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Kissing

19.06.2020

Debatte um neues Logo: Hat der Kussmund in Kissing bald ausgedient?

Viele Jahre lang hat die Gemeinde Kissing mit einem Kussmund für sich geworben. Nun soll ein Neues entwickelt werden.
Bild: Manfred Wolf (Archiv)

Plus Im Hauptausschuss wird über ein neues Logo diskutiert. Die Grünen beschweren sich, dass bereits ein Entwurf vorliegt. Was dahinter steckt und wie es nun weitergeht.

Viele Jahre hat das Logo mit dem Kussmund die Kissinger auf Flyern und im Internet begleitet, doch nun wird es wohl ersetzt. Ex-Bürgermeister Manfred Wolf hatte es in Anlehnung an die englische Sprache – kissing bedeutet sich küssen – entworfen. Doch wie sich nun im Hauptausschuss herausstellte, war es wohl nie das offizielle Logo der Gemeinde. Vielmehr soll ein neues entwickelt werden.

Zu Beginn der Sitzung gab es allerdings erst einmal Streit um den Tagesordnungspunkt. Die Grünen stellten den Antrag, ihn abzusetzen. Fraktionsvorsitzende Katrin Müllegger-Steiger sagte in Richtung des Bürgermeisters: „Sie haben sich ja schon für ein neues Logo entschieden. Sonst wäre kein Grafiker beauftragt worden, ohne den Gemeinderat einzuschalten, ob er überhaupt ein neues Logo will.“

Grüne in Kissing stören sich daran, dass bereits Vorschläge vorliegen

Sie bezog sich darauf, dass in der Sitzungsvorlage bereits mehre Vorschläge als Grafik aufgeführt wurden. Die Grüne plädierte dafür, dass Thema eher in einem kleineren Rahmen, beispielsweise einem Arbeitskreis, zu behandeln. Bürgermeister Reinhard Gürtner warb darum, den Tagesordnungspunkt bestehen zu lassen. Das schließe nicht aus, später noch einen Arbeitskreis einzusetzen. Zudem wolle er auch etwas zur „Historie“ des Projekts sagen. Gegen die Stimmen der Grünen lehnte der Ausschuss dann den Antrag zur Absetzung ab.

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Nachdem der Punkt aufgerufen worden war, erklärte Gürtner, dass das Logo aus der Sitzungsvorlage bereits 2018 entworfen worden ist. Eigentlich sei es für eine Jubiläumsfeier in der Bücherei gedacht gewesen. „Die Fassade sollte saniert werden und mit dem Logo versehen werden. Die Feierlichkeiten sind dann aber aus verschiedenen Gründen ausgefallen. Daher ist daraus nichts geworden“, sagte Gürtner.

Anfang dieses Jahres habe sich die Büchereileiterin Petra Scola wieder an die Gemeinde gewandt und nach dem Logo gefragt. Wie der geschäftsleitende Beamte Hubert Geiger erklärte, sei die Idee entstanden, den ursprünglichen Entwurf weiterzuentwickeln. Er beinhaltet eine stilisierte Darstellung der Burgstallkapelle mit einem Buch in der Mitte. „Das Buch wäre aber auch austauschbar“, sagte Geiger. Beispielsweise durch Symbole für den Lech, die Paar oder die Platanen vorm Rathaus.

Bürgermeister Manfred Wolf mit einigen Merchandising-Produkten, die den von ihm entworfenen Kussmund tragen.
Bild: Manfred Wolf (Archiv)

Müllegger-Steiger sagte: „Wir hätten schon 2018 darüber informiert werden sollen.“ Es sei schwierig, im Gemeinderat über die endgültige Ausführung eines neuen Logos zu entscheiden. Schon in der internen Fraktionssitzung der Grünen habe sich gezeigt, dass die Geschmäcker verschieden seien. Zudem bestehe ja auch noch das traditionelle Gemeindewappen. „Was verwenden wir wo?“, frage Müllegger-Steiger. Sie sprach sich erneut dafür aus, erst in einer kleineren Runde über ein neues Logo zu sprechen.

Michael Eder, Fraktionsvorsitzender der CSU, plädierte dafür, dass die Gemeinde ein offizielles Logo bekommt. „Für mich ist der Ausschuss der richtige Rahmen. Das schließt ja nicht aus, dass der Gemeinderat das später beschließt.“

Kussmund: Es gab nie eine Beschluss des Kissinger Gemeinderates

Peter Wirtz von der Freien Wählergemeinschaft zeigte sich offen für ein neues Logo. Allerdings warf er ein: „Der Kussmund hat mir sehr gut gefallen.“ Ronald Kraus von der SPD war gegen eine kleine Gruppe. „Das sollte im Gemeinderat besprochen werden.“ Die SPD-Fraktionsvorsitzende Silvia Rinderhagen fragte, was die Kriterien für ein offizielles Logo seien? Geiger erklärte: „Der Gemeinderat muss sagen, das ist unser Logo.“ Seines Wissens nach habe es im Hinblick auf den Kussmund nie einen Beschluss gegeben. Das Logo ersetze auch nicht das Wappen. „Es soll vor allem auf Flyern, Plakaten und Briefköpfen verwendet werden“, sagte Geiger.

Andreas Santa von der SPD regte eine Bürgerbeteiligung zu diesem Thema an. „Die Bürger könnten Vorschläge einreichen“, schlug er vor. Bürgermeister Gürtner gab aber zu bedenken: „Das ist ein langwieriges Verfahren.“ Die Mehrheit im Gemeinderat entschied sich dann auch, einen Arbeitskreis einzurichten, der die Idee für ein neues Logo weiter entwickeln soll. Jede Partei im Gemeinderat darf einen Vertreter entsenden.

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