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Bildung in Friedberg

11.09.2018

Der „erste Schultag“ mit über 40

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Ruth Kotzians Leidenschaft ist die Musik. Sechs Jahre war sie Konrektorin in der Grundschule-Süd. Nun gibt sie als neue Rektorin den Ton an.
Bild: Mareike König

Ruth Kotzian und Alexandra Gregor starten neu als Rektorinnen an Friedberger Grundschulen. Wie sich die Schüler in den vergangenen Jahren verändert haben.

Es gibt einiges, was Alexandra Gregor und Ruth Kotzian miteinander verbindet: Die beiden Lehrerinnen sind Mitte 40, kommen gebürtig aus Augsburg und starten am heutigen Dienstag als Rektorinnen an zwei Friedberger Grundschulen. Für beide ist es die erste Stelle in der Chefposition. Kotzian war sechs Jahre lang Konrektorin an der Grundschule Friedberg-Süd, bevor sie die Nachfolge von Dietmar Fröhlich antrat. Alexandra Gregor war Konrektorin in Kissing. Nun leitet sie die Grundschule Ottmaring. Kotzian und Gregor sprechen mit Begeisterung über ihre neue Aufgabe.

Flache Hierarchien und gutes Teamwork seien ihnen wichtig, sagen die beiden Rektorinnen. Kotzian wird von 22 Lehrkräften unterstützt. Yvonne Frötschel ist die neue Konrektorin. Für insgesamt 266 Schüler ist Kotzian verantwortlich. In Ottmaring sind die Dimensionen kleiner: Für 130 Schüler hat Gregor neun feste Lehrer. Dazu muss sie sich Fachkräfte für Religion und Werken mit anderen Schulen teilen. Eine Konrektorin hat sie nicht.

So erlebten die beiden damals ihren ersten Schultag

An zwei Details ihres ersten Schultages kann sich Ruth Kotzian noch gut erinnern: Zur Einschulung gab es ein neues Kleid. Und als erste große Aufgabe mussten sie und ihre Mitschüler ihre Schultüten auf einem Blatt Papier nachmalen. „Als ich dann meine ersten Schulanfänger unterrichtete, habe ich ihnen die gleiche Aufgabe gestellt“, berichtet Kotzian.

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Alexandra Gregor kann sich noch gut an ihre Anfangszeit als Schulkind erinnern. Zuletzt war sie zwei Jahre Konrektorin an der Grundschule Kissing.
Bild: Mareike König

Gregor kann die Erstklässler, die heute mit mulmigem Gefühl die Schule zum ersten Mal betreten, sehr gut verstehen. „Ich wollte damals nicht in die Schule, ich wollte im Kindergarten bleiben“, sagt sie. Fast ein ganzes Jahr lang sei sie nach der Schule im Kindergarten vorbeigegangen, um ihre ehemalige Erzieherin zu besuchen, bevor sie nach Hause ging. „Ich glaube, ich hätte einfach noch ein Jahr länger bis zur Einschulung gebraucht“, sagt die 46-Jährige heute. Der Übergang von Kindergarten zur Schule ist für beide Rektorinnen ein wichtiges Thema. In Ottmaring gibt es schon länger die sogenannte Jahrgangsmischung. Das bedeutet, dass die Erst- und Zweitklässler sowie Dritt- und Viertklässler gemeinsam unterrichtet werden.

Kinder sollten am Wochenende mal gar nichts tun

Seit die Lehrerinnen ihren Beruf gelernt haben, hat sich die Welt stark verändert. Ob sie das auch bei ihrer Arbeit merken? Kotzian sagt, dass größte Problem für die Kinder sei heute, dass ihr Alltag fast völlig durchgetaktet ist. In der Schule, im Sport, im Musikunterricht: Viele Eltern erwarteten vom Nachwuchs Bestleistung in allen Bereichen. „Schon die Erstklässler stehen permanent unter Strom“, berichtet die 45-Jährige. „Kinder brauchen kein Programm“, sagt sie. Ihr Tipp: Am Wochenende einfach mal gar nichts tun, die Kinder vor sich hin spielen lassen. Auch, wenn sie Langeweile äußern.

Das sieht Gregor ähnlich: „Es ist schade, dass die Kindheit heute so sehr von Erwachsenen geprägt wird.“ Sie glaubt, dass der hohe Medienkonsum vieler Kinder ein Thema ist, das die Schulen immer mehr beschäftigen wird. Heute würden schon Zweijährige über Buchseiten streichen, um weiterzublättern, sagt Gregor. Dazu könnten viele Kinder gar keinen Stift mehr halten. Um solche großen Herausforderungen anzugehen, seien aber auch die Eltern gefragt, finden die beiden Rektorinnen. Deshalb setzen sie auf eine enge Kooperation.

Weitere Veränderungen Die bisherige Konrektorin Annika Lauter (Affing) leitet jetzt die Grundschule in Kissing, Konrektorin Maria Pletschacher (Friedberg) leitet die Grundschule in Eurasburg.

Hier finden Eltern von Grundschülern antworten auf die wichtigesten Fragen. Zum Beispiel: Was soll man tun, wenn das Kind keine Lust hat, in die Schule zu gehen?

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