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Ortsgestaltung Ried

09.12.2014

Das größte Potenzial sind die engagierten Bürger

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2 Bilder
Eifrig am Überlegen waren die Rieder, wie sie sich ihre Kommune in Zukunft wünschen.
Bild: Heike John

Rund 150 Rieder beteiligten sich mit Ideen und Vorschlägen an der Auftaktveranstaltung der Zukunftswerkstatt

Die Einladung an die Rieder Bürger lautete, aktiv an der Planung der zukünftigen Ortsmitte mitzuwirken und ihre Ideen einzubringen. „Gemeinsam möchten wir die beste Lösung für die Gemeinde finden“, hatte Bürgermeister Erwin Gerstlacher an die Bürger geschrieben. Von der großen Resonanz zeigte er sich überwältigt. Rund 150 interessierte Rieder kamen im Saal des Gasthofs Steinbock zusammen und warteten gespannt darauf, was das Team vom Büro Oberpriller zu sagen hatte.

Das Stadtplanungsbüro aus Hörmannsdorf bei Landshut bekam den Zuschlag zur Gestaltung der Rieder Ortsmitte. Das vor 20 Jahren gegründete Büro kann jede Menge Erfahrung im Bereich der Revitalisierung von Dorfzentren und der Moderation von Bürgerwerkstätten zur Gestaltung der Ortsmitte vorweisen. Aber eine so große und rege Beteiligung hatten sie noch nie erlebt, wie Jakob Oberpriller und seine Mitarbeiterin Rebecca Zieglmaier erstaunt erklärten. Die Nahversorgung zu verbessern sei keine losgelöste Aufgabe; es gelte eine ganze Bandbreite an Aufgaben in Verbindung mit diesem Projekt zu berücksichtigen, betonte Matthias Amann. Er kam im Auftrag der Regierung von Schwaben, denn die Entwicklung eines Zukunftskonzepts zur Gestaltung der Ortsmitte wird nicht nur in Ried mit Interesse verfolgt. Rund 28000 Euro Planungszuschüsse hat Innen- und Bauminister Joachim Hermann dem Ort mittlerweile vom Freistaat Bayern zugesichert. Schließlich handle es sich hier um die Erarbeitung modellhafter städtebaulicher Planung.

Auf richtiges Arbeiten waren viele im Publikum nicht gefasst. Einige Besucher suchten schnell das Weite, als Jakob Oberpriller seine Vorgehensweise erklärte. Zur Einführung gab es einige Daten und Bilder, dann wurden die Bürger selbst zur Aktion gebeten. Mit dem Ziehen von Spielkarten mischten sich die Gruppen und dann hieß es Weißbier und Schorle beiseite stellen und gemeinsam in der Runde auf farbigen Kärtchen Rieds Potenziale, die Defizite des Orts und auch Visionen rund um die Dorfgemeinschaft niederzuschreiben.

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Nach anfänglichem Zögern entwickelte sich ein sehr konstruktives Arbeiten in. Da wurde diskutiert und gemeinsam Ideen entwickelt, die im Anschluss am Flipchart präsentiert wurden. Dabei kam Altbekanntes, aber auch viele neue Ideen und Überlegungen zutage. Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse wurden von den jeweiligen Gruppen auch sachkundig präsentiert. Vielfach wurde die Sorge geäußert, dass sich die Gemeinde mit der Gestaltung der Ortsmitte finanziell übernehmen könnte. Was wird, wenn Edeka in ein, zwei Jahren sagt, wir schaffen es nicht mehr, wir gehen raus? Auch das Verkehrsproblem wurde immer wieder angesprochen. „Wir wollen den Verkehr weg haben und holen ihn durch die Ansiedlung eines Supermarkts wieder in die Ortsmitte hinein.“ Fast jeder Ort habe seine Märkte am Ortsrand, warum wolle ausgerechnet Ried ein Unternehmen mitten ins Ortszentrum holen? Viele konstruktive Ideen rund um ein attraktives Zentrum wurden gesammelt. Dazu zählten auch Überlegungen, der reichlich vorhandenen Natur mehr Raum zu geben, Bäche zu renaturieren oder den Teich als Freizeitgelände zu nutzen.

Alle Vorschläge werden vom Büro Oberpriller ausgewertet und in einem nächsten Schritt in die Planungen integriert. „Wir haben bei der Nennung der Potentiale eines vergessen: Rieds größtes Potential sind seine engagierte Bürger, das hat man heute Abend gesehen!“, lobte Jakob Oberpriller. Die nächste Zukunftswerkstatt nach Auswertung der Rieder Vorschläge und wird voraussichtlich im Februar nächsten Jahres stattfinden.

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