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Kultur in Friedberg

13.07.2018

Das ist ein Friedberger Heimatschatz

Seit Freitag ein offizieller Schatz: Joseph Spiegel, Kutschenuhr, Friedberg um 1750, Museum im Wittelsbacher Schloss.

Wie einer Kutschenuhr des Museums Friedberg besondere Ehre zuteil wurde.

Eine Kutschenuhr des Museums im Wittelsbacher Schloss wurde beim Wettbewerb „100 Heimatschätze“ des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Heimat sowie des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgewählt. Prämiert wurden Stücke, die die „reiche Geschichte und das kulturelle Erbe“ Bayern repräsentieren, wie es in einer Mitteilung hieß. Und so hatte sich der Feistaat auf Schatzsuche in nichtstaatlichen Museen begeben.

Kein Wunder, dass man in Friedberg fündig wurde. Die hiesigen Uhren trugen schließlich maßgeblich zum europäischen Renommee des frühneuzeitlichen Bayern als Standort für hochwertige Gewerbe- und Technologieproduktion bei, wie die Stadt stolz vermeldet. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert war Friedberg ein bedeutendes Zentrum der Uhrmacherei in Bayern. Friedberger Zeitmesser wurden im gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, bis nach Polen und in das Osmanische Reich vertrieben.

Eine Spezialität der Friedberger waren wertvolle Kutschenuhren, wie die des Joseph Spiegel (1706 bis 1760). Dabei handelt es sich um prachtvolle Reiseuhren, die in ihrer Form wie stark vergrößerte Taschenuhren anmuten. Kutschenuhren erfüllten verschiedene Funktionen: sie besaßen Zeitanzeige, Weckfunktion und Kalender; sie mussten robust gebaut sein und dienten gleichzeitig als Prestigeobjekt.

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Friedberger Uhren sind in ganz Europa vertreten

Noch heute sind Friedberger Uhren in fast allen großen europäischen Museumssammlungen vertreten; das Museum im Wittelsbacher Schloss besitzt eine umfangreiche, über 130 Jahre gewachsene Sammlung, dazu wertvolle Originalporträts und -dokumente der Uhrmacher. Die Friedberger selbst halten alle drei Jahre mit ihrem Altstadtfest „Friedberger Zeit“ die Erinnerung an die einst bedeutenden Uhrmacher wach.

Museumsleiterin Dr. Alice Arnold-Becker nahm in Begleitung des Friedberger Ehrenbürgers Reinhard Pachner die Auszeichnung am Freitag bei einem Festakt in der Residenz München entgegen. Keine Rolle spielt in diesem Zusammenhang, dass die Uhr zurzeit selig im Depot schlummert. Das Friedberger Museum ist derzeit bekanntlich nicht geöffnet. Es wird neu konzipiert im Frühjahr 2019 im sanierten Wittelsbacher Schloss seine Tore wieder öffnen. 

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