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Soziales in Friedberg

28.02.2015

Dem Jugendtreff gehen die Besucher aus

Bonjour Tristesse: So sieht der sogenannte Tanzraum im Keller des Friedberger Jugendzentrums aus. Links an der Decke das Fitnessgerät.
Bild: Foto: Goßner

Beim Ortstermin werden die Gründe dafür schnell klar. Die Politik will dem Schwund zweigleisig entgegenwirken

Friedberg 47 Mädchen und Burschen bildeten bei der letzten Erhebung noch das Stammpublikum im Friedberger Jugendtreff. Doch diese Zahl vom Sommer vergangenen Jahres werde inzwischen auch nicht mehr erreicht, sagt Jugendpfleger Matthias Hauskrecht: „In zwei bis drei Jahren, wenn die letzten hier rausgewachsen sind, haben wir keine Besucher mehr.“

Woran das liegt, davon konnten sich die Mitglieder des Sozialsausschusses des Friedberger Stadtrats selbst ein Bild machen: Die ehemalige Hausmeisterwohnung neben der Mittelschule an der Aichacher Straße ist in einem desolaten Zustand. Sofa und Sessel, ein Tischkicker und ein kleiner Innenhof im Erdgeschoss, eine Tischtennisplatte und ein Tanzraum mit ein paar Spiegelfliesen im Keller – das sind die Attraktionen der Einrichtung. „Wenn getanzt wird, dauert es einige Minuten, bis sich das Kondensat der Atemluft niederschlägt. Zum Tischtennisspielen ist es dann sogar im Raum nebenan zu rutschig“, verdeutlichte Hauskrecht den Stadträten beim Rundgang durch das rundum renovierungsbedürftige Haus.

Die Angebote seien vor 15 Jahren okay gewesen, sagte er über den 1999 eingerichteten Jugendtreff: „Inzwischen ist das aber total veraltet. Damit holen wir keinen von der Straße mehr hier rein.“ Sabrina Schreiber vom Jugendrat stimmte ihm zu: „Das Jugendzentrum hat mich nie angesprochen. Viele wissen gar nicht, dass das überhaupt noch offen ist“, sagte sie als Gast der Ausschusssitzung. Jugendpfleger Hauskrecht sieht als Lösung nur ein komplett neues Jugendzentrum an einem anderen Standort. Denn in der eng bebauten Innenstadt gibt es immer wieder Probleme mit der Nachbarschaft, wenn die Jugendlichen auf dem Hartplatz der Schule kicken oder Basketball spielen.

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Dass etwas geschehen muss, darüber waren sich im Prinzip auch die Mitglieder des Sozialausschusses einig. Bis 2018 gebe es wegen der Sanierung des Schlosses und der Verlagerung des Bauhofs aber keine Luft für einen Neubau, betonte Bürgermeister Roland Eichmann (SPD). Auch falle ihm auf Anhieb kein geeignetes Grundstück ein. Er plädierte für kurzfristige Verbesserungen am alten Standort, „damit wenigstens das Vorhandene nicht so ausschaut, wie es ausschaut“.

Geld dafür ist vorhanden, dank der 60000 Euro, die die „Aufwind“-Stiftung der Stadtsparkasse Augsburg zweckgebunden zur Verfügung gestellt hat. Sabine Achinger vom Gebäudemanagement der Stadt hat bereits geprüft, was damit möglich ist. Vorrang hat die Herstellung eines zweiten Rettungswegs aus dem Keller, außerdem soll zumindest das Erdgeschoss barrierefrei werden. Neue Türen, eine Modernisierung der Küche und der Toilette, ein neuer Anstrich innen und außen – rund 50000 Euro gehen dafür drauf. Kein Geld will die Architektin in den Ausbau des Dachgeschosses investieren, weil die Kosten nach ihrer Einschätzung in keinem Verhältnis zum gewonnenen Aufenthaltswert stehen.

Auch wenn also zumindest für die nächsten vier Jahre kein Neubau in Sicht ist, wollen die Stadträte die Zeit nutzen. Hubert Nießner (ÖDP) forderte, jetzt in die Diskussion einzusteigen. Langfristig müsse der Weg in eine neue Richtung gehen, sagte auch Johanna Hölzl (Grüne). Herta Widmann (CSU) erinnerte an die hohen Investitionen der vergangenen Jahre in Kindergärten und Schulen. Jetzt sei es die Pflicht des Stadtrats, diesen Weg weiterzugehen und über ein neues Jugendzentrum nachzudenken. Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Stadtverwaltung, den Fahrplan für eine neue Konzeption der Jugendarbeit in Friedberg zu erarbeiten und eine Projektgruppe zu installieren. Bei der nächsten Sitzung im Juni soll das weitere Vorgehen besprochen werden. 

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