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Abfallwirtschaft

18.01.2018

Der Landkreis will die Gelbe Tonne

Die Berge von Plastikmüll werden immer höher.
Bild: Symbolfoto: Ulrich Wagner

Der Umweltausschuss folgt dem eindeutigen Trend der Bürgerbefragung. Start könnte 2018 sein. Allerdings gibt es noch eine Unsicherheit.

Zwei Drittel der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte setzen bereits auf den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne: Brauchen auch die Menschen im Wittelsbacher Land Plastik, Alu und Weißblech bald nicht mehr auf den Wertstoffhöfen abliefern? Mit dieser Frage befasste sich einmal mehr der Umweltausschuss des Kreistags in einer kontroversen Diskussion. Aus Sicht der Bürger ist hingegen die Sache klar: Laut einer repräsentativen Umfrage wünschen sich 75 Prozent die Abkehr vom bisherigen Bring- zu einem Holsystem.

CSU, SPD und Freie Wählen folgten diesem Votum und stimmten nach stundenlanger kontroverser Debatte im Ausschuss für eine entsprechende Empfehlung an den Kreistag. Der soll den förmlichen Beschluss in seiner nächsten Sitzung am 7. Februar fassen. Grüne, ÖDP und Unabhängige lehnten den Systemwechsel ab.

Zuvor erläuterte Ute Kerber vom Marktforschungsinstitut L.Q.M. noch einmal die Ergebnisse der Befragung, bei der im vergangenen Herbst rund 2000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis ihre Meinung zur Gelben Tonne gesagt hatten. „Obwohl die Zweifel an den Wertstoffhöfen groß sind, haben die Bürger mitgewirkt“, fasste sie das Ergebnis aus ihrer Sicht zusammen. Ihr Fazit: „Das Bringsystem ist nicht mehr zeitgemäß.“

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Eine Darstellung, die Klaus Becker (Grüne) so nicht stehen lassen wollte. Er räumte ein, dass Verbesserungen auf den Wertstoffhöfen nötig seien. „Aus ökologischer Sicht ist unser System aber das beste.“ „Ich würde es für einen Fehler halten, wenn wir als Landkreis die Entsorgung aus der Hand geben“, sagte Eva Ziegler (Unabhängige). Sie fürchtet, dass das Bewusstsein weg ist, wenn erst einmal der Deckel der Gelben Tonne zugeht.

Leo Büchler (CSU) plädierte dafür, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Das Duale System sei an einer sortenreinen Erfassung nicht interessiert. „Bei einer Beibehaltung des alten System entfachen wir einen Prostesturm“, warnte Reinhard Herb (CSU) angesichts des Ergebnisses der Bürgerbefragung. Die Gesellschaft habe sich verändert, sagte sein Fraktionskollege Matthias Stegmeir. Karlheinz Schindler (SPD) hätte sich auch die Einführung eines Gelben Sacks vorstellen können, mit dem die Leichtverpackungen zu Hause gesammelt und dann bei Bedarf auf den Wertstoffhof gebracht werden könnten. Da es für diese Variante aber keine Mehrheit gab, stimmte auch er für die Einführung der Gelben Tonne. Ergänzt wird sie durch Container für Altglas und durch ein Abfallvermeidungskonzept, an dem der Landkreis derzeit arbeitet. Auch wird geprüft, welche neuen Beratungsangebote zur Verringerung der Müllmenge beitragen kann.

In welcher Form die Erfassung künftig erfolgt, ist damit aber noch nicht abschließend geregelt. Diese Frage muss in Verhandlungen mit dem Dualen System geklärt werden, das die Entsorgung der Leichtverpackungen im Landkreis übernimmt. Der bestehende Vertrag läuft Ende 2018 aus, eine neue Vereinbarung, die ab 2019 gilt, muss erst ausgehandelt werden. Dabei ist noch nicht einmal klar, welche der bundesweit zehn im Dualen System organisierten Firmen der künftige Vertragspartner des Kreises sein wird.

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