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Bauausschuss

02.11.2017

Das Thema Parken wird vertagt

Obwohl es eigentlich nicht erlaubt ist, dienen die Grünflächen am Friedberger Bahnhof jeden Morgen als Parkplatz
Bild: Michael Seefelder (Archiv)

Bürgermeister Roland Eichmann will 50000 Euro für eine Analyse der Situation. Dazu kommen weitere Kosten für Parkautomaten und Personal. Das ist den Stadträten jedoch zu viel.

Ein Parkdeck am Friedberger Bahnhof, eine große Tiefgarage unterm Marienplatz oder mehr Verbotsschilder und Kontrollen? Mit welchen Mitteln die Stadt das leidige Stellplatzproblem in den Griff bekommen könnte, darüber wird schon seit vielen Jahren diskutiert. Auch in seiner jüngsten Sitzung fand der Bauausschuss trotz einer langwierigen Debatte keine geeignete Lösung, um Dauerparker zu vertreiben.

Schon bei einem CSU-Stammtisch vor acht Jahren hatte man sich eine Verbesserung der Situation durch ein Parkdeck am Bahnhof versprochen. Und 2010 waren eine Machbarkeitsstudie für 20000 Euro sowie Verhandlungen mit der Bahn im Gespräch (wir berichteten). Durch den Bau des Finanz- und Gesundheitszentrums mit seinen zahlreichen Kunden und Patienten ist die Lage nicht einfacher geworden; dazu kommen die Besucher des Krankenhauses und der Stadthalle sowie viele Arbeitnehmer und Pendler, die zum Beispiel beim Bahnhof gar keinen Parkplatz mehr finden.

„Deshalb werden in vielen Straßen Einfahrten zugeparkt, Müllwagen und Rettungsfahrzeuge haben Probleme beim Durchkommen“, schilderte Bürgermeister Roland Eichmann die aktuelle Situation; die Beschwerden von Anwohnern hätten deutlich zugenommen. Deshalb schlug die Verwaltung eine „quartiersbezogene ganzheitliche Analyse durch ein Fachbüro mit den notwendigen personellen und technischen Ressourcen“ vor. Dafür stünden im Haushalt für nächstes Jahr 50000 Euro bereit, zu denen voraussichtlich aber noch weitere Kosten kämen, etwa für Parkscheinautomaten oder zusätzliches Personal bei der Verkehrsüberwachung.

Soviel Geld wollten die Ausschussmitglieder aber nicht in die Hand nehmen, zumal „belastbare Fakten“ fehlten, wie Roland Fuchs (SPD) sagte. Auch Thomas Kleist ( CSU) und Wolfgang Rockelmann (Parteifrei) sahen keine Notwendigkeit, gleich 50000 Euro auszugeben. Claudia Eser-Schuberth (Grüne) war der Ansicht, das Problem lasse sich überhaupt nicht lösen, „weil wir durch irgendwelche Maßnahmen die Autos nur einige Straßen weiterschieben“. Die Misere wäre dann an anderer Stelle dieselbe.

Eichmann gab zu bedenken, dass das Aufstellen von Verbotsschildern gegen Dauerparker nur dann etwas bringe, wenn es auch ausreichend Kontrollen gebe. Rockelmann schlug vor, in Teilbereichen von Friedberg-Süd und anderen Straßen die Parkzeit auf drei Stunden zu begrenzen.

Die Anwohner sehen die Lage in Friedberg-Süd nicht so kritisch. Günter Pflichtenhöfer wohnt Am Bierweg. Ihm ist noch nie ein Parkproblem aufgefallen. „Für Besucher ist es manchmal schwierig, einen Parkplatz zu finden, aber es hält sich im Rahmen.“ Vom Vorschlag, die Parkzeit zu begrenzen, hält er nichts: „Das ist unsinnig, so schlimm ist die Situation nicht.“

Ähnlich ist es am Friedberger Krankenhaus, dort sei die Fluktuation relativ groß, die Autos stehen meistens nicht lange, sagt Anwohnerin Elisabeth Weigel.

Anders sieht es am Bahnhof aus: „Die Situation ist schlimm“, findet Helene Solymosi. Sie radelt jeden Tag zum Bahnhof, weil sie mit dem Auto keinen Stellplatz bekommt. Das findet sie schade: „Wenn ich einen Parkplatz finden würde, würde ich sicher öfter mit dem Auto fahren.“ Sie bezweifelt, dass die Maßnahmen etwas bewirken würden.

„Auswärtige haben natürlich ein Problem, Parkplätze in der Stadt zu finden,“ sagt Elfriede Maurer. „Das ist aber in der ganzen Stadt so, nicht nur am Bahnhof.“

Trotz ihrer ausführlichen Debatte konnten sich die Ausschussmitglieder aber zu keinem Beschluss durchringen und vertagten schließlich das Thema. (Mit Moritz Weiberg)

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