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Verkehr

22.03.2018

Chance für ein Parkdeck am Friedberger Bahnhof

Die Parkplätze am Friedberger Bahnhof sind an Werktagen bereits ab morgens belegt.
Bild: Ute Krogull

In dem Bereich fehlen 70 Stellplätze. Bislang scheiterte ein Bau an der Bahn, doch diese scheint ihre Meinung zu ändern.

Wer nach 8 Uhr morgens am Friedberger Bahnhof parken möchte, muss mehrere Runden drehen. Mit Glück findet er eine Lücke – und viele, die Pech haben, stellen ihr Auto dann im Fahrbereich oder auf den Grünstreifen ab. Auch die Anwohner bis östlich der Münchner Straße sind geplagt vom Parkdruck. Die Zahlen sprechen für sich. Als der Park-and-Ride-Platz 2004/2005 gebaut wurde, ging der AVV von einem Bedarf von 120 Stellplätzen aus. Diese errichte die Stadt auf Bahn-Gelände. Außerdem baute sie daneben rund 40 weitere Abstellmöglichkeiten auf ihrem eigenen Grund. Die reichten jedoch bald nicht mehr aus, zumal nach der Bebauung auf dem früheren Blank-Anwesen, wo jetzt AOK und Wohnhäuser stehen. 2011 baute die Stadt daher noch den kleinen Parkplatz östlich des Bahnhofsgebäudes.

167 Stellplätze gibt es jetzt insgesamt. Laut einer Berechnung des AVV wären aber 236 nötig. Denn die Pendlerzahlen steigen. Waren es 2009 rund 37000, kletterte die Zahl bis 2016 auf 59000 Personen.

Seit Langem möchte die Stadt Friedberg daher ein Parkdeck auf dem großen Parkplatz errichten. Das scheiterte jedoch beim ersten Vorstoß 2011 an der Grundstückseigentümerin Deutsche Bahn. Jetzt versuchte man es noch einmal, und zwar im Zusammenhang mit den geplanten Fahrradständern im Osten des Bahnhofs. Das Ergebnis überraschte die Verantwortlichen: Die Bahn hat ihre Meinung offenbar geändert, wie Baureferent Carlo Haupt im Bauausschuss des Stadtrates berichtete. Die Haltung sei mittlerweile „sehr aufgeschlossen“ und die Bahn wäre offenbar bereit, die nötige Fläche an die Stadt verkaufen.

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Hoffnung gibt es in diesem Zusammenhang sogar für einen barrierefreien Ausbau der Bahnsteige, höhenfreie Zugänge durch Über- oder Unterführung – und den lange ersehnten Steg nach Friedberg Süd. Auslöser hierfür ist der Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Dieser beinhaltet nämlich ein „Bahnhofs-Programm“. Laut Haupt hat der zuständige Mitarbeiter der Bahn eine „Gemeinschaftsprojekt“ für den Fuß- und Radwegsteg zwischen Bahnhof und Stefananger in den Raum gestellt, das die Bahn sogar mitfinanzieren würde. Voraussetzung: Der Steg müsste mithilfe von Aufzügen den Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichen.

Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung angesichts der neuen Sachlage, eine Machbarkeitsstudie inklusive Kostenschätzung in Auftrag zu geben. Allein diese Untersuchung wird voraussichtlich 30000 Euro kosten. Sie gilt aber als notwendig, weil die Form des Grundstücks und die Kombination mit dem Busbahnhof schwierig sind. Nach dem Schock im Baugebiet an der Afrastraße sollen außerdem die Bodenverhältnisse eingeschätzt werden.

Allen Stadträten ist klar, dass das Projekt langwierig und teuer wird. Fördermittel, das hat Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) schon mit der Regierung von Schwaben abgeklärt, wird es für das Projekt wohl nicht geben.

Während die Grünen nur einer Kombination von Parkdeck und Steg zustimmen wollen, würde die SPD auch die Parkplätze allein nehmen. Allerdings erinnerte Fraktionsvorsitzender Roland Fuchs an das alte Wettbewerbsergebnis für einen Steg an dieser Stelle, das noch in den Schubladen der Verwaltung schlummern müsste. Jakob Eichele (FW) prognostizierte angesichts wachsender Pendlerzahlen, dass auch ein Ausbau des Busbahnhofs nötig werden werde. Und regte schon einmal an, Parkgebühren in Erwägung zu ziehen...

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