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Dasing

13.11.2019

Dasing will nicht nur ein neues Rathaus, sondern eine neue Ortsmitte

Das jetzige Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Dasing ist künftig wohl auch von der anderen Seite erreichbar. Dahinter könnte das neue Rathaus entstehen.
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Das jetzige Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Dasing ist künftig wohl auch von der anderen Seite erreichbar. Dahinter könnte das neue Rathaus entstehen.
Bild: Andreas Schwarzbauer (Archiv)

Plus In Dasing soll eine belebte Ortsmitte entstehen, die Kirchstraße wird wohl zum Teil für Autos gesperrt. Ist das geplante Rathaus zu modern für die Gemeinde?

Menschen, die auf Treppen vor dem Rathaus verweilen, Hochzeiten im Sitzungssaal und ein verkehrsberuhigter Bereich, der nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist: Dasing will sein Zentrum kräftig umbauen. Zumindest sehen das die ersten Entwürfe des beauftragten Architekturbüros vor. Geht dadurch zu viel Tradition verloren?

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Dasings Ortsmitte soll mit Rathaus belebt werden

„Sie sollen nicht nur ein neues Rathaus bekommen, sondern eine neue Mitte, auch für die Bürger.“ Mit diesen Worten leitete John Höpfner von der Firma Haack + Höpfner aus München seinen Vortrag im Dasinger Gemeinderat ein, in dem er den Lokalpolitikern den derzeitigen Stand der Planungen vorstellte. Ausführlich erläuterte er, was sich in den kommenden Jahren ändern könnte – und das ist eine ganze Menge.

Das alte Schulgebäude an der Kirchstraße kommt weg, künftig soll dort stattdessen der Sitzungssaal seinen Platz finden. Er läge dann vom Dasinger Maibaum aus gesehen in einer Blickschneise zwischen dem Bestandsgebäude, in dem die Räte bisher tagen, zur Linken und einem weiteren Neubau zur Rechten. Im Hintergrund wäre die Kirche St. Martin zu sehen. Die Kirchstraße könnte dann zwischen dem neuen Sitzungssaal und dem neuen Rathaus zur verkehrsberuhigten Zone werden, in der man sich aufhalten kann und lediglich Fußgänger und Radfahrer verkehren dürfen. Einwohnermeldeamt, Verwaltung und Bauamt dürften in das Erdgeschoss des großen Neubaus gegenüber des bestehenden Gebäudes der Verwaltungsgemeinschaft (VG) kommen, außerdem soll dort im Obergeschoss der Bürgermeister sitzen.

Dasing will nicht nur ein neues Rathaus, sondern eine neue Ortsmitte
Eine belebte Dorfmitte zwischen Maibaum und Sitzungssaal mit dem Rathaus zur rechten und dem bestehenden VG-Gebäude zur linken Seite stellt sich das Architekturbüro Haack + Höpfner aus München für Dasing vor.
Bild: Architekturbüro Haack + Höpfner

Hochzeiten im Sitzungssaal der Gemeinde Dasing?

Zwischen diesen Räumlichkeiten und dem neuen Sitzungssaal ist eine Brücke vorgesehen. Unterirdisch verbunden werden womöglich das bestehende VG-Gebäude und das neue Rathaus. Treppen würden vom alten Schulgebäude hinunter Richtung Maibaum führen. Zur anderen Seite schlägt das Architekturbüro eine Glasfront zur Kirche sowie einen Weg für Spaziergänger vor. „Dann wären Hochzeiten dort denkbar“, meinte Höpfner. Ebenfalls in diesem Gebäude angesiedelt ist nach derzeitigem Stand eine neue Tenne mit Außenterrasse. So weit zeigten sich die Dasinger Gemeinderäte weitgehend einverstanden.

Mehr Diskussionsbedarf besteht dagegen offenbar in der äußeren Anmutung der beiden geplanten Bauten. „Über Generationen sind Dasinger im Schulhaus ein- und ausgegangen und jetzt verschwindet dieses Erscheinungsbild ganz? Das fände ich sehr schade“, sagte Zweite Bürgermeisterin Anne Glas (Aktive Bürger). Auch eine geplante offene Front mit Lamellen am neuen Rathaus stieß auf Kritik mehrer Gemeinderäte. Der Tenor: zu futuristisch und nicht zur bestehenden Bebauung in Dasing passend.

„Wir sind offen für Ihre Anregungen, aber als futuristisch würde ich die Pläne nicht bezeichnen“, sagte Architekt Höpfner. „Hier soll ja auch keine Kopie des Alten entstehen. Vielmehr können Sie gerade etwas ganz Neues nach Ihren Vorstellungen gestalten. Die räumliche Offenheit symbolisiert ja auch Offenheit für die Bürger.“

Aufzüge statt Rampe für Behinderte am Dasinger Rathaus

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Barrierefreiheit. Rampen neben den Treppen zwischen Sitzungssaal und Maibaum sind wohl kaum umsetzbar, deswegen sollen Aufzüge in den Gebäuden einen behindertengerechten Zugang zu allen Bereichen ermöglichen. Offen blieb noch, ob es davon einen oder zwei geben wird.

Ebenfalls noch zu entscheiden ist die künftige Nutzung des derzeitigen Sitzungssaals – Ideen dazu waren unter anderem, den Platz Mutter-Kind-Gruppen zur Verfügung zu stellen, die Bücherei dort anzusiedeln oder ein Café zu eröffnen. Unter dem neuen Sitzungssaal bleibt wohl auch Raum, über dessen Verwendung noch zu entscheiden sein wird. Sicher ist dagegen, dass mehr Parkplätze als bislang zur Verfügung stehen – 41 statt 23, inklusive drei für Behinderte.

Rathaus in Dasing soll etwa 2,6 Millionen Euro kosten

Anne Glas merkte bereits an, die Gemeinde müsse bei dem Projekt aus ihrer Sicht eine Vorbildfunktion in Sachen Klimafreundlichkeit einnehmen. Architekt Höpfner sicherte zu, dies bei der Umsetzung zu bedenken. Es sei aber zu früh für konkrete Überlegungen.

Der Gemeinderat beschloss, das Büro Haack + Höpfner mit einer Überarbeitung zu beauftragen. Demnächst sollen zudem die Dasinger Vereine Gelegenheit erhalten, ihre Vorstellungen zur neuen Tenne einzubringen. Veranschlagt sind für das gesamte Bauvorhaben etwa 2,6 Millionen Euro. Die Entwurfsplanung soll Anfang 2020 abgeschlossen sein. Die reine Bauzeit dürfte um die zwei Jahre betragen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Das neue Dasinger Rathaus rückt ein Stück näher

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13.11.2019

Ganz hübsch der Entwurf, die Frage ist nur tut das wirklich Not. Als es um die Erweiterung des Feuerwehrhauses ging wurde gejammert wie hoch verschuldet die Gemeinde Dasing ist. Aber einen Neubau des "Rathauses" hat man dann 2,6 Millionen Euro?

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