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Podiumsdiskussion

27.10.2015

Das Handwerk hat mehr Wertschätzung verdient

Wie Politik und Wirtschaft der betrieblichen Lehre wieder zu größerem Ansehen verhelfen wollen. Der Schlüssel ist die Ausbildung mit dem Ziel, dass „ausreichend bestens qualifizierte Fachkräfte“zur Verfügung stehen

Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium anstatt für eine Lehre. Damit wird es für Betriebe zunehmend laut einer Pressemitteilung schwieriger, geeignete Kandidaten als Auszubildende zu finden. Um diesem Trend entgegenzuwirken und die großen Chancen, die sich durch eine berufliche Ausbildung ergeben, zu verdeutlichen, lud Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko zu einer Informationsveranstaltung nach Dasing ein.

Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, verwies in seinem Impulsreferat darauf, dass „die Wirtschaft nur stark und erfolgreich sein kann, wenn ausreichend bestens qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen“. Deshalb müsse man den Jugendlichen und deren Eltern bewusst machen, dass die duale Ausbildung mit all ihren Möglichkeiten ein perfektes Sprungbrett für die berufliche Karriere bietet.

Auch Tomaschko betonte die enorme Bedeutung der beruflichen Bildung als Basis für den starken Mittelstand und für die gute Wirtschaftslage in Bayern und Deutschland. Der Abgeordnete forderte, künftig die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung noch stärker hervorzuheben. „Ein erster wichtiger Schritt war sicherlich, im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) den Meisterabschluss gleichrangig mit dem Bachelor einzuordnen. Aber es müssen noch weitere Maßnahmen folgen, wenn wir langfristig eine Trendwende schaffen wollen“, so Tomaschko.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion verdeutlichte Claudia Faßnacht, Leiterin der Mittelschule Friedberg, wie sich die Berufsorientierung an der Mittelschule in den letzten Jahren zu einer tragenden Säule entwickelt hat. Auch der Schulleiter der Beruflichen Schulen Wittelsbacher Land, Gerhard Kestner, konnte von vielen Initiativen seiner Schule berichten, um Eltern und Jugendliche über die vielfältigen Möglichkeiten einer Ausbildung zu informieren. So sind die Berufsschullehrer nicht nur an Mittel- und Realschulen und bei Jobbörsen präsent, sondern sie besuchen bereits Grundschulen, um aktiv für ihr Angebot zu werben. Joachim Stegmeir, Geschäftsführer der Anton Miller Bau GmbH, forderte eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung für handwerkliche Arbeit, damit wieder mehr junge Leute diesen Karriereweg wählen. Hierzu verwies Peter Tomaschko auf die bayernweite Imagekampagne „Elternstolz“, die im November starten wird. Die Kampagne richtet sich vor allem an Eltern und soll die hervorragenden Chancen der beruflichen Aus- und Weiterbildung betonen. „Die ganze Welt beneidet uns um unsere duale Ausbildung. Schulen, Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam daran arbeiten, dass jeder Beruf und jeder Bildungsweg die verdiente Anerkennung erhält“, so der Landtagsabgeordnete.

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