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Friedberg

20.06.2020

Der Bestihof: Das macht den Einkauf im Bioladen zum Erlebnis

Sie verkaufen Lebensmittel in Bio-Qualität: Mirjam Schaich (links) und Stephanie Marquart kümmern sich liebevoll um ihren Bio-Hofladen am Bestihof und freuen sich auf ihre Kunden.
Bild: Sabine Roth

Plus Seit 15 Jahren gibt es den Bioladen von Stephanie und Joachim Marquart in Friedberg - mittlerweile mit Selbstbedienungshäuschen. Warum der Einkauf ein Erlebnis ist.

Auch der Bestihof mit seinem Bio-Hofladen profitierte von der Corona-Krise. Noch nie kamen so viele Radfahrer und Wanderer zu Familie Marquart zum Einkaufen. Viele Routen führen dort direkt vorbei – und man kann ihn kaum verfehlen. Wer von Rinnenthal aus kommt, sieht schon von Weitem die weißen Hühner auf den weitläufigen Wiesen. Mehrere Pferde grasen dazwischen und beschützen so die Hühner vor ihren Feinden: eine ideale Symbiose. In unserer Hofladen-Serie stellen wir heute den Bestihof vor.

50 Meter weiter geht es rechts hinein zum Bestihof, auf der linken Seite befindet sich der eigene Biohofladen. Hier ist alles bio, das ist Inhaberin Stephanie Marquart sehr wichtig. Begonnen hat alles vor 15 Jahren, als ihre vier Kinder noch klein waren. Ihr Mann Joachim kommt aus einer Landwirtschaft in Haunswies. Der gelernte Zimmerer und Landwirtschaftsmeister arbeitet heute als Biolandwirt am eigenen Hof und kümmert sich vorwiegend um die Legehennen und den Anbau von Kartoffeln.

Eier und Kartoffeln für den Bioladen kommen vom Bestihof selbst

Mit den Kartoffeln ging es damals auch los. Vor acht Jahren, als Stephanie und ihr Mann den Hof ihrer Eltern übernommen haben, kamen dann die Legehennen dazu. Heute leben am Bestihof rund 6000 Stück. Sie werden gemäß „Bioland“ gehalten, das heißt die Standards werden nach strengen Richtlinien überwacht. Die Hennen der Marquarts haben viel Platz und bekommen das Biofutter, das auf den eigenen Feldern erzeugt wird. Durch den Verzicht auf Pestizide und künstlichen Dünger beim Anbau und Antibiotika bei der Tierhaltung schützt die biologische Landwirtschaft Boden, Wasser, die Gesundheit der Tiere und damit die Lebensgrundlagen des Menschen.

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Die Kartoffeln werden auf den eigenen Feldern angebaut und über den eigenen Hofladen direkt vermarktet, aber auch ausgewählte Läden und Supermärkte werden beliefert. Die Familie packt an, wo es brennt. Die Lieferungen übernehmen die Väter der Marquarts. Sie fahren bis ins Allgäu und beliefern Schulen und Geschäfte mit den Bioprodukten vom Bestihof. Stephanie Marquart und ihre Ziehtochter Mirjam Schaich kümmern sich liebevoll um den Hofladen, der von Donnerstag bis Samstag geöffnet hat.

Auch die 17-jährige Tochter Nina hilft in dem Hofladen gerne aus. „Es ist toll, dass wir von der Familie so unterstützt werden. Wir sind eben ein reiner Familienbetrieb“, freut sich die 39-Jährige, die auf dem Bestihof aufgewachsen ist und dafür lebt.

Der Einkauf im Friedberger Bestihof Bioladen ist ein Erlebnis

Neben den eigenen Kartoffeln und den Eiern liegt der Schwerpunkt des Angebots im Hofladen auf dem Gemüse und dem Obst, das vom Pfänderhof, einem Bioland-Betrieb aus Schwabmünchen, bezogen wird. Die Restzutaten kommen vom Ökoring in Mammendorf, das Brot vom Vollwertbäcker Schneider. „Bei uns ist alles biologisch, saisonal und wo es geht auch unverpackt. Wir bieten ein Naturkost-Vollsortiment an“, so Marquart. Die Produkte sind alle beschildert, so weiß man genau, wo sie herkommen. Man kann sich mit dem Vollsortiment komplett versorgen und den Weg zum Supermarkt sogar sparen.

Auf dem Bestihof werden die Hühner gemäß Bioland-Verordnung gehalten.
Bild: Bernd Wüstneck, dpa (Symbol)

Viele Menschen kommen zu ihr, um hier die Ruhe am Hof zu genießen und stressfrei einkaufen zu können. „Wir bieten einen Erlebniseinkauf. Viele machen quasi einen Ausflug zu uns raus aufs Land. Die Kinder können sich die Hühner und die Pferde auf dem Hof anschauen. Sie bekommen so einen Einblick in die Landwirtschaft und einen besseren Bezug zur Natur“, weiß Marquart.

Das Selbstbedienungshäuschen funktioniert auf Vertrauensbasis

Die meisten ihrer Kunden kommen aus dem näheren Umkreis. Durch die Corona-Krise habe sich gezeigt, dass sich die Menschen hier sicher fühlen, stellt sie fest. Man muss sich in keine Schlange einordnen und kann in Ruhe einkaufen. Viele Kunden kennt Stephanie Marquart persönlich. Da ist immer Zeit für einen Plausch auf den Hof. Um die Gesundheit zu schützen, darf der Laden im Moment nur einzeln betreten werden. Nur so könne der Verkauf im Hofladen aufrecht erhalten werden. Aber das stört niemanden. Das Warten gehört einfach dazu.

Kartoffeln gibt es auf dem Bestihof im Selbstbedienungshäuschen.
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Aber auch wenn der Hofladen geschlossen ist, kann man beim Bestihof Kartoffeln und Eier einkaufen. Seit drei Jahren gibt es ein Selbstbedienungshäuschen mit einer Vertrauenskasse. Beim Nachbarn gegenüber findet man ein Metzgerhäuschen. Hier kann man sich dann noch sein Fleisch zum Grillen mitnehmen. „Die Leute sind zu 98 Prozent ehrlich“, stellt Marquart fest. Sie ist froh, dass die Leute immer mehr umdenken und auf bio umstellen, aber auch die Regionalität schätzen lernen. Die Arbeit macht ihr wahnsinnig viel Spaß im Hofladen. Sie kommt gerne mit ihren Kunden ins Gespräch. „Zu uns kommen auch nur nette Leute“, sagt sie und lacht.

  • Adresse: Biohof Marquart, Bestihof 2, 86316 Friedberg
  • Öffnungszeiten Hofladen: Donnerstag und Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr; SB-Haus 7 Tage und 24 Stunden geöffnet
  • Kontakt: info@biohof-marquart.de, www.biohof-marquart.de, Telefon: 0821 58979916
  • Beliebtes Angebot: Kartoffeln und Eier

Lesen Sie noch mehr aus unserer Hofladenserie:

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