Kissing

17.05.2018

Der Hort bleibt

Die Kissinger Eltern hatten Angst um die Hortgruppe der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Kissing. Doch nun hat der Träger zugesagt, dass die Gruppe in veränderter Form weitergeführt wird.
Bild: Philipp Schröders

Kissinger Eltern fürchten um die Plätze in der Kindertagesstätte St. Elisabeth. Nun führt der Träger in Absprache mit dem Landratsamt eine gemischte Gruppe ein.

Die Kissinger Eltern waren geschockt. Im April ging in der Kindertagesstätte St. Elisabeth das Gerücht um, dass die Hortgruppe ab September aufgelöst wird. Tatsächlich hatte der Träger der Einrichtung, eine Stiftung der katholischen Kirche, die Umwandlung in eine Regelkindergartengruppe beantragt. Eine Krisensitzung mit Träger und Gemeinde brachte aus Sicht der Eltern keine Lösung. Nun gibt es aber gute Nachrichten für sie und ihre Kinder.

Wie Kissings Pfarrer Alfredo Quintero mitteilt, wird der Hort in veränderter Form weitergeführt. Demnach werden alle Eltern, die bereits eine Zusage haben, einen Platz in der neuen gemischten Gruppe bekommen. Laut dem Pfarramt umfasst sie 26 Kinder. 16 sind in der Hortbetreuung, zehn im Regelkindergarten. Teilweise überschneiden sich die Betreuungszeiten. Laut Quintero gab es Anfang der Woche ein Gespräch mit der Kita-Leiterin, einem Sachbearbeiter der Gemeinde Kissing und zwei Vertreterinnen des Landratsamtes, die für die Betriebserlaubnis zuständig sind. Da sei die Vereinbarung getroffen worden, die der Träger zuvor vorgeschlagen hatte. „Die Leiterin hat die Eltern auch bereits informiert“, sagt Quintero, der froh ist, dass eine Lösung gefunden wurde. Dem Träger muss noch die Betriebserlaubnis zugesandt werden. „Das Landratsamt sagt aber, dass es von seiner Seite aus kein Problem gibt“, sagt Quintero. Im Hinblick auf das Weiterbestehen des Hortes über das kommende Schuljahr hinaus sagt er: „Da müssen wir schauen, wie die Anmeldezahlen in Zukunft aussehen.“

Kirsten Kuglstatter, deren Tochter Linda die Hortgruppe besucht, hatte sich mit zahlreichen anderen Eltern an unsere Zeitung gewandt. Die Kissingerin ist froh, dass der Träger die Hortgruppe weiterführt. „Mich freut besonders, dass auch alle Externen einen Platz bekommen.“ Hintergrund ist, dass es Anmeldungen für Kinder gibt, die bereits den Kindergarten St. Elisabeth besuchen, aber auch welche, die von außen kommen. Laut Kuglstatter haben viele dieser Eltern erst durch den Bericht in unserer Zeitung erfahren, dass ihre Plätze nicht gesichert sind.

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Eine betroffene Mutter, deren Kind zurzeit einen anderen Kindergarten in der Gemeinde besucht, berichtet, dass sie zuerst eine Zusage des Horts St. Elisabeth bekommen habe und anschließend eine Absage. Nach den Verhandlungen mit dem Landratsamt sei die Zusage für den Platz dann aber wieder bestätigt worden. Nun habe sie Sicherheit. „Das ist natürlich super“, sagt sie.

Silvia Rinderhagen, die derzeit Bürgermeister Manfred Wolf vertritt, bestätigt, dass es in Zukunft eine Mischgruppe geben wird. „Ich denke, das ist ein passender Lösungsvorschlag, der jetzt umgesetzt werden muss, und eine gute Nachricht für die Eltern“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin. Ob nun alle Kinder in Kissing einen Betreuungsplatz haben, kann sie nicht genau beantworten. „Es ist schwierig, zu diesem Zeitpunkt das genau vorauszusagen“, sagte sie. Bürgermeister Wolf hatte in einer der vergangenen Gemeinderatssitzungen erklärt, dass trotz der Einführung eines neuen Internetportals noch keine genauen Anmeldezahlen vorlägen. „Wir sind auf jeden Fall gewappnet und haben immer eine Lösung parat“, sagt Rinderhagen.

Die Kissinger Mutter Kuglstatter hat aber dennoch ihre Konsequenzen aus den Vorgängen gezogen. „Es ist jetzt so, dass wir sagen müssen, dass wir eine private Lösung gefunden haben.“

Ihre Tochter wird also ab September die Hortgruppe nicht mehr besuchen. „Ich bin von dem Konzept der Mischgruppe nicht überzeugt“, sagt sie. Auch andere Eltern befürchten, dass es schwierig sei, Hausaufgabenhilfe für Schüler zu bieten und gleichzeitig deutlich jüngere Kindergartenkinder zu betreuen. Das Pfarramt verweist darauf, dass es dafür getrennte Räume gibt. Kuglstatter ist dennoch nicht überzeugt.

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