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13.10.2017

Dem Faschingsumzug droht das Aus

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Wird es den Friedberger Faschingsumzug in Zukunft noch geben? Darüber muss jetzt der Stadtrat entscheiden.
Bild: Fred Schöllhorn

Lärm und Abgase statt buntem Treiben. SPD-Politiker Fuchs bemängelt den „Niedergang“ des Friedberger Umzugs. Nun soll der Stadtrat entscheiden, wie es weitergeht.

Ist der Friedberger Faschingsumzug noch das, was er einmal war? Ist er es Wert, dass die Stadt ihn mit 40 000 Euro pro Jahr finanziert? Nein, meint die Friedberger SPD-Fraktion. Im Kulturausschuss stellte ihr Chef Roland Fuchs den Antrag, den Umzug sofort abzusagen, und zwar schon fürs kommende Jahr. Ganz so schnell wird es jetzt nicht gehen, doch Fuchs erhielt einige Unterstützung und der Stadtrat soll in seiner November-Sitzung über das Thema entscheiden.

8000 Besucher kamen dieses Jahr nach Angaben der Stadt noch zu dem Umzug, 38 Wagen und Fußgruppen waren dabei. So mancher Zuschauer bemängelte im Februar, dass den Gruppen die Originalität, das „Friedbergerische“ fehle. Die Stadt hatte außerdem die Veranstaltung im Lauf der Jahre immer stärker reglementieren müssen. So gab es zuerst ein Schnapsverbot, seit diesem Jahr eine Lautstärkebegrenzung, alles unter dem Motto „Familienfasching“.

Bürgermeister Roland Eichmann befürwortet den Umzug

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Daran hatte kein Stadtrat in der Sitzung etwas auszusetzen, doch sagte Roland Fuchs: „Der Friedberger Faschingsumzug ist kaum noch zu unterbieten.“ Auch Franz Reißner, SPD, meinte, die Zahl der Besucher sei sehr niedrig. Und SPD-Frau Beate Euler, selber 30 Jahre aktiv beim Umzug dabei, beklagte: „Es ist nicht mehr der Friedberger Zug, es gibt kein Motto mehr.“ Beliebig gestaltete Wagen mit Wummtata-Musik – das sei es nicht, was sie sehen möchte. Johannes Hatzold, FW, unterstütze die SPD: Viel Lärm, viele Abgase produziere die Veranstaltung, aber „nichts für Erwachsene und nichts für Kinder“.

Bürgermeister Roland Eichmann, der dieses Jahr als Monarch verkleidet auf dem ORCC-Wagen mitgefahren war, verteidigte den Umzug gegen die eigene Partei. Er sieht Nachfrage, gerade von Familien. Außerdem hält er es für schwierig, den Event wenige Monate zuvor abzusetzen; der ORCC habe sicher schon mit den Planungen begonnen. 2018 ist der Faschingsdienstag am 13. Februar.

Das Thema war nicht auf der Tagesordnung gestanden; Fuchs hatte es beim eigentlich harmlosen Punkt Rahmenplanung von Kulturveranstaltungen aufgebracht. Daher durfte der Ausschuss nicht abstimmen, sondern musste das Thema an ein anderes Gremium verweisen.

Umzug, Narrentreiben auf dem Marienplatz und Tiefgaragenparty am Faschingsdienstag schlugen im Jahr 2015 mit insgesamt über 88000 Euro zu Buche. Wobei an den letzteren beiden Veranstaltungen im Kulturausschuss keiner rühren wollte.

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