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Filmprojekt in Derching

13.04.2015

Dem Tod von der Schippe springen

Eine besondere Ehrung bekamen alle Mitwirkenden am Kurzfilm „Der Tod muss warten“. Zahlreiche Personen stehen hinter dem hochwertigen Videoclip.
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Eine besondere Ehrung bekamen alle Mitwirkenden am Kurzfilm „Der Tod muss warten“. Zahlreiche Personen stehen hinter dem hochwertigen Videoclip.
Bild: Christian Gall

Wie Defibrillatoren Leben retten können zeigt ein neuer Filmclip, der in Derching vorgestellt wurde. Darsteller aus der Region verkörpern Opfer, Retter und Sensenmann.

Der Ball geht ins Netz, die Fußballmannschaft jubelt. Auch der Torschütze freut sich, bis er sich plötzlich mit schmerzverzerrtem Blick an die Brust greift. Plötzlich jubelt nur noch einer: Der Tod in Gestalt des Sensenmannes, der mit Popcorn auf dem Schoß in den Zuschauerrängen sitzt. Diese Szene stammt aus dem Kurzfilm „Der Tod muss warten“. Den Akteuren des Films, und damit auch dem „Sensenmann“ selbst, könnte man jederzeit über die Straße laufen, denn gedreht wurde der Videoclip von Menschen aus der Umgebung, an Schauplätzen im Friedberger und Augsburger Raum.

Hinter dem kurzen Film, der jetzt in Derching vorgestellt wurde, steht der Verein „Bürger retten Leben e.V.“, in Zusammenarbeit mit der Derchinger Firma medX5. Diese Firma vertreibt Notfalldefibrillatoren, welche den plötzlichen Herztod verhindern können. Denn der Sensenmann bleibt im Kurzfilm nicht der Gewinner, dank dem entschiedenen Eingreifen von gut ausgerüsteten Helfern.

Auch wenn im Film alles nur gespielt ist, hat der plötzliche Herztod eine hohe Brisanz in der Realität. Jedes Jahr sterben mindestens 150000 Menschen daran, durchschnittlich etwa drei davon jeden Tag in Augsburg. Gerade beim plötzlichen Herztod zählt jede Sekunde. Betroffene leiden hierbei plötzlich unter einem Kammerflimmern im Herzen und sind auf die Hilfe ihrer Umwelt angewiesen. „Es dauert in unserem Land durchschnittlich gut zehn Minuten, bis ein gerufener Krankenwagen eintrifft. Das ist sehr schnell, aber in diesem Fall dauert es einfach zu lange“, erklärte Peter Köhler aus Augsburg, der erste Vorsitzende des Vereins Bürger retten Leben.

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So träten bei einem Herzflimmern nach drei Minuten die ersten spürbaren Schäden am Gehirn ein, und bereits nach fünf Minuten können diese Schäden so schwerwiegend sein, dass die Wiederbelebung nach diesem Zeitpunkt kaum Erfolg zeige. Um die Überlebenschancen zu erhöhen, setzt sich der Verein „Bürger retten Leben“ dafür ein, dass wesentlich mehr Defibrillatoren in der Öffentlichkeit zu finden sind. Diese Notfallgeräte können problemlos von Laien bedient werden, denn das Gerät selbst gibt dem Helfer genaue Anweisungen. „Die Bedienung von den Defibrillatoren ist wirklich idiotensicher. Man kann dabei auch nichts falsch machen, denn das Gerät wird niemals einen Elektroschock abgeben, wenn es nicht notwendig ist“, sagte Volker Brand, Inhaber der Firma medX5. Diese Firma vertreibt eben diese Defibrillatoren und sponserte auch die Produktion des Clips „Der Tod muss warten“. „Die Produktion des Kurzfilms war sehr aufwändig. Auf eine Minute fertigen Film kamen etwa vier Tage Drehzeit“, erklärte der Vorsitzende Peter Köhler. Hinter dem Film stehen nicht nur viel Arbeit und ein großer Kreis an Mitwirkenden. Die Regie führte der international renommierte Regisseur Frank Glencairn, der sich auch bereits in Hollywood einen Namen gemacht hat. Die Schauspieler aus dem Friedberger Raum hauchten dem Drehbuch dann Leben ein.

Ausgestrahlt wurde der Clip nicht nur in Derching. An vielen Orten auf der ganzen Welt fanden zeitgleich ähnliche Aktionen statt, bei denen der Kurzfilm erstmals präsentiert wurde. Wer nun neugierig geworden ist, kann den Videoclip auf der Internetseite www.medx5.com ansehen. Dort wird in Zukunft auch ein Verweis zur Internetseite des Vereins Bürger retten Leben zu finden sein, deren eigener Internetauftritt noch am entstehen ist. Bald findet sich hier auch eine besondere App: Diese weist Helfern den schnellsten Weg zum nächsten Defibrillator. Somit kann dann auch das Handy zum Lebensretter werden.

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