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Mering

29.11.2019

Der neue Kalender des Meringer Bürgernetzes ist da

Auch der blinde Eduard Rauschmayr malte ein Bild für den Bürgernetzkalender, der in den Maltreffen von Ute E. Kürten (links) und Gitti Baier entstand.
Foto: Heike John

Die Malgruppe im Meringer Bürgernetz hat zum vierten mal einen Kalender mit besonderen Motiven gestaltet.

Eduard Rauschmayr malt mit Begeisterung, doch er kann keines seiner Bilder sehen. Auch nicht die Bleistiftzeichnung, die er an einem der Malnachmittage des Meringer Bürgernetzes anfertigte. Da griff er zum Stift und skizzierte verschiedene Tierköpfe. Gitti Baier, die dem blinden Teilnehmer des Angebots „Freude am Malen“ sonst immer bei der Farbenauswahl zur Hand geht, war begeistert. In der Gruppe entschied man, dass die Skizze mit Fuchs, Eichhörnchen und Pferd das erste Kalenderblatt im neuen Bürgernetzkalender werden soll. Inzwischen sind Bilder für alle zwölf Monate erstellt und der mittlerweile vierte Kalender des Ehrenamtlichen-Netzwerks pünktlich zum Jahresende fertig. „Blumengrüße zum Jubiläum“ heißt die neue Kalenderausgabe der Malgruppe im Bürgernetz.

Blumenmotive sind im Mering-Kalender stark vertreten

Denn im kommenden Jahr kann das Bürgernetz in Mering sein zehnjähriges Bestehen feiern. „Blumen sind ein beliebtes Motiv unserer Hobbymaler“, erklärt Ute E. Kürten, die seit acht Jahren mit Gitti Baier die Gruppe anleitet. Und so kam man auf die Idee, nach Kalendern mit Gebäuden und Landschaften aus Mering und Umgebung nun Kalenderblätter mit Blumen zu gestalten. Physalis, Herbstzeitlose, Edelwicke, Sonnenblume, Orchidee oder Stockrose wurden in Aquarell zu Papier gebracht. Doch der Kalender enthält nicht durchgängig nur Blumenmotive. Da gibt es die Herbstimpressionen von Ilse Wagener oder das Novemberbild, gestaltet aus zwei Stillleben von Claudia Riesinger und Sigrun Lachenmeir sowie eine Winterlandschaft in den Lechauen von Corinna Schar.

Das Kalenderblatt mit dem Titel „Beim Andechser“ stammt von Franz Sedlmeir und für den August pinselte Michael Rohr ein Blumenfeld mit Blick auf den Ort. Das Deckblatt des Kalenders zeigt die Kirchen und Kapellen Merings, die Gerhard Köhler festgehalten hat.

Kalender des Meringer Bürgernetzes ist schnell vergriffen

Der Kalender wurde wieder in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt und geht vermutlich wieder weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln. „Er ist einfach eine prima Geschenkidee“, weiß der Bürgernetz-Vorsitzende Franz Sedlmeir, der selber in der Gruppe malt. Der günstige Preis ist auch dem Meringer Grafikbüro Benseler zu verdanken, das zugunsten des Netzwerks wieder die kostenlose Gestaltung übernahm.

Im Rahmen der im zweiwöchentlichen Rhythmus stattfindenden Dienstagnachmittage in der Meringer Sozialstation wurde auch Karten mit Aquarellen gestaltet, die wie auch der Kalender beim Merchinger Adventsmarkt erworben werden können. Bereits seit acht Jahren kommen die Hobbymalerinnen und -maler zusammen. „In diesem Jahr stießen wieder einige neue Teilnehmer zu unserer Runde, die sich nun eingehend mit der Aquarellmalerei auseinandersetzen“, erzählt Ute Kürten. Die Teilnehmer genießen nicht nur die kreative Atmosphäre, sondern auch das freundschaftliche Miteinander.

Eduard Rauschmayr malt, obwohl er blind ist

Hier fühlt sich seit Beginn des Bürgernetz-Angebots vor acht Jahren auch Eduard Rauschmayr wohl. „Malen ist für mich ein wunderbarer Zeitvertreib, auch wenn ich alleine zuhause bin“, sagt der vor zehn Jahren durch einen Unfall Erblindete. „Aber leider sehe ich keines meiner Bilder.“ Rauschmayr, der in früheren Jahren sehr aktiv als Hobbykünstler war, malt seine Motive nun aus dem Gedächtnis. „Aber meine Erinnerung schwindet. Bald weiß ich nichts mehr“, befürchtet der 86-Jährige. Seine Tage bei sich zuhause sind oft einsam und darum freut er sich umso mehr auf die Malnachmittage in der Sozialstation. Gerhard Köhler holt ihn dazu ab und bringt ihn im Anschluss auch wieder nach Hause. „Edi“, wie die Malkollegen ihn freundschaftlich nennen, fühlt sich in der Gruppe sehr geborgen. Und auch dies ist neben dem Hol- und Bringdienst ganz im Sinne des Bürgernetzgedankens.

Erhältlich ist der Kalender erstmals beim Merchinger Weihnachtsmarkt am kommenden Sonntag, 1. Dezember, am Stand in der Aula des Schulzentrums. Außerdem wird er beim Meringer Weihnachtsmarkt sowie in der Buchhandlung Platzbecker und in der Meringer Bücherei verkauft.

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