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Friedberg

10.10.2019

Der Wechsel von Roland Fuchs schwächt die Genossen

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Roland Fuchs, der langjährige Fraktionschef der SPD im Friedberger Stadtrat, wechselt zur CSU.
Bild: Andreas Schmidt (Archiv)

Plus Der Wechsel des langjährigen SPD-Fraktionschefs Roland Fuchs zur CSU hat Auswirkungen auf das Gefüge im Friedberger Stadtrat. Davon profitieren die Freien Wähler.

Am Tag eins nach dem Wechsel zur CSU ist Roland Fuchs bestens gelaunt. „Im Kreistag haben mir am Mittwochnachmittag die meisten gratuliert“, amüsiert sich der Friedberger Kommunalpolitiker, der nach 45 Jahren sein SPD-Parteibuch zurückgegeben hat.

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„Aber das ist wahrscheinlich den Mehrheitsverhältnissen geschuldet.“ Weniger Grund zum Lachen dürften seine ehemaligen Genossen haben, die durch Fuchs’ Übertritt in mehrerlei Hinsicht geschwächt sind.

Fuchs holte 2014 noch 3700 Stimmen bei der Wahl in Friedberg

Wie berichtet , hat der langjährige Fraktionschef der Sozialdemokraten im Friedberger Stadtrat und ehemalige 2. Bürgermeister einen Aufnahmeantrag bei der CSU-Fraktion gestellt, der dort einstimmig angenommen wurde. Anlass war die Weigerung seiner Partei, ihm auf der Liste für die Stadtratswahl im März 2020 einen Platz einzuräumen. 2014 hatte Fuchs noch knapp 3700 Stimmen für seine Partei geholt.

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Die SPD-Ortsvorsitzende Ulrike Sasse-Feile begründete diese Entscheidung in einem Schreiben an Fuchs mit dem explizit gewünschten Generationswechsel. Diesen mitgestalten zu können, sei für einige Bewerber ein weiterer Grund für eine mögliche Stadtratskandidatur. Bislang ist kein Mitglied der SPD-Fraktion jünger als 70, mit Ausnahme von Fuchs will sich aber keines noch einmal zur Wahl stellen.

Der Friedberger Rathaussaal. Links sitzt die SPD, rechts die CSU.

Sasse-Feile räumte ein, dass Roland Fuchs ihr am Rand der Museumseinweihung im Frühjahr erstmals von seinen wiedererwachten Ambitionen erzählt habe. Zu einem weiteren Gespräch sei Fuchs dann nicht mehr bereit gewesen. „Eine Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn man miteinander spricht“, betonte die Ortsvorsitzende. Es sei nie darum gegangen, dass man Fuchs’ Erfahrung nicht mehr haben wollte. Sie selbst habe von seinem Wechsel über Facebook erfahren, wünsche ihm nun wirklich alles Gute und werde nicht nachtreten.

Die SPD Aichach-Friedberg bedauert den Wechsel

Mit Bedauern reagierte die Vorsitzende der SPD im Landkreis Aichach-Friedberg, Sandra Lederer, auf die überraschende Nachricht von Fuchs’ Parteiaustritt. „Unser Austausch war sehr positiv“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Fuchs sei auch für die Kreistagsliste vorgesehen gewesen, die am Freitagabend in Dasing nominiert wird. Er führt seit 1991 die Kreistagsfraktion und war zweimal Landratskandidat der SPD Aichach-Friedberg.

Der Unterbezirk setzt auf die Erfahrung älterer Mitglieder. Unter den ersten 13 Kandidaten auf der Liste treten sechs amtierende Kreisräte an, Fuchs war als Nummer 13 für den zweiten Männerplatz aus dem mittleren Landkreis vorgesehen. „Wir wollen eine bunte Durchmischung“, berichtete Lederer, die von einem guten Verhältnis zu Fuchs spricht. Durch seinen Weggang gehe viel Wissen verloren.

Voraussichtlich am Donnerstag nächster Woche nimmt Roland Fuchs im Stadtrat dann zum ersten Mal auf der anderen Seite des Sitzungssaals Platz. „Wir sind froh, so jemanden für die Fraktionsarbeit zur Verfügung zu haben“, sagte der CSU-Fraktionschef Thomas Kleist. Fuchs habe mit die größte kommunalpolitische Erfahrung im Stadtrat und als ehemaliger Oberamtsrat bei der Stadt Neusäß auch viel berufliche Verwaltungserfahrung.

Peter Feile wird neuer Fraktionsvorsitzender der SPD in Friedberg

Fuchs’ Rolle bei der Stadtrats-SPD übernimmt bis zum Ende der Wahlperiode im April sein bisheriger Stellvertreter Peter Feile (80). Zu Veränderungen kommt es durch den Fraktionswechsel auch bei den Besetzungen der Stadtratsausschüsse: Die SPD muss einen Sitz an die CSU abgeben, die künftig sechs Vertreter entsenden kann. Die SPD hat wie die Parteifreien Bürger zwei Sitze, je einer entfällt auf Grüne und Freie Wähler.

Zu den zwölf Ausschussmitgliedern kommt Bürgermeister Roland Eichmann als Vorsitzender. Eine Ausnahme bildet der Rechnungsprüfungsausschuss. Die SPD verliert zwar auch dort einen Sitz, der jedoch an die Freien Wähler geht. Diese waren bisher nicht in dem Gremium vertreten. Die CSU hat drei Sitze, SPD, Grüne, Parteifreie Bürger und Freie Wähler jeweils einen. Vorsitzender ist Peter Gürtler (CSU). Der Stadtrat muss über die Neubesetzung der Ausschüsse in seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche entscheiden.

Lesen Sie auch den Kommentar: So schadet Friedbergs SPD sich selbst

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