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Inklusion in Mering

25.11.2017

Das macht den Meringern das Leben schwer

Erst kürzlich wurde diese Bank im Badangerpark neu installiert, doch im Ort werden noch weitere Sitzgelegenheiten gewünscht
Bild: Heike John

Am Runden Tisch sammelt der Behindertenbeauftrage Georg Schneider jährlich die Anliegen für ein barrierefreies Mering. Hier sind Stolperstellen in der Marktgemeinde.

Eine gute Vernetzung ist das A und O, wenn man etwas bewirken möchte. Dies zeigte sich beim jüngsten Treffen am „Runden Tisch Inklusion“, zu dem der Meringer Behindertenbeauftragte Georg Schneider jährlich in der Marktgemeinde einlädt. In der gut 20-köpfigen Runde berichteten die beiden Bürgernetzvorsitzenden Franz Sedlmeir und Josef Gerner von den Überlegungen des Bürgernetzes, einen Kleinbus anzuschaffen oder zu leasen, mit dem künftig auch Rollstuhlfahrer transportiert werden können.

Da das Ehrenamtlichennetzwerk laut Fahrdienstkoordinator Alfons Magg diesen jedoch nur bei Bedarf benutzen würde, schlug Klaus Mayinger als Geschäftsführer der Meringer Sozialstation vor, mit der Caritas Betriebsträger GmbH Augsburg (CBA) gemeinsame Sache zu machen. Wenn die Modalitäten der Anschaffung und gemeinsamen Nutzung eines solchen Rollstuhl-Flurtransporters geklärt sind, dann würde er über das Fritz-Felsenstein-Haus gerne eine Bedienungsschulung des Fahrzeugs vermitteln, so brachte sich schlussendlich noch Markus Niederleitner als Leiter der Wohngruppen des Fritz-Felsenstein-Hauses in die effektive Gesprächsrunde mit ein.

Viele Anliegen wurden im Rahmen des Treffens an Georg Schneider herangetragen. Da können schlecht gepflasterte oder gekieste Wege sowie fehlende Querungshilfen oder nicht abgesenkte Bordsteine den Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrern das Leben schwer machen. Oder manch einer stellt sich die Frage, warum es in Mering keinen Bankautomaten in barrierefreier Variante gibt. Oft sei es Einstellungs- oder Haltungssache der Verantwortlichen, ob sie umsichtig agieren oder nicht, erklärte Josef Koppold aus seiner langjährigen Erfahrung als Behindertenbeauftragter des Landkreises. Der Hauptschwerpunkt seiner Arbeit sei die Umsetzung der Forderungen des Bundesteilhabegesetzes. „Die Erwartungen sind groß, aber es wird 2021 werden, bis alle Stufen umgesetzt sind“. Vielfach habe man nach wie vor mit Barrieren in den Köpfen zu kämpfen.

Wuchernden Hecken für Sehbehinderte gefährlich

Manchmal kann eine Nachlässigkeit aber im wahrsten Sinne des Wortes auch ins Auge gehen. So beklagte sich die Mutter einer geh- und sehbehinderten Tochter über zu breite Hecken und überhängende Zweige, die die Gehsteige blockieren. „Wir können oft kaum nebeneinander gehen, obwohl ich meine Tochter führen muss, und dann passiert es auch, dass ihr Zweige ins Gesicht stechen, weil sie sie ja nicht sehen kann.“ Mit ihrem Anliegen sprach sie der Gemeinde aus der Seele, die immer wieder die Grundstücksbesitzer ermahnt und unlängst im Gemeinderat beschloss, dass mangelhafter Heckenschnitt künftig auch mit Sanktionen der betroffenen Anlieger verbunden sein wird. Im Namen vieler älterer Bürger brachte die Seniorenbeauftragte Marlene Koeniger dann ihr Anliegen nach mehr Ruhebänken in Mering vor. „Ich werde oft darauf angesprochen und bin selbst die ganze Marktgemeinde abgegangen. Es gibt Wege, wie etwa vom Zentrum zu den beiden Gewerbegebieten hinaus, wo sich keine einzige Möglichkeit bietet, sich einmal kurz hinzusetzen und auszuruhen“, stellte sie fest. Georg Schneider schlug vor, gemeinsam Standorte zu bestimmen, wo Bänke sinnvoll wären und auch aufgestellt werden könnten. „Dann können wir in einem nächsten Schritt überlegen, ob es die Möglichkeit von Spenden gibt.“ Beispielsweise könnten Unternehmen statt Weihnachtsgaben eine Ruhebank für Meringer Bürger stiften. Erst vor rund zwei Jahren wurden auf Anregung des Behindertenbeauftragten und der Seniorenvertreterin zwei Bänke an den Wegen zu den Friedhöfen aufgestellt.

Josef Koppold und Georg Schneider berichteten auch von einer Überprüfung der barrierefreien Zugänge zu öffentlichen Räumen durch den Ausschuss der Behindertenhilfe im Landkreis. In Mering wurden zunächst Restaurants und Cafés geprüft. Das Ergebnis hat Richard Sedlmeir von der Gemeindeverwaltung in der Homepage der Marktgemeinde mit Emblemen gekennzeichnet (siehe Infokasten).

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