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Merching

02.11.2019

Das erlebte ein Merchinger Künstler auf Gran Canaria

Fast plastisch wirken die neuesten Werke von Markus Wülbern.
3 Bilder
Fast plastisch wirken die neuesten Werke von Markus Wülbern.
Foto: Christina Riedmann-Pooch

Der Merchinger ARTMUC-Preisträger Markus Wülbern konnte auf Gran Canaria an der Artist Residency seine Werke schaffen

Im Mai 2019 gewann der Merchinger Künstler Markus Wülbern den ARTMUC-Award und damit einen dreiwöchigen Aufenthalt im „Artist Residency Studio 37“ in Las Palmas, Gran Canaria (wir berichteten). Künstler Rafa Morenotapia, der dort zwei Studios besitzt (Studio 37 und Residencia Artistica 32), nahm den jungen Merchinger auf, brachte ihn in Kontakt mit anderen Künstlern und organisierte für ihn den ersten eigenen Workshop. Anhand seiner Collagen, die auch teilweise am ARTMUC ausgestellt waren, erklärte Markus Wülbern den Teilnehmern seine Vorgehensweise und erarbeitete mit jedem einzelnen seine individuelle Collage.

Auf Gran Canaria entstand gemeinsam mit zwei Künstlern eine Collage.
Foto: Markus Wülbern

An der Insel genoss Markus Wülbern in erster Linie das sehr angenehme Klima. Motive flossen allerdings nicht von dort ein – der Künstler drückt seine Emotionen und Gedanken in meist abstrakten Collagen aus. Kunstwerke, die übrigens keine Namen tragen, entstanden aber einige auf Gran Canaria, genauer gesagt eine ganze Ausstellung. Unter dem Titel „Schöne neue Schöpfung“ zeigt Markus Wülbern auf analogen Collagen ein buntes Sammelsurium seltsam zusammengesetzter Lebewesen und fremdartiger Fauna. Er selbst schreibt dazu: „Bewaffnet mit Kleber und Schere erschließt sich Bild für Bild ein unwirkliches Universum voll von außerirdischen Landschaften und grotesken Gestalten.“

Merchinger Künstler konnte sich in fremder Umgebung weiterentwickeln

Fast mehr noch als die Ausstellung freut ihn aber, dass er sich für sich selbst weiterentwickeln konnte. Man lerne sowieso ständig, erklärt Markus Wülbern. Seinem persönlichen Ziel, im entscheidenden Moment aufhören können – genau dann, wenn das Bild perfekt ist – ist er durch den Einfluss von Rafa Morenotapia nähergekommen: Ausgerechnet auch dadurch, viel wilder zu arbeiten, viel weniger zu Denken oder etwas Erzwingen zu wollen, während ein Bild entsteht. Denn dass er seine eigene Sorgfalt nicht wie gewohnt durchhalten konnte, wurde ihm besonders bewusst, als er mit zwei anderen Künstlern, Toni Lemus und Laura Valverde, zusammen eine Collage erstellte.

Eine weitere Herausforderung war das für ihn, der sonst eher kleinformatig arbeitet, völlig ungewohnte Format mit zwei mal zwei Metern: „Jeder hatte seinen ganz eigenen Stil – da wurde auch mal ein Teil von seinem eigenen Schaffen überklebt. Ich hatte auch keine Lust dauernd ,Nein‘ zu sagen, dadurch wären die anderen eingeschränkt worden.“ Er selbst konnte nicht mehr so akribisch wie gewohnt arbeiten. Sonst überlege er stundenlang, wie die einzelnen Collageteilchen ineinanderpassen. Wenn ein so großes Bild entsteht, funktioniert diese Technik nicht. Zuerst war er dadurch etwas irritiert und reagierte, wie er selbst sagt, fast trotzig: „Ich hab einfach aus dem Bauch heraus, ohne groß zu reflektieren, mitgearbeitet.“ Für sich entwickelte er so eine neue Technik beim Kleben und auch eine völlig andere innere Einstellung, die ihm gleichzeitig ermöglicht, seinen eigenen Stil erkennbar mitzuführen, wenn er mit anderen arbeitet: „Ich versuche, den Prozess ernst zu nehmen – aber nicht die einzelnen Schritte. Ein Künstler muss das Bild im entscheidenden Moment loslassen können: Genau dann, wenn es fertig ist.

Markus Wülberns Werke sind in Augsburg zu sehen

Markus Wülbern präsentiert seine Werke in der Galerie Krüggling, Singerstraße 7, in Augsburg. Vernissage ist am Donnerstag, 7. November, von 18 bis 22 Uhr, Finissage am Samstag, 23. November, von 16 bis 22 Uhr. Der nächste Collage-Workshop mit Markus Wülbern findet am Samstag, 9. November, ab 15 Uhr in den Ausstellungsräumen der Vernissage statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 14 begrenzt. Verbindliche Reservierungen unter 0176/70363640 oder markus@wuelbern.de.

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