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Umbau in Paar

09.07.2018

Der Altar stand im Weg

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2 Bilder
Claudia Weigl, Dieter Nießner und Maria Nassl (von links) haben die Skizze des fertigen Altarbereichs der Kirche in Paar vor sich. An der Umsetzung arbeiten Gemeindemitglieder eifrig mit.
Bild: Daniel Weber

Der Altarraum der Pfarrkirche in Paar wird neu gestaltet. Endlich soll der Hochaltar voll zur Geltung kommen und Stolperfallen sollen beseitigt werden. Viele Gemeindemitglieder packen bei den Arbeiten selbst mit an.

Es muss schlimmer werden, bevor es besser wird: Der Altarraum in Sankt Johann Baptist in Paar war störend klein. Jetzt ist er wegen Bauarbeiten vorübergehend überhaupt nicht nutzbar, die Messen müssen im Pfarrheim stattfinden. Ab Ende November soll er dafür schöner und geräumiger sein.

„Mit dem Umbau verfolgen wir zwei Ziele“, erklärt Kirchenpfleger Dieter Nießner. „Erstens haben wir einen wunderschönen Hochaltar, den auch Spezialisten ein ,barockes Kleinod’ nennen. Sein Anblick blieb den Kirchgängern bisher teilweise verwehrt, weil ihnen der Volksaltar die Sicht versperrte.“ Mit einem schlankeren Modell des bisher massiven und ungünstig platzierten Volksaltars solle sich das nun ändern. „Und zweitens störte es uns schon lange, dass der Platz im Altarraum sehr knapp ist. Zwischen Hoch- und Volksaltar muss unser Pfarrer aufpassen, dass er nicht über die Stufen zum Allerheiligsten stolpert. Das hatten auch schon seine Vorgänger kritisiert.“

Claudia Weigl, die den Pfarrer im Kirchenvorstand vertritt, fügt hinzu: „Wenn ein Chor auftritt, muss er sich zwischen die Seitenaltäre und die Kommunionbänke zwängen. Und genau dort gibt es mit den Podesten weitere Stolperfallen.“ Der ganze Bereich werde nun großzügiger gestaltet, meint Nießner. „Die zaunähnliche Begrenzung durch die Kommunionbänke entfällt dann, sie werden seit der Liturgiereform ohnehin nicht mehr verwendet.“

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Inzwischen sind sie schon entfernt und auch die ersten drei Reihen Bänke sind bereits abmontiert, um Platz für eine größere Altarinsel zu schaffen. Der bisherige Volksaltar steht bereits in der Rettenberger Kirche Sankt Georg, der Ambo soll ihm in Kürze folgen.

Alle Bilder und sonstigen Kunstwerke sind in Sicherheit gebracht worden oder von Folien geschützt. Auch die Empore ist eingehüllt, damit vor allem die Orgel nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Nun werden Bodenfliesen entfernt.

Jede Woche hängt im Schaukasten der Kirche ein aktualisierter Plan, der über die anstehenden Arbeiten informiert. Einen Teil der Aufgaben übernehmen die Gemeindemitglieder selbst. Inzwischen haben sie bereits über 180 Arbeitsstunden geleistet. Sie brachten zum Beispiel die Folien an, trugen Kunstwerke an sichere Orte und bauten Schalungen. Nießner hält stets Ausschau nach neuen Helfern.

Durch die Selbstbeteiligung will die Kirchengemeinde ihren Kostenanteil möglichst klein halten. „120000 Euro teuer ist das Projekt, 43000 davon schießt die Diözese zu. Die restlichen 77000 Euro müssen wir selbst aufbringen“, rechnet der Kirchenpfleger vor. Das geschehe eben nicht nur durch Spenden, sondern auch durch Eigenleistung. Mesnerin Maria Nassl findet diese Lösung nicht nur deswegen gut: „Sie sorgt auch für ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, freut sie sich.

Gleich nach dem Pfarrfest am 24. Juni begannen die Bauarbeiten, seitdem müssen alle Messen und anderen Anlässe im Pfarrheim stattfinden. Eine Weile wird das noch so bleiben; erst am 25. November, pünktlich zu Christkönig, soll die Messe wieder im Gotteshaus und erstmals am neuen Altar gefeiert werden. „Bisher liegen wir im Zeitplan“, sagt Nassl. In der Vergangenheit lief nicht alles glatt. Bereits 2011 wurde die Neugestaltung geplant, doch etwas verzögerte die Umsetzung: „Wegen des Einsturzes der Bad Reichenhaller Eishalle im Jahr 2006 ordnete die Diözese eine Überprüfung der Statik aller kirchlichen Gebäude an“ erinnert sich Nießner. „Es dauerte, bis sich herausstellte, dass unser Umbau dem Gebäude nicht gefährlich wird.“

Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Gemeinde Paar endlich wieder in der eigenen Kirche ihre Gottesdienste feiern. Aber auch dann ist noch nicht alles durchgestanden: 2019 steht die statische Sanierung an, Dachstuhl und Fassade müssen überholt werden.

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