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Aichach-Friedberg

01.07.2020

Corona: So läuft im Raum Friedberg der Schulabschluss

Die Prüfungen an den Mittel- und Realschulen werden in diesem Jahr außergewöhnlich sein. Schülern soll dennoch kein Nachteil entstehen.
Bild: Christoph Schmidt, dpa (Symbolbild)

Plus Im Moment finden Prüfungen an den Mittel- und Realschulen im Landkreis Aichach-Friedberg statt. Wie die Schulleiter mit den Beschränkungen umgehen.

Die Anspannung wächst während der Prüfungszeit. Jedes Jahr aufs Neue schreiben etliche Schüler auch im Landkreis Aichach-Friedberg ihre Abschlussarbeiten. In diesem Jahr sind die Umstände wegen der Corona-Krise aber völlig anders: Schichtunterricht und digitales Lernen von zu Hause aus waren in den vergangenen Wochen Schulalltag. Die Schüler, die Abschlussprüfungen schreiben, durften zwar in die Schule, aber wie gehen sie mit der Situation um?

„Die Vorbereitungszeit war natürlich völlig anders als in den letzten Jahren“, betont Martin Enzinger, Rektor der Mittelschule Stätzling-Derching. Er ergänzt: „Die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern war nicht vergleichbar. Aber ich sehe die Schüler trotzdem gut vorbereitet.“ Mit 13 Absolventen in diesem Jahr stellt die Schule vergleichsweise wenig Abschlussschüler. „Die geringe Zahl der Schüler macht den Ablauf der Prüfungen, auch während der Pandemie, nicht zu kompliziert“, ergänzt Enzinger.

Mehr als hundert Absolventen an der Realschule Mering

An der Realschule Mering sind es mit 102 Absolventen deutlich mehr. Aber auch das sollte die Schule nicht vor größere Probleme stellen. „Die Schüler schreiben die Prüfungen in der Dreifachturnhalle, dort ist genug Platz, um ausreichend Abstand zu halten. Auch für Durchlüftung und Waschräume ist gesorgt“, berichtet Realschuldirektor Andreas Pimpl. Dazu stellt er klar: „Die Schüler sind gut vorbereitet, sie sind seit Ende April wieder in der Schule und konzentrieren sich seither auf die Prüfungsfächer.“ Zudem erkennt er in den Hürden auch etwas Positives: „Das pädagogische Leitthema der 10. Klassen ist Selbstständigkeit. Die aktuelle Situation hat sicher dazu beigetragen, dass die Schüler in diesem Punkt viel gelernt haben.“

 

Diese Ansicht unterstützt auch die Rektorin der Mittelschule Kissing, Christine Teuber: „Einige Schüler mussten lernen, wieder mit sich selbst und ihrer Familie zurechtzukommen.“ Darüber hinaus sieht auch sie ihre 85 kommenden Absolventen gut vorbereitet für die Abschlussprüfungen: „Die Schüler, die dieses Jahr ihren Abschluss machen, konnten in einem sehr ruhigen und konzentrierten Umfeld arbeiten.“ In Kissing werden sie auf Klassenzimmer verteilt, höchstens zehn pro Raum sind laut Schulleitung geplant: „Wir haben ein Hygienekonzept erarbeitet, beispielsweise werden die Platznummern entsorgt statt wiederverwendet. Auch die Tische sind in einem noch größeren Abstand.“

Abschlussfeiern müssen im Landkreis Aichach-Friedberg wegen Corona ausfallen

Sigrid Kehlbach, Rektorin der Realschule Affing in Bergen ist in den letzten Tagen durch alle Klassenzimmer gelaufen und hat ihren Schülern alles Gute gewünscht, gefragt, wie es ihnen bezogen auf die anstehenden Prüfungen geht, Fragen beantwortet und den Ablauf erklärt. Sie hofft, den Schülern damit ihre „Ängste zu nehmen“. Sie vermutet auch, dass die Vorbereitung sogar intensiver war: „Die Absolventen waren einige Wochen alleine im Schulhaus und es wurden nur die Hauptfächer behandelt“, sagt die Rektorin.

 

Abschlussfeiern müssen derweil ausfallen. Letzte Chance, einen würdevollen Abschied zu organisieren, sind die Zeugnisvergaben. Wie diese genau aussehen werden, ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Kehlbach hat auch dafür eine Idee. Sie möchte eine Klasse nach der anderen mit den Eltern im Pausenhof verabschieden. Damit möchte sie zumindest einen würdevollen Rahmen schaffen.

Ähnlich sieht der Plan auch in Kissing aus. Nach den aktuellen Vorschriften der Behörden wird klassenweise mit Eltern geplant. „Wir wollen das Zeugnis nicht per Post verschicken, dafür sind uns die Schüler zu viel wert“, erklärt Schulleiterin Teuber.

Einen außergewöhnlichen Einfall hat Direktor Pimpl in der Realschule Mering. Er möchte einen Drive-in organisieren: „Die Abschlussschüler mit ihren Eltern in ihren Autos, das könnte eine schöne Sache sein, falls wir die Erlaubnis bekommen.“

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