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Das Friedberger Schloss bereichert – das kostet

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Kommentar Von Ute Krogull
05.10.2019

Wie hat sich das Schloss im ersten Jahr nach der Wiedereröffnung gemacht? Und wie teuer wird es die Stadt kommen?

Die Turmfalken konnten sich noch nicht richtig für das „neue“ Friedberger Schloss begeistern. Dieses Jahr hat dort, trotz vorsorglicher Maßnahmen während der Sanierung, kein Paar genistet. Allerdings benutzen es die Jakobsfalken als Zweitwohnsitz – das lässt hoffen! In der Tat, heimelig ist das Schloss nicht mehr, wie es Regine Nägele vom Heimatverein ausdrückt.

Das würde auch nicht dem Stil der heutigen und noch weniger der kommenden Zeit entsprechen. Nach einem Jahr lässt sich jedoch sagen, dass das Schloss eine Bereicherung für Friedberg und die Region ist.

Das Museum im Wittelsbacher Schloss in Friedberg.
Bild: Tom Trilges

Sei es durch die Architektur, zurückhalten und elegant, sei es durch das Museum, das in seiner Machart deutschlandweit mithalten kann, sei es durch die Veranstaltungen – wohlgemerkt auch des Öfteren bei freiem Eintritt.

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Kosten für das Schloss in Friedberg stiegen von 20 auf 24 Millionen

Das kostet die Stadt einiges. Sonderwünsche und Preissteigerungen, gerade auch beim Museum, verteuerten die Sanierung von geplanten 20 Millionen auf momentan geschätzt fast 24 Millionen Euro, wovon mehrere Millionen der Freistaat beisteuert. Nicht zu unterschätzen ist das jährliche Defizit. Schon jetzt ist klar, dass die Personalplanung zu knapp war.

Die Stadt muss außerdem bei vielen Veranstaltungen Geld zubuttern, hinzu kommen laufende Kosten. Bei 750.000 Euro im Jahr wird sich das Defizit kaum halten lassen. Zum Vergleich: Das Stadtbad, das die Stadtwerke betreiben, bringt es auf ein Minus von über einer Million Euro im Jahr.

Wie steht es um das Friedberger "Bürgerschloss"?

Das könnte in finanziell schwierigen Zeiten noch Thema werden – jetzt ist vor allem die Frage, wie sich das das Profil des Schlosses entwickeln wird. Viele schätzen das bunte Programm, allerdings droht dadurch Beliebigkeit. Das Schlossteam wird sicher nach der Testphase des Pilotjahres überlegen, wie es Akzente setzt. Und dann der Gedanke des „Bürgerschlosses“: Friedberger Kulturschaffende haben nur eine Chance auf die „Bühne“ Schloss, wenn die Stadt als Mitveranstalter auftritt – ein dieses Jahr erprobter Weg. Geld bringt er allerdings nicht ein. Bleibt das Problem der kleinen Formate, die viele hier gerne gesehen hätten.

Von diesem Wunsch müssen wir uns wohl verabschieden. Das Raumproblem – übrigens im Rahmen des Kulturentwickungskonzepts dringlich angemahnt – hat das Schloss nicht lösen können. Hier wird man nochmals Kreativität und Geld investieren müssen.

Lesen Sie auch: Hohe Mieten erschweren den Zugang zum Schloss
und:
Ein Jahr nach der Neueröffnung: Wie kommt das Schloss an?

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