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18.03.2015

Der Gedankenfluss des Kopfkraulers

Jürgen Schwilski bot nicht nur „unzusammenhängende Zusammenhänge“, sondern gemeinsam mit Elke Pautsch auch unterhaltsame Musik.
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Jürgen Schwilski bot nicht nur „unzusammenhängende Zusammenhänge“, sondern gemeinsam mit Elke Pautsch auch unterhaltsame Musik.

Beim Kissinger KulturCafé brilliert Jürgen Schwilski mit skurrilen Gedankengängen und melodiösen Tönen. An seiner Seite spielt Elke Pautsch Gitarre

Inmitten einer Welt aus Büchern zu sitzen und vor einem sichtlich begeisterten Publikum seinen eigenen literarischen Vorlieben zu frönen, das ist so recht nach dem Geschmack von Jürgen Schwilski. Ganz aktuell präsentierte er sich im Rahmen des KulturCafés in der Kissinger Bücherei. Zusammen mit Elke Pautsch als musikalischer Begleiterin bestritt der Meringer den zweiten von vier Nachmittagen der Reihe.

Zu einem der Haupthemen seiner Betrachtungen machte er die jährlichen Marktsonntage in Mering und damit verbunden auch den gerade wieder stattgefundenen Büchereiflohmarkt. Dort stieß der Literaturliebhaber beim Stöbern auf Goethes Götz von Berlichingen und unterhielt sein Publikum auf seine typisch süffisant amüsante Art mit Betrachtungen rund um das gelbe Reclamheftchen. „Unzusammenhängende Zusammenhänge“ nannte Jürgen Schwilski sein Programm und wer ihn kennt, weiß, dass es sich dabei um nicht ganz ernst gemeinte, aber stets unterhaltsame Betrachtungen handelt. Damit bestritt er auch schon so manchen Abend der von ihm vor fünf Jahren mit initiierten Speakers’ Corner, einer offenen Bühne für Literatur und Musik.

Musikalisch zeigte sich mit Elke Pautsch ein neues Gesicht. Die Gitarristin aus dem Münchener Raum unterhielt im Wechsel mit Schwilskis skurrilen Alltagsgeschichten mit englischen Traditionals wie Greensleeves. Und hier zeigte Jürgen Schwilski, im Brotberuf Banker in einem Münchener Geldinstitut, eine weitere Begabung: das Mundharmonikaspiel. „Music is better than silence“, zitiert Schwilski und folgerte dann „Silence is better than bullshit.“

Doch es war keineswegs „Bullshit“, was das Publikum zu hören bekam, sondern seine ganz eigene kreative Mischung aus Poesie und Prosa, der „Proesie“ und „Poerosa“ und für diesen Gedankenfluss musste er noch nicht einmal seinen Kopfkrauler aktivieren, den er ebenfalls von einem der Meringer Marktsonntage mitgebracht hatte.

Jürgen Schwilski ist am Mittwoch, 29. April, um 19.30 Uhr noch einmal zu Gast in der Bücherei. Unter dem Motto „Brecht meets Dylan“ bietet er zusammen mit Pit Hörmann „eine bunte Collage ausgewählter Texte und Songs zweier genialer Querköpfe“, wie Büchereileiterin Petra Narr in ihrem Veranstaltungsprogramm ankündigt.

Die vierte und letzte Veranstaltung des diesjährigen KulturCafés findet am kommenden Donnerstag um 16 Uhr statt. Zum Abschluss der Reihe liest Heidi Riedlberger unter dem Motto „Unalltäglich alltägliche Geschichten“ eigene Texte. Außerdem wird der Publikumsliebling der parallel laufenden Ausstellung des Kunstkreises Lechkiesel unter dem Thema „Kontrapunkte“ ermittelt und es findet eine Verlosung statt.

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