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Plagiatsaffäre

04.03.2011

CSU steht hinter Guttenberg

Christsoziale Politiker aus der Region äußern ihr Bedauern über den Rücktritt des Verteidigungsministers

Aichach-Friedberg CSU-Politiker aus dem Landkreis bedauerten den gestrigen Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs.

Peter Tomaschko, der CSU-Kreisvorsitzende, findet den Rücktritt des Verteidigungsministers „äußerst bedauerlich“. Die politische Arbeit Guttenbergs habe ihm sehr imponiert. „Er ist authentisch und hat Durchsetzungsvermögen gezeigt“, lobt Tomaschko. Der Rücktritt entspreche Guttenbergs Art, gerade Wege zu gehen. „Er will damit auch die Bundeswehr aus dem Kreuzfeuer um seine Person herausnehmen“, so der Kreisvorsitzende.

„Ich hoffe auf ein baldiges politisches Comeback von ihm“, sagt Tomaschko. Der CSU-Kreisverband werde Guttenberg den Rücken stärken: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter ihm.“ Einen Image-Schaden für die Partei durch den Rücktritt befürchtet Tomaschko nicht. Die Geradlinigkeit des Verteidigungsministers könne sogar zu einer Aufwertung beitragen.

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„Es war die falsche Entscheidung“, sagt der Landtagsabgeordnete Reinhard Pachner über Guttenbergs Rücktritt, „die Aberkennung des Doktortitels hätte genügt.“ Die Presse habe auf den im Volk beliebten Politiker ein regelrechtes „Haberfeldtreiben“ veranstaltet, so Pachner. „Es wurde ausschließlich nur Negatives über ihn veröffentlicht“, kommentiert der Landtagsabgeordnete die Berichterstattung. „Man soll den Menschen nicht beschädigen“, fordert Pachner. „Guttenberg hat einen Fehler gemacht, jeder kriegt danach normalerweise eine zweite Chance“, fügt er an. „Da er politisch gute Arbeit geleistet hat, versuchte man ihn im privaten Bereich anzugreifen“, sagt Pachner zu der Plagiatsaffäre. Der Landtagsabgeordnete geht jedoch davon aus, dass Guttenberg auf die politische Bühne zurückkehren wird: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er lebenslang in der Versenkung verschwindet.“

„Für Guttenberg war der Rücktritt der richtige Schritt“, sagt Thomas Kleist, der CSU-Fraktionsvorsitzende im Friedberger Stadtrat. Der Druck auf ihn sei vermutlich zu groß geworden. „Er hat seine Arbeit sehr gut gemacht, was vielen Gegnern sicherlich nicht recht war“, sagt Kleist. Für die CSU sei der Rücktritt Guttenbergs ein Verlust, dennoch passe die Entscheidung zu dessen konsequenter Persönlichkeit. Die Nachlässigkeiten bei seiner Doktorarbeit hätten nicht passieren dürfen. „Die Politik ist ein Minenfeld, da darf man sich solche Dinge nicht leisten“, sagt Kleist. „Es ist um jeden jungen und beliebten Politiker schade, der über so etwas stolpert“, fügt der Fraktionsvorsitzende an.

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