Newsticker

Bund und Länder einigen sich auf Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Corona-Krise: So geht es im Meringer Gewerbepark weiter

Mering

23.05.2020

Corona-Krise: So geht es im Meringer Gewerbepark weiter

Südlich der Bahnlinie, angrenzend an den Haltepunkt St. Afra, entsteht der Gewerbepark Mering West. Die Corona-Krise hat für Rückschläge beim Verkauf der Grundstücke gesorgt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Nachdem einigen Rückziehern wollen nun doch einige die Grundstücke am Meringer Bahnhaltepunkt St. Afra kaufen. Der Markt selbst könnte bald schon Flächen brauchen.

Verknüpft mit großen Hoffnungen fand im vergangenen September der Spatenstich für den Gewerbepark Mering West statt. Eine attraktive Mischung von Handwerk und Produktion sollte sich auf dem knapp 10 Hektar großen Gelände ansiedeln und im Laufe der kommenden Jahre die Gewerbesteuereinnahmen der Kommune verbessern. Doch nun bremst die Corona-Krise die Wirtschaft aus und eine ganze Reihe von Interessenten, die kurz vor dem Grundstückskauf in Mering standen, haben noch einmal zurück gezogen. Ein Blick auf die Situation.

Diese Entwicklung war Thema bei den jüngsten Haushaltsberatungen, bei denen noch etliche weitere finanzielle Sorgen zur Sprache kamen. Doch zumindest in Bezug auf den Gewerbepark gibt es Hoffnung. Wie Bürgermeister Florian Mayer auf Anfrage unserer Redaktion erläuterte, erfolgten in der Zwischenzeit Telefonate mit allen durch Corona zögerlich gewordenen Kaufinteressenten – mit positivem Ergebnis. „So wie es aussieht, stehen demnächst vier weitere Beurkundungen an“, sagt der Bürgermeister. Wenn das geschehen ist, sind neun der insgesamt 21 Parzellen vergeben. Nach Abzug der Erschließungsflächen stehen dem Gewerbe rund 76.000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Areal zur Verfügung.

Die 21 Parzellen im Meringer Marktgemeinderat wollen klug vergeben sein. Denn so schnell wird in Mering kein weiteres Gewerbegebiet entstehen.
Bild: Gönül Frey

Mering kann bis Jahresende Hälfte der Kredite für den Gewerbepark tilgen

Die Kommune hatte zur Vorfinanzierung der Grundstücke ein Darlehen in Höhe von rund 4 Millionen Euro aufgenommen. Mit den Verkaufserlösen kann dann etwa die Hälfte des Kredits getilgt werden. „Wir sind hier aber nicht so stark unter Druck, weil zur Zeit die Zinsen sehr günstig sind“, erklärt Mayer. Deswegen plädiert er nach wie vor dafür, beim Gewerbepark die Bewerber sorgfältig auszuwählen.

Als erster Unternehmer hat sich, wie berichtet, Wilhelm Peter beim Bahnhaltepunkt niedergelassen. Der Zuschlag für das Grundstück war die Voraussetzung dafür, dass er mit seiner kunststoffverarbeitenden Firma Polytech von der Geßweinstraße umziehen konnte.

Dort war es immer wieder zu Konflikten mit den Anwohnern im benachbarten Wohngebiet gekommen. Als weitere Sparten sind – wenn die nun anstehenden Verkäufe tatsächlich über die Bühne gehen – Haustechnik, IT, eine Zimmerei, Raumausstattung sowie ein Versandunternehmer im Gewerbepark vertreten.

Markt Mering hält Grundstücke für Eigenbedarf zurück

Zwei Grundstücke hält der Markt Mering außerdem für den eigenen Bedarf zurück. Eines könnte möglicherweise schon bald als Standort für eine Übergangslösung in der Kinderbetreuung benötigt werden – denn zum September fehlen im Kindergarten- und Krippenbereich wieder massiv Plätze.

Auf dem anderen Grundstück könnte eine Interimslösung fürs Meringer Rathaus unterkommen. Angesichts der Haushaltslage wurde der Neubau zwar noch einmal verschoben. Irgendwann steht hier jedoch in jedem Fall eine Baustelle an, denn das jetzige Gebäude ist zu klein, sanierungsbedürftig und genügt nicht dem Anspruch der Barrierefreiheit.

Bürgermeister Florian Mayer plädiert in diesem Zusammenhang dafür, die Verzögerungen durch Corona auch für neue Überlegungen zum Gewerbepark zu nutzen. Beispielsweise, ob man nicht die irgendwann benötigte Interimslösung fürs Rathaus mit einer späteren Büronutzung kombiniert. „Eine Art Gründerzentrum, irgendetwas Innovatives – könnte hier für Mering interessant sein“, sagt er. Über solche Ideen müsse jedoch der in der konstituierenden Gemeinderatssitzung neu besetzte Projektausschuss beraten, der die Grundstücke im Gewerbepark vergibt.

Gewerbepark West: Weitere Gespräche sind geplant

Unterstützt wird Mering hierbei von dem Projektentwickler Robert Rüger. Dessen Büro habe die vergangenen Wochen wegen Corona auch nur eingeschränkt gearbeitet. Laut Mayer soll aber im Mai noch einmal ein Gespräch darüber stattfinden, welche Möglichkeiten es in der aktuellen Situation gibt, um den Gewerbepark noch besser zu vermarkten und zu bewerben.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.


Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren