahr hat die Corona-Epidemie jedoch die übliche Vorgehensweise gründlich durcheinander gerüttelt. Denn in seiner letzten Gemeinderatssitzung stand der scheidende Bürgermeister Hans-Dieter Kandler mit weitgehend leeren Händen da: „Die Bürgermedaille ist zwar rechtzeitig bestellt worden, kam aber in einer Qualität, die wir Ihnen nicht zumuten wollen“, erklärte er den Gemeinderäten.

Der Hersteller habe es dann wohl aufgrund der Pandemie nicht geschafft, die nachgebesserten Medaillen rechtzeitig zu schicken. Deshalb habe er heute nur Urkunden, die er zwar nicht überreichen könne, um nicht als fahrlässig zu gelten, die sich aber jeder am Ende der Veranstaltung holen könne.

In einer Ansprache betonte Kandler, dass es ihm wichtig sei, diejenigen zu ehren, die in den vergangenen Jahren den Weg in der Kommunalpolitik mit ihm gegangen seien. Denn das Ehrenamt im Gemeinderat bedeute viel Verantwortung, die Pflicht zur Repräsentanz bei öffentlichen Veranstaltungen und ein großes Engagement für die Anliegen der Bürger. Man müsse bereit sein, jederzeit Rechenschaft abzulegen und die Kritik - auch unberechtigte - zu ertragen. Kandler ergänzte: „Als Marktgemeinderat kämpft man oft mit den einfachen Lösungen, die an Stimmtischen oder in geselliger Runde propagiert werden.“

 

Vieles würde von außen wesentlich einfacher erscheinen als es tatsächlich sei. „Man muss sich als Marktgemeinderat viel Zeit nehmen und Bürgern die Komplexität mancher Sachverhalte, den engen rechtlichen Rahmen, in dem wir uns bewegen, und den Werdegang mancher Entscheidungen im Gespräch darlegen. Das ist mühsam, manchmal nicht angenehm.“ Umso versöhnlicher sei es, wenn dann ein Aha-Effekt eintrete. „Letztendlich glaube ich trotz allem, dass die Bürger schon wissen, dass dieses Ehrenamt nicht einfach ist und sich alle Räte bemühen, wirklich Gutes zu leisten.“ Es sei immer erfreulich, wenn der eine oder andere auch mal Danke sage.

Persönliche Worte von Merings Bürgermeister Kandler

Bei der Ehrung richtete Hans-Dieter Kandler an alle Anwesenden ein paar persönliche Worte:

  • Petra von Thienen (Grüne) habe großes Engagement an den Tag gelegt. „Auch heute hat er mir um 15.37 Uhr noch eine Anfrage zu einer baurechtlichen Geschichte und um 15 Uhr noch einen Antrag für den Marktgemeinderat per Email übermittelt - mit der Bitte um umgehende Bearbeitung.“, Er habe das an den Bearbeiter weitergeleitet, könne aber in der Kürze der Zeit noch nicht Vollzug melden, witzelte er.
  • Karl-Heinz Brunner (CSU) sei durch sein Engagement bei der Ambulanten Kranken- und Altenpflege bekannt geworden und hatte den Vorsitz im Rechnungsprüfungsausschuss innegehabt. „Wie wichtig ihm dieses Amt war, kann man vielleicht an zwei Zahlen bemessen: Üblicherweise tagt die Rechnungsprüfung vielleicht in einer Amtsperiode 10 bis 15 mal. In Mering fanden über 60 Sitzungen statt.“
  • Markus David (SPD) hatte im Lauf der Amtsperiode den Fraktionsvorsitz übernommen, was als Generationenwechsel gedacht war. Er habe immer sachliche Beiträge geliefert, auf den Punkt der Diskussion zurückgeführt und manch humorvolle Bemerkung gemacht.
  • Stefan Enzensberger (CSU) sei immer bestens vorbereitet gewesen, habe die Beschlussvorlage genauestens studiert und Gedanken und Ideen in die Diskussion eingebracht.
  • Florian Hendlmeier (Grüne) habe das Amt des Jugendbeauftragten wahrgenommen.
  • Elena Raab (SPD), die ebenso als Jugendbeauftragte tätig war, habe sich aus ihrer beruflichen Orientierung heraus fachlich eingemischt, wenn es um Kinderbetreuung ging und die Diskussion bereichert.

 

  • Martina Schamberger (CSU) seien herkunftsbedingt die Landwirtschaft und vor allem die östlichen Ortsteile am Herzen gelegen.
  • Martin Scherer (CSU) habe als Landwirt und auch als Sprecher der Bauernschaft in Mering die Belange der Landwirtschaft in den Vordergrund gerückt. „Sie sind mir als guter Vertragspartner bei der Energieversorgung des Schulzentrums in Erinnerung geblieben.“
  • Stefan Spengler (CSU), der sich auch als 2. Vorsitzender von Mering aktuell engagiere, habe für die Geschäftswelt als Mittler und Kontaktperson in den Gemeinderat fungiert.
  • Pia Strecker (Grüne) habe als Pendlerin Stress auf sich genommen, um im Rat dabei zu sein, und das mit Bravour gemeistert.
  • Für Petra von Thienen (Grüne) sei die Umwelt das dominante Thema gewesen. Da habe sie „gut gestritten, viele Wortbeiträge gebracht und für anhaltende Diskussionen im Gemeinderat gesorgt“.
  • Andreas Widmann (SPD) sei der einzig wirklich aktive Sportler des Gemeinderats und im Vorstand vom TV Mering tätig. Da sei es nur natürlich gewesen, ihn zum Sportbeauftragten zu ernennen. Kandler bedankte sich bei ihm, weil er Diskussionen zwischen den Vereinen geglättet habe.

Im Anschluss bedankte sich Kandler bei den weiteren Räten Wolfgang Bachmeier (SPD), Götz Brinkmann (SPD), Georg Guggumos (CSU), Johann Müller-Zurlinden (CSU), Barbara Häberle (Grüne), Erich Lutz (CSU), Florian Mayer (CSU) und Irmgard Singer-Prochazka (SPD).

Lesen Sie dazu auch den Bericht Kandler tritt in Mering ab und den Kommentar Mering: Kandler war ein Bürgermeister mit Ecken und Kanten.

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