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Vortrag

29.11.2017

Der Abt kommt mit Gitarre zum Landvolktag

Wolfgang Öxler, der Abt mit Gitarre und Witz war beim Landvolktag in Ried.
Bild: Brigitte Glas

Wolfgang Öxler vom Kloster Sankt Ottilien spricht in Ried. Wie er die Zuhörer zum Lachen bringt

Einen sehr lebendigen und auch unterhaltsamen Landvolktag hatte die Katholische Landvolkbewegung im Dekanat Friedberg gefeiert. Wolfgang Öxler, der Erzabt des Klosters St. Ottilien feierte mit den Gläubigen zunächst einen Festgottesdienst in St. Walburga und hielt dann den Festvortrag zum Thema „Ohne Wurzeln keine Flügel“.

Als Abtspruch zu seiner Wahl vor fünf Jahren habe er „Von Gott erfüllt und den Menschen nah“ gewählt. Dieses Motto zog sich auch durch seinen Vortrag. Jeder sollte „gehimmelt“ und „geerdet“ sein. Sei jemand nur gehimmelt, habe er zwar Antworten, aber solche, mit denen niemand etwas anfangen kann. Andersherum sei nur geerdet auch nichts. Man sollte sich vom „Immer-haben-müssen“ lösen. Der Abt belegte seine Ansichten mit zahllosen Beispielen und meist sehr weltlichen Witzen und Anekdoten. So habe eine Frau verfügt, dass ihre Asche jeweils zur Hälfte auf den Parkplätzen von Aldi und Lidl vergraben werde. Warum? Weil ihre Kinder jeden Tag dorthin gingen, aber nie auf den Friedhof!

Auch sei der Mensch zu verkopft. Er kriege seine Einsichten nicht ins Herz und schon gar nicht in die Füße. Und so bewege sich auch nichts. Die Gäste lachten sich über seine Sprüche schlapp, auch wenn manchem das Lachen zuweilen im Halse stecken blieb. Zur Ehe meinte er: „Wenn du einen Schatz aus dem Acker ausgräbst, musst du auch den Dreck mitnehmen.“ Und weil nicht alle verstanden hatten: „Der Dreck ist die Verwandtschaft.“ Alles müsste immer schneller gehen. Ein passendes Gebet hatte er auch parat: „Lieber Gott, gib mir Geduld, aber sofort!“ Wir brauchten Menschen, „die noch brennen“ und sich nicht nur auf die anderen verlassen. Und die Kirche brauche Menschen und keine Gebäude. In den Pfarreiengemeinschaften sei es umgekehrt: Viele Gebäude und wenig Menschen. Öxler versucht immer, seinen Glauben mit Liedern weiterzugeben. Diese Lieder schreibt er selbst und singt sie mit Begleitung auf seiner Gitarre. Obwohl während des Vortrags viel gelacht wurde, regte Öxler auch sehr zum Nachdenken an.

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Die Dekanatsvorsitzende der Ka-tholischen Landvolkbewegung, Rosi Mahl, hatte im voll besetzten Saal des Rieder Hofes zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kirche begrüßt. Die Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr und Peter Tomaschko, Landratsstellvertreter Manfred Losinger und Rieds Bürgermeister Erwin Gerstlacher lobten in ihren Grußworten die Arbeit des Landvolks. Für den musikalischen Rahmen des Landvolktags sorgten wie immer die Rieder Blaskapelle Len Witt und der Eisbachtaler Liederkranz.

Rosi Mahl verabschiedete im Rahmen des Landvolktages den bisherigen Landvolkseelsorger Pater Peter Hinsen SAC. Dieser sagte, er sei mit Überzeugung „vom Land“. Seine Motivation sei immer gewesen. „Lasst die Kirche im Dorf!“ Er sprach sich gegen Pfarreiengemeinschaften aus. Die Dörfer würden schon genug entvölkert, wenn junge Leute, Schulen und Betriebe weggingen. Sein Nachfolger Alois Hofmann, ebenso Pallottinerpater, betonte seine Heimatverbundenheit auf dem Land, auch wenn er viele Jahre in Berlin gelebt habe.

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