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Gemeinderat

21.03.2013

Dasinger Gemeinderäte blockieren Solarstrom

Nach einem Patt bei der Abstimmung ist nicht mehr sicher, dass in der Gemeinde Photovoltaikanlagen entstehen

Dasing Der geplante Bau von Photovoltaikanlagen an der Flurgrenze zu Obergriesbach sorgte am Dienstag wieder für Zündstoff im Dasinger Gemeinderat. Mit einem Patt von 8:8 Stimmen lehnten die Räte die nötige Änderung des Flächennutzungsplans ab. „Damit könnte das Projekt sterben“, sagte Bürgermeister Erich Nagl. Er zeigte sich überrascht von dem Ergebnis, da sich für vorausgegangene Anträge trotz intensiver Diskussionen Mehrheiten gefunden hatten.

Die Aichacher Sonnenenergie AIC GmbH möchte die Anlage auf einer rund sieben Hektar großen Fläche bauen, die zum Großteil auf dem Gebiet von Obergriesbach liegt. Dort hatten sich in einem Bürgerentscheid am Wochenende 52 Prozent der Wahlberechtigten für den Bau ausgesprochen. Die Dasinger Gemeinderäte sind nicht an ein Ergebnis aus Obergriesbach gebunden. „Dennoch verwundert es mich, das sie das Votum der Bürger ignoriert haben“, sagte Nagl.

Gemeinderat Paul Linzenkircher von der CSU bewertete den Bürgerentscheid anders: „Bei einem Ergebnis von rund 50 Prozent herrscht offenbar geteilte Meinung.“ Ein Argument gegen den Bau ist für ihn die erhöhte Unfallgefahr auf der benachbarten Straße: „Wenn ein Auto von der Fahrbahn abkommt, könnte das schlimme Folgen haben.“

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Linzenkircher verwies auf einen älteren Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, in Dasing allgemein keine Photovoltaikanlagen zu bauen. Nagl widersprach: „Den Beschluss haben wir im September aufgehoben.“ Damals habe sich der Rat darauf geeinigt, im Einzelfall über solche Projekte zu entscheiden.

Auch Ortrud Lueg von den Aktiven Bürgern bezeichnete den Grundsatzbeschluss als veraltet. Die Gemeinderätin hofft darauf, dass das Thema noch einmal verhandelt wird. Schließlich hätten bei der Sitzung vier Leute gefehlt.

Auch Nagl möchte die Anlage nach der Abstimmung noch nicht aufgeben. Nun wendet er sich an das Landratsamt, um zu überprüfen, ob die Entscheidung rechtlich abgesichert ist. Sollte das nicht der Fall sein, will Nagl das Thema noch einmal in den Gemeinderat einbringen. Andernfalls wäre die Entscheidung wohl das endgültige Aus für die Photovoltaikanlagen – zumindest auf dem Dasinger Gebiet.

Die viermal so große Fläche in Obergriesbach ist von der Abstimmung nicht direkt betroffen. „Die Frage ist aber, ob sich eine kleinere Anlage für den Betreiber wirtschaftlich noch lohnt“, sagt Nagl. Leitungen für die Stromeinspeisung seien schließlich unabhängig von der Größe nötig.

Die Sonnenenergie AIC GmbH besteht aus dem Obergriesbacher Landwirt Hans Rast und einem Partner. Rast sagte gestern auf Anfrage: „Die Anlage auf Obergriesbacher Flur ist durch die Dasinger Entscheidung nicht in Gefahr.“ Mit der Dasinger Fläche wäre die Anlage aber kostengünstiger und sie würde sich schneller amortisieren.

Kinderbetreuung Nun gibt es drei Plätze mehr für die Kinderbetreuung. Die Gemeinderäte stimmten dem Antrag einer Tagesmutter zu, acht statt fünf Kinder zu betreuen.

Gebietsänderung Dasing wächst um einen Hektar. Durch den Ausbau der A8 war die Flurgrenze zwischen Dasing und Adelzhausen nicht mehr erkennbar. Um das zu korrigieren, ändert sich nun die Gebietszuteilung. Dasing gewinnt dadurch zwar leicht an Fläche, kann diese wegen der Autobahn aber wirtschaftlich nicht nutzen.

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