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Merching

05.11.2019

Der Hochwasserdamm bei Steinach steht vor der Vollendung

Die Dämme werden noch mit dem zentralen Bauwerk verbunden. Im kommenden Jahr sollen die Flächen bepflanzt werden.
Bild: Christian Gall

Plus Im Frühjahr sollen die Arbeiten am Rückhaltebecken bei Steinach weitgehend abgeschlossen sein. Auch die Natur soll langfristig von dem Projekt profitieren.

Inmitten schlammiger Zufahrtswege ragt nahe des Merchinger Ortsteils Steinach ein Bauwerk aus der Landschaft. Wie ein deplatzierter Tempel aus Beton wirkt die Konstruktion. Doch sie ist der Kern eines wichtigen Projekts: dem Hochwasserschutz entlang der oberen Paar. Nach rund zwei Jahren Bauzeit wird das Rückhaltebecken bei Steinach bald fertig.

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Im Augenblick rollen noch Baumaschinen auf dem Areal umher. Der zentrale Bau, das Auslassbauwerk, ist inzwischen fast vollkommen fertiggestellt. Nur noch ein Geländer fehlt, das Arbeiter absichern soll. Auch der Rohbau des Betriebsgebäudes steht schon – derzeit wird an Estrich und Putz gearbeitet. Ende des Jahres soll alles abgeschlossen sein. Wie Projektleiter Peter Schoder vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth erklärt, wird das Betriebsgebäude nur selten belegt sein: „Die Auswertung und Steuerung können wir aus der Ferne übernehmen. Zwei Webcams liefern uns zusätzlich Bilder.“ Der Einsatz moderner Technik hat auch für die Bürger einen Vorteil – sie können in Zukunft über das Internet sehen, wie hoch der Pegelstand ist.

Hochwasserdamm Merching: Bach muss umgeleitet werden

Einiges zu tun gibt es noch entlang des Damms, der die gut eine Million Kubikmeter Wasser, die das Becken fasst, zurückhalten wird. Die Teile des Damms, die sich neben dem Auslassbauwerk in beide Richtungen erstrecken, müssen noch mit dem zentralen Bau verbunden werden. Bevor das auf der Ostseite geschehen kann, sind noch weitere Hürden zu nehmen. Denn unterhalb des Auslassbauwerks entsteht noch ein „Messgerinne“.

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Dort werden die Daten zum Wasserstand und zur Durchflussmenge erhoben, die dann wiederum auf die Steuerung Einfluss nehmen. Ist das Messgerinne gebaut, muss noch die Steinach verlegt werden – der Bach wird umgeleitet, das alte Bett aufgefüllt. Ist das geschehen, kann die Lücke zwischen zentralem Bauwerk und Damm geschlossen werden. Peter Schoder ist zuversichtlich, dass all diese Arbeiten im Frühjahr 2020 abgeschlossen sind. Bis das Rückhaltebecken die Arbeit aufnimmt, kann es aber bis zur Mitte des Jahres dauern, da noch Feinabstimmungen in der Technik notwendig sind.

Bürgermeister Walch lobt die Zugeständnisse der Merchinger Landwirte

Merchings Bürgermeister Martin Walch ist froh, dass die Arbeit in absehbarer Zeit geschafft ist. Lobende Worte fand er für die Landwirte, die sich mit der Situation arrangiert haben. Im vergangenen Jahr hatte Unmut geherrscht, da der Baustellenverkehr bei Anwohnern und Landwirten auf Beschwerden stieß. Doch wie Walch sagt, gab es seit einiger Zeit keine Beanstandungen mehr.

Nicht nur am Rückhaltebecken selbst wurde gearbeitet – abseits davon setzten die Verantwortlichen die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen um. Wie Schoder erklärt, entstand im Einstaubereich eine Feuchtfläche von einem Hektar Größe, auf der Wiesenbrüter, etwa Kiebitze, Lebensraum finden. Zwei weitere Wiesen, die den gleichen Zweck erfüllen, gibt es nun unterhalb des Bauwerks. Auch an den Steinbach wurde Hand gelegt – der Bach wurde an einigen Stellen aus seiner früheren Gewässerbegradigung befreit und naturnah wiederhergestellt. Auch der jetzt noch karge Damm soll grün werden – im Frühjahr wird er mit einer Schicht Humus versehen und bepflanzt – ein optischer Schlussstrich unter einem gewaltigen Projekt.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Die Arbeiten am Damm gehen in den Endspurt

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