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19.06.2009

Der Flüsterasphalt reicht den B 300-Anwohnern nicht aus

Friedberg Voraussichtlich Ende September wird auf der B 300 in Friedberg der versprochene Lärm mindernde Belag eingebaut - allerdings nur im Bereich der Joseph-Hohenbleicher-Straße. Denn eine Komplettsperrung der Ortsdurchfahrt sei wegen der Umleitungen problematisch, begründet die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Bauamts in Augsburg, Barbara Weber.

Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest, auf jeden Fall werde der erste Abschnitt aber noch heuer angepackt, verspricht Weber. Die verkehrsgeplagten Anwohner stellt das nur bedingt zufrieden. Wolfgang Wittmann, der Sprecher der Friedberger "Interessengemeinschaft B 300 und anliegende Straßen", und der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Pius Häusler, Karl Ketterl, drängen weiterhin auf den Bau der Nordumgehung. "Seit 40 Jahren werden die Bürger vertröstet", ärgern sie sich.

Und wie es aussieht, wird es bis zu einer wirklichen Entlastung weiter dauern. Im April wandte sich Landrat Christian Knauer mit der Bitte an das Staatliche Bauamt, kurzfristig eine interkommunale Gesprächsrunde zum weiteren Vorgehen einzuberufen. Doch die Behörde teilte mit, dass im Spätsommer oder Herbst eine neue umfangreiche Verkehrszählung geplant ist, in die Erkenntnisse über die Entlastung durch die AIC 25 neu und den Autobahnausbau einfließen.

Diese Ergebnisse sollen abgewartet werden, bevor es zu der von Knauer angeregten Besprechung kommt. Interessengemeinschaft und Siedlergemeinschaft sind derweil nicht untätig. Sie organisieren regelmäßige Gesprächsrunden der Anwohner, die mit vier Personen starteten und inzwischen drei Dutzend Besucher zählen. Dabei versuchen die Teilnehmer, sich in die komplexen rechtlichen Grundlagen und verwaltungstechnischen Abläufe der Straßenplanung einzuarbeiten. Regelmäßig sind auch Politiker und Fachleute zu Gast, so etwa der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Erwin Lotter, der CSU-Kreisvorsitzende Peter Tomaschko oder der ehemalige Dasinger Bürgermeister Lorenz Arnold, der über den Bau seiner Umgehungsstraße berichtete.

Der Flüsterasphalt reicht den B 300-Anwohnern nicht aus

"Oswald steht hinter der Sache"

Am nächsten Mittwoch kommt der Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Eduard Oswald, ( CSU) zur Versammlung der Pius-Häusler-Siedlung (17.30 Uhr, Zieglerbräu). "Oswald steht hinter der Sache", loben Ketterl und Wittmann. Mehr Engagement hätten sich die beiden dagegen von Bürgermeister Dr. Peter Bergmair gewünscht, der meist seinen Stellvertreter Roland Fuchs zu den Veranstaltungen der B 300-Anlieger schickt. "Dem ersten Vertreter der Stadt würde es gut anstehen, die Betroffenheit der Bürger ganz nah kennenzulernen. Wir würden uns sehr freuen, wenn er an den Problemen Anteil nehmen würde", sagt Ketterl.

Bergmair selbst war gestern wegen auswärtiger Termine für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 2. Bürgermeister Fuchs betonte aber, dass dahinter keine Missachtung, sondern eine Aufgabenteilung der Stadtspitze stehe. Als Verwaltungsbeamter der Stadt Neusäß sei er bereits für das Verkehrsrecht zuständig gewesen, und bei der B 300 gehe es nicht nur um politische, sondern um viele rechtlichen Fragen. Fuchs hält am grundsätzlichen Ziel fest: "Eine Entlastung kann es nur geben, wenn die Nordumgehung geplant und gebaut wird."

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