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Kreis Aichach-Friedberg

11.01.2017

Der mutmaßliche Vergewaltiger von Mering steht vor Gericht

In der Nähe des Bahnhaltepunkts St. Afra wurde eine 16-Jährige vergewaltigt. Nach Aufklärung der Tat herrscht Erleichterung in Mering.
Bild: Gönül Frey (Archiv)

Weil der mutmaßliche Täter auch in Franken zwei Frauen angegriffen hatte, findet im März die Verhandlung in Bamberg statt.

Als nach monatelangen Ermittlungen die Polizei den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 16-Jährigen aus Mering im Landkreis Aichach-Friedberg im Juli 2016 im fränkischen Forchheim fasste, war es fast so, als würde ein ganzer Ort kollektiv aufatmen (mehr dazu lesen Sie hier ). Endlich schien die Zeit der verdeckten Vorwürfe, der Gerüchte und vor allem der Angst vorbei. Der große Unbekannte hatte nun ein Gesicht und war in Polizeigewahrsam. Am 6. März muss sich der 27-jährige Angeklagte, der vermutlich aus Tunesien stammt, ab 9 Uhr in der Hauptverhandlung vor dem Landgericht in Bamberg verantworten. "Ihm werden eine vollendete Vergewaltigung und zwei versuchte Vergewaltigungen zur Last gelegt", informiert Dr. Nino Goldbeck, Richter am Landgericht in Bamberg.

Nach Informationen der Augsburger Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren an die Kollegen in Bamberg abgegeben, da er dort gefasst wurde und sich bereits in Untersuchungshaft befindet. "Das spart Ressourcen", erklärt der Pressesprecher und Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai aus Augsburg.

Polizei wertet 150 Spuren aus

Im September 2015 war das 16-jährige Mädchen nachts in der Nähe des Bahnhaltepunkts St. Afra bei Mering überfallen und vergewaltigt worden. Unmittelbar nachdem die Tat angezeigt wurde, schaltete sich ein Großaufgebot der Polizei ein, um den Täter dingfest zu machen. Eine achtköpfige Ermittlungsgruppe der Kripo Augsburg hatte über 150 Spuren und Hinweise aus ausgewertet sowie 300 Personen im Rahmen eines richterlich angeordneten DNA-Massen-Screenings überprüft. Ein dreiviertel Jahr später, Ende Mai, hatte der Asylbewerber, der vermutlich aus Tunesien stammt, wohl im oberfränkischen Forchheim versucht, eine weitere Frau zu vergewaltigen. Die örtliche Polizei konnte den Tatverdächtigen noch am gleichen Tag festnehmen.

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Der 27-Jährige, der sich zunächst mit anderen Personalien und anderer Nationalität als Asylbewerber registriert hatte, befindet sich seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft. Durch den DNA-Abgleich konnte ihm eine zweite versuchte Vergewaltigung in Schwabach im September 2015 nachgewiesen werden. Und durch den DNA-Abgleich gilt er auch im Meringer Fall als dringend tatverdächtig. Der Tunesier hatte noch nie einen offiziellen Wohnsitz im Regierungsbezirk Schwaben.

Der mutmaßliche Vergewaltiger trug einen Pullover mit hellen und roten Streifen.
Bild: Polizei (Archiv)

Er war im Tatzeitraum untergetaucht, offenbar auch nicht in Franken wohnhaft, sondern hielt sich vermutlich in Österreich auf. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte er keinen konkreten Bezug nach Mering, war aber regelmäßig in Bayern unterwegs.

Verdacht von Asylbewerbern in Mering abgefallen

In Mering hatte der Fall zunächst hohe Wellen geschlagen. Verdächtigt wurden auch junge Männer, die in einer Flüchtlingsunterkunft unweit vom Tatort untergebracht waren. Doch die Vorwürfe erwiesen sich nach breitangelegten DNA-Screenings als haltlos. In einer außerordentlichen Bürgerversammlung sprach Bürgermeister Hans-Dieter Kandler von einer Atmosphäre der Angst, die durch diese schreckliche Tat nach Mering gekommen sei. Er hatte im Sommer 2016 mit großer Erleichterung auf die Ergreifung des mutmaßlichen Täters reagiert und war vor allem Dingen froh, dass nun jeglicher Verdacht von den in Mering untergebrachten Asylbewerbern abgefallen war.

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