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Aichach-Friedberg

08.01.2020

Dasing verdoppelt die Gebühren: So weit gehen die Wasserkosten auseinander

In Schmiechen zahlt eine vierköpfige Familie fast 600 Euro Wassergebühren im Jahr – in Eurasburg und Steindorf weniger als ein Drittel davon. Einen satten Aufschlag gab es zuletzt in Dasing.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Dasing verdoppelt die Wassergebühren wegen langjähriger Verluste. Familien zahlen nun hunderte Euro mehr. Die Unterschiede im Altlandkreis sind enorm.

Gut 250 Euro teurer ist das Leben einer vierköpfigen Dasinger Familie künftig im Jahr – das hat der Gemeinderat vor wenigen Wochen mit deutlicher mehrheit beschlossen. Statt 1,17 Euro kostet jeder verbrauchte Liter nun 2,55 Euro, was mehr als einer Verdopplung entspricht. Im Jahr bedeutet das bei einem durchschnittlichen Verbrauch eine Rechnung von etwa 490 Euro. Damit ist Dasing beim Wasser hinter Schmiechen die zweitteuerste Gemeinde im Altlandkreis. Wie begründet die Kommune die drastische Erhöhung des Preises? Und wie stehen die anderen Orte da? Es wird deutlich: Die Gebühren unterscheiden sich enorm.

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Dasinger zahlen bis 2023 höhere Wassergebühren

Die getroffene Regelung in Dasing gilt zunächst bis ins Jahr 2023. Der Anlass laut Gemeinde: ein Minus bei der Wasserversorgung von 380.000 Euro innerhalb der vergangenen vier Jahre. Da Kommunen in diesem Bereich kostendeckend wirtschaften müssen, sei eine Anpassung nötig gewesen, hieß es in der betreffenden Sitzung im Dezember. Mit der Entscheidung gingen auch eine Erhöhung der Abwassergebühr auf 2,24 Euro pro Liter (diese betrug vorher 1,96 Euro) sowie die Einführung einer Regenwassergebühr von 24 Cent pro Quadratmeter einher. Eine solche hatte Dasing zuvor überhaupt nicht erhoben.

Bürgermeister Erich Nagl erklärt auf Anfrage der Friedberger Allgemeinen: „Wir beziehen unser Wasser von der Adelburggruppe, sind dort aber nicht Mitglied. Daher ist der Verbrauchspreis bei uns höher als anderswo. Wir kaufen das Wasser ein.“ Lediglich die Ortsteile Laimering, Taiting, Rieden und Wessiszell sind in dem Zweckverband, nicht aber Dasings Zentrum. Konkret heißt das: Die Kommune ist für ihr Wasserleitungsnetz selbst verantwortlich.

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In Eurasburg kostet eine Familie das Wasser deutlich weniger

Da angesichts der steigenden Preise auch Kritik im Gemeinderat laut wurde, erwägt die Kommune laut Bürgermeister Erich Nagl aber, sich der Adelburggruppe anzuschließen. Der Zweckverband ist ansonsten unter anderem für die Wasserversorgung in den Gemeinden Eurasburg und Steindorf sowie mehreren Ortsteilen Friedbergs zuständig – dort zahlen vierköpfige Familien jährlich rund 300 Euro geringere Gebühren als in Dasing.

„Wir sind noch dabei, unser Leitungsnetz aufzunehmen und an einigen Stellen zu reparieren. Auch die Installation elektrischer Wasserzähler gehört dazu“, sagt Bürgermeister Nagl. Dies sei nötig, bevor man die Infrastruktur in die Hände der Adelburggruppe legen könne. Nagl hält es für realistisch, den Wechsel zum Zweckverband im Jahr 2024, nach Ablauf der jüngst beschlossenen Regelung, zu vollziehen. Dann wäre die Adelburg-Gruppe vollständig für die Dasinger Wasserversorgung verantwortlich und nicht mehr die Gemeinde.

Der Bürgermeister relativiert allerdings auch die Zahlen, nach denen die Wasserversorgung in Dasing derzeit für alle Bürger massiv teurer sei als in den Kommunen, in denen die Adelburggruppe bereits aktiv ist: „Es fällt nämlich auf, dass die Anschlussgebühren bei der Adelburggruppe deutlich höher sind. Dadurch rechnet sich das Ganze bei Einbau eines neuen Anschlusses erst nach vielen Jahren.“ Diese Argumentation betrifft jedoch nicht die Haushalte, die bereits einen Wasseranschluss besitzen – sie zahlen tatsächlich kräftig drauf. Derzeit prüfe man in Dasing, ob die Anschlussgebühr dort nicht angehoben werden müsse und dementsprechend die Verbrauchsgebühr niedriger ausfallen könne.

Schmiechen hat das teuerste Wasser

Spitzenreiter bei den Wassergebühren ist Dasing allerdings nicht: In Schmiechen kostet das Wasser für vier Personen im Jahr noch einmal über 100 Euro mehr. Bemerkenswert sind die gravierenden Unterschiede: Mehr als das Dreifache müssen Menschen in Schmiechen ausgeben als in Steindorf oder Eurasburg. Die Kommunen, die auf einen Zweckverband – in diesem Fall die Adelburggruppe – setzen, erzielen deutlich niedrigere Tarife.

Die erhobenen Daten nach Gemeinden beziehen sich jeweils auf den Kernort. Einzelne Ortsteile beziehen ihr Wasser wie erwähnt von anderen Versorgern und dementsprechend zu anderen Preisen. Die Kosten setzen sich bis auf Schmiechen in allen Kommunen aus einer Grundgebühr je nach Größe des Wasserzählers und einer Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Wasser zusammen. Schmiechen erhebt keine Grundgebühr. Vorausgesetzt wurde ein für Einfamilienhäuser üblicher Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss von 2,5 Kubikmetern pro Stunde.

Wasserkosten: Sanierungen waren Grund für Preisanstieg in Schmiechen

Die Grundgebühr für den Wasserzähler macht mit 0 bis 35 Euro überall nur einen kleinen Teil an der Gesamtsumme aus. Die Verbrauchsgebühr reicht von 0,90 Euro pro Kubikmeter in Steindorf und Eurasburg bis hin zu 3,26 Euro in Schmiechen. Dort beschloss der Gemeinderat Ende 2017 eine massive Preiserhöhung – zuvor kostete ein Kubikmeter Wasser lediglich 1,16 Euro, dann folgte beinahe eine Verdreifachung der Summe. Offizieller Grund für den Anstieg war damals die Sanierung des maroden Rohrnetzes, die man auf den Wasserpreis aufschlug. Die Mehrbelastung seither beträgt fast 100 Euro pro Person und Jahr.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Tom Trilges: Solche Preisunterschiede beim Wasser dürfen nicht sein

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