Newsticker
Corona-Zahlen: 10.810 Neuinfektionen und 294 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Corona-Ausbruch im Krankenhaus: Das sagt Bürgermeister Eichmann zur Lage

Friedberg

27.01.2021

Corona-Ausbruch im Krankenhaus: Das sagt Bürgermeister Eichmann zur Lage

Am Krankenhaus Friedberg gibt es Corona-Fälle unter Mitarbeitern und Patienten. 
Foto: Ute Krogull

Plus Bürgermeister Roland Eichmann ging mit seiner eigenen Corona-Infektion sehr offen um. Wie ist seine Sicht auf den Corona-Ausbruch im Friedberger Krankenhaus?

Seit einer Woche überschlagen sich die Nachrichten zu den Corona-Fällen im Friedberger Krankenhaus. Viele davon liegen Monate zurück, wurden aber nicht öffentlich gemacht. Jetzt stehen zwei Stationen unter Quarantäne. Bürger kritisieren die Informationspolitik der Kliniken an der Paar und des Landkreises als Träger. Ein Arzt aus dem Landkreis erklärt: "Die Menschen haben das Vertrauen in das Krankenhaus verloren." Was sagt der Friedberger Bürgermeister zu der Situation?

Das Krankenhaus ist eine wichtige Institution für die Friedberger

Das Krankenhaus, das bis 1998 städtisch war, bevor der Landkreis es übernahm, ist eine wichtige Institution für die Friedberger. Das war zum Beispiel spürbar, als es um das drohende Aus der Geburtenstation ging. Eichmann sagt zur aktuellen Lage: "Die Situation ist besorgniserregend, die Gedanken sind natürlich vor allem bei den Infizierten und Erkrankten sowie den Angehörigen der beiden Verstorbenen, denen ich mein Mitgefühl ausdrücken möchte."

Der 48-Jährige war selbst kurz vor Weihnachten an Corona erkrankt und sehr offen mit der Infektion umgegangen. Er hatte schon beim Anfangsverdacht Kontaktpersonen informiert und das Thema nach dem positiven Testergebnis über Facebook öffentlich gemacht, sprach auch mit unserer Redaktion ausführlich darüber.

Eichmann, der für die SPD auch (stellvertretendes) Mitglied im Werkausschuss der Kliniken an der Paar ist, sagt in Bezug auf das Krankenhaus Friedberg, es sei "richtig, dass die Verantwortlichen sich zukünftig einer umfangreichen Informationspolitik verpflichtet haben – nach innen und außen". Mit einem Mehr an Transparenz werde "hoffentlich auch wieder Ruhe einkehren, soweit das aktuell möglich ist, damit ,unser' Krankenhaus sich wieder auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann."

Corona am Krankenhaus Friedberg: Vertrauen in Ärzte und Pflegekräfte

Angesichts der Vielzahl von täglichen Infektionen sei es nicht verwunderlich, dass ein Krankenhaus nicht verschont bleibt. Wie bei Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen sei die Öffentlichkeit hier aber sehr sensibilisiert und reagiere entsprechend. Der Bürgermeister betont jedoch, er sei sicher, dass bisher aus medizinischer Sicht alles Nötige und Mögliche getan wurde, um die Sicherheit der Patienten und der Belegschaft zu gewährleisten. "Die Klinikleitung, die Ärzteschaft und die Pflegekräfte haben hier mein ganzes Vertrauen."

Seine Gedanken seien auch bei den erkrankten Patienten und Mitarbeitern und denen, die sich Sorgen machen. "Als bereits an Corona Erkrankter kann ich deren Situation ein Stück weit persönlich nachvollziehen, was einem bei dieser Nachricht so alles durch den Kopf geht."

Kliniken an der Paar: Am Donnerstag Pressekonferenz zu Covid-19

Die Verantwortlichen bei Kliniken an der Paar und Gesundheitsamt sahen sich am Mittwoch nicht in der Lage, Fragen unserer Redaktion zum Thema Corona am Krankenhaus Friedberg zu beantworten. Sie verwiesen auf ein Pressegespräch am Donnerstag. Im täglichen Corona-Update wurde vermeldet, das bis 16 Uhr keine weitere positive Testergebnisse von Mitarbeitern eingegangen seien. Die Reihentestung des Personals im Krankenhaus Friedberg werde am Donnerstag und am Freitag dieser Woche durch die Firma Vitolus durchgeführt.

Erst nach Recherchen von Medien, darunter unsere Redaktion, war in der vergangenen Woche bekannt geworden, dass es im Verlauf von November bis Mitte Januar rund 40 positive Testergebnisse unter Mitarbeitern des Krankenhauses gegeben hatte. Hinzu kamen rund vier Dutzend positiv getestete Patienten. Wobei unklar ist, wie viele der Infektionen ins Krankenhaus "mitgebracht" wurden und ob oder wie viele möglicherweise dort stattfanden. Mittlerweile sind die Taskforce Infektiologie des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und die LGL-Spezialeinheit Krankenhaushygiene eingeschaltet. Ergebnisse sind wohl erst in einigen Wochen zu erwarten. (mit nsi)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren