Newsticker
Pfizer kann nicht so viel Impfstoff liefern wie zugesagt
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Das Warten hat ein Ende: Der neue Römerspielplatz in Mering ist eröffnet

Mering

22.08.2020

Das Warten hat ein Ende: Der neue Römerspielplatz in Mering ist eröffnet

In Mering ist der neue Römerspielplatz beim Trachtenheim eingeweiht worden.
Bild: Philipp Schröders

Plus Das neue Freizeitgelände rund um das Trachtenheim in Mering ist fertig und eröffnet. Warum die Verwirklichung mehr als eine halbe Millionen Euro gekostet hat.

In den Asterix-und-Obelix-Comics kommen die Römer oft nicht gut weg. Aber viele Kinder träumen davon, als Legionär eine Festung zu besetzen. Solche Römerspiele sind ab sofort vor dem Trachtenheim an der Hermann-Löns-Straße in Mering möglich. Der neue Spielplatz ist nun offiziell eingeweiht worden. Die Anlage war insgesamt ein kostspieliges Bauprojekt.

Über eine halbe Millionen Euro hat die Verwirklichung des Projekts gekostet. Das ist unter anderem im Gemeinderat kritisiert worden. Aber Bürgermeister Florian Mayer betont stets, dass die Gestaltung des Areals mehreren Vereinen diene: Unter anderem den Trachtlern, den Veteranen, den Tennisspielern und den Kleingärtnern. Zudem sei rund um das Trachtenheim ein kleines „Freizeitareal“ entstanden.

In Mering ist der neue Römerspielplatz beim Trachtenheim eingeweiht worden. Bürgermeister Florian Mayer (Mitte) schneidet das Band durch.
Bild: Philipp Schröders

Zunächst dankte Mayer bei der Eröffnung seinem Vorgänger Hans-Dieter Kandler. „Er ist der Vater dieses Spielplatzes.“ Dem ehemaligen Bürgermeister sei es immer wichtig gewesen, nicht nur etwas für die Vereine zu tun, sondern auch vernünftige Spielplätze in Mering zu gestalten.

Der Römerspielplatz in Mering ist auch für das Wohngebiet Oberfeld gedacht

Zudem warf Mayer einen Blick zurück auf die Entstehung des Projekts. Vor ein paar Jahren ist auf Grundstück an der Schwägerlstraße, wo zuvor ein Spielplatz war, eine geförderte Wohnanlage gebaut worden. Des Weiteren entstand das Wohngebiet am Oberfeld, und der Trachtenverein Almarausch wollte ein neues Vereinsheim errichten.

Kandler habe dann erfolgreich Grundstücksverhandlungen geführt und der Markt das Gelände an der Hermann-Löns-Straße gekauft. „Damit konnte das neue Trachtenheim entstehen mit viel Eigenleistung unseres Trachtenvereins, denn die Gemeinde hätte das niemals so günstig erstellen können“, sagte Mayer. Zum anderen wurde der neue Spielplatz gebaut, der Ersatz sein soll für die Schwägerlstraße und auch für das Oberfeld.

Dort sei nicht genug Platz gewesen, um brauchbare Spielflächen einzurichten. Also schloss die Gemeinde mit der Firma Dumberger einen Vertrag. Der sah vor, dass sie bei der Einrichtung des Baugebiets keinen Spielplatz herrichten müsse, aber dafür den beim neuen Trachtenheim mit 60.000 Euro unterstütze.

Die Baukosten für den Römerspielplatz in Mering sind eingehalten worden

2019 legte das Friedberger Planungsbüro Stadt Land Fritz einen Entwurf vor. „Es gab dann noch ein paar Abstimmungsgespräche mit den Vereinen wegen der Zuwege und den Parkplätzen“, sagte Mayer. Bald stimmte der Gemeinderat aber zu. Im März erfolgte der Spatenstich, im Juli wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Damit die Pflanzen anwachsen konnten, hatte die Gemeinde mit der Eröffnung noch gewartet. Doch nun dürfen die Kinder an der Hermann-Löns-Straße toben und spielen.

Die geplanten Baukosten von 580.000 Euro seien eingehalten worden. „Mir ist es ganz wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Spielplatz keine halbe Millionen gekostet hat, sondern wir haben das gesamte Areal gestaltet. Dazu gehört die Erschließung des Trachtenheims, der landwirtschaftlichen Flächen im Hintergrund, des Tennisheims, dazu gehören die Bodenarbeiten, Wege, technischen Anlagen, Beleuchtung etc.“, sagte Mayer. Letztlich habe der Spielplatz inklusive Bolzplatz in etwa 130.000 Euro gekostet. „Davon können wir den Zuschuss der Firma Dumberger noch abziehen. Also der reine Spielplatz und die dazugehörigen Bereiche fallen im Zuge der Gesamtkosten nicht so ins Gewicht“, sagte der Bürgermeister.

Planungsbüro lobt Gemeinde Mering für Römerspieplatz

Stephan Fritz vom Planungsbüro lobte die Gemeinde dafür, dass sie ein großes Gelände zur Verfügung gestellt habe. Beim Spielen gehe es darum, mit anderen Regeln aufzustellen, nach denen dann eine gewisse Zeit gehandelt werde. „Eigentlich so wie im gesellschaftlichen und politischen Leben auch. Von dem her ist es sehr weise von der Gemeinde, so einen großen Spielplatz zur Verfügung zu stellen. Da dies im Prinzip das Übungsfeld für die spätere Gesellschaft sein könnte“, sagte Fritz. Die Verwirklichung des Projekts sei aber kein „leichtes Spiel“ gewesen. Die Bedürfnisse des Gemeinderats und der ganzen Vereine mussten berücksichtigt werden.

Der neue Römerspielplatz beim Trachtenheim in Mering ist eröffnet. Bürgermeister Florian Mayer im Interview.
Video: Philipp Schröders

Die Idee für das Thema Römerspielplatz sei vom ehemaligen Bürgermeister und der Gemeinde gekommen. Fritz erinnerte daran, dass in der Nähe des Grundstücks vermutlich die alte Römerstraße verlaufe. „Bei uns im Büro hat sich das so etabliert, dass wir gesagt haben, wir bauen den Zubringer zur Römerstraße.“ Südlich des Trachtenheims gibt es nun ein Karussell mit der Figur eines Legionärs, eine Schaukel, die an einem Rammbock erinnert, und ein großes Römerfort auf einem Wall. Dahinter ist zudem eine Arena mit Rutsche und Schildern zum Verstecken eingerichtet worden. Das Gelände hinter dem Trachtenheim soll Raum für Jugendliche bieten. Es gibt einen Bolzplatz, aber auch Bereiche, um ungestört Zeit zu verbringen. Dass auch diese Altersgruppe bei der Konzeption berücksichtigt wurde, sei den Planern besonders wichtig gewesen.

Lesen Sie auch diese Artikel:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren