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Mission

10.08.2011

Deutsches Know-how für Freunde aus Madagaskar

Die Gymnasiastin Kira bei ihrem Kurzzeitmissionseinsatz in der Heimat ihres Vaters (links). Die Meringerin Veronika Fleig singt bei ihrem Missionseinsatz Lieder mit den Kindern in Madagaskar (rechts unten). Spaß beim Kennenlernen anderer Kulturen hatten Anatole zusammen mit Bajman, dessen Tochter Kira, beim Besuch der Familie Fleig in Mering (Mitte). Rebecca Hollmann aus Merching zeigt den Kindern bei ihrem letztjährigen Einsatz, wie man richtig Zähne putzt (oben rechts).
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Die Gymnasiastin Kira bei ihrem Kurzzeitmissionseinsatz in der Heimat ihres Vaters (links). Die Meringerin Veronika Fleig singt bei ihrem Missionseinsatz Lieder mit den Kindern in Madagaskar (rechts unten). Spaß beim Kennenlernen anderer Kulturen hatten Anatole zusammen mit Bajman, dessen Tochter Kira, beim Besuch der Familie Fleig in Mering (Mitte). Rebecca Hollmann aus Merching zeigt den Kindern bei ihrem letztjährigen Einsatz, wie man richtig Zähne putzt (oben rechts).
Bild: Fotos: Aleloia, John

Drei Projektleiter aus einem Missionszentrum sind zu Besuch in Mering und Umgebung

Mering/Bobingen In deutschen Familien waren sie gerne zu Gast und genossen die Einladung zu „mufu mami“, zu süßem Brot, sprich Kaffee und Kuchen. Derzeit sind drei Projektleiter aus dem Missionszentrum Port-Berger in Madagaskar zu Besuch im Landkreis Aichach-Friedberg und im Augsburger Raum. Vier Wochen lang erhalten sie intensive Schulungen, machen Besichtigungen und planen neue Projekte.

Sie gehören zum Team „Hope Projekte Madagaskar“ und sind bei Projektkoordinator Benjamin Mampionona in Bobingen untergebracht. Der Ingenieur für Verfahrens- und Simulationstechnik stammt aus Madagaskar, lebt seit vielen Jahren in Deutschland und engagiert sich für Entwicklungsprojekte, die seinen Landsleuten zugutekommen.

Drei Mal gab es bereits einen Kurzzeitmissionseinsatz, bei dem Deutsche für einige Wochen in Madagaskar Aufbauhilfe leisteten. Mit Veronika Fleig aus Mering und Rebecca Hollmann aus Merching gehörten im vergangenen Jahr auch zwei junge Helfer aus dem Landkreissüden zum Team. In diesem Jahr wurde die Einladung umgekehrt. Die drei madagassischen Projektleiter kamen nach Deutschland, um die Kultur kennen und verstehen zu lernen. „Viele Entwicklungshilfe-Projekte scheitern, weil die Organisation ihre eigenen Leute hinschickt, die alles schnell und effektiv selber aufziehen. Wenn das Projekt dann irgendwann an die Einheimischen übergeben wird, ist das oft das Ende, weil sie durch ihre Kultur vieles anders verstehen“, weiß Benjamin Mampionona.

Deutsches Know-how für Freunde aus Madagaskar

Sie paukt fleißig die Landessprache

Unterstützung erhält er von seiner deutschen Frau Doris, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und seiner Tochter Kira, die im kommenden Jahr am Holbeingymnasium ihr Abitur macht. Auch sie paukt fleißig die Landessprache des Inselstaates, das „Malagasy“.

Die Projektleiter, die für einen Informationsaufenthalt hier sind, gehören ebenfalls zu Mampiononas Familie. Da ist Roseline Razanamampionona, Benjamins ältere Schwester, die als Chefärztin eines Krankenhauses an der Westküste Madagaskars arbeitet. Gleichzeitig ist sie Präsidentin des Vereins Aleloia, dem madagassischen Gegenstück zur Vereinigung Hope.

Anatole Ramarozatovomampionona ist einer von Benjamins jüngeren Brüdern, der als Projektentscheider an der Schnittstelle zwischen Deutschland und Port-Berger/Ambohitsara arbeitet. Und der dritte Deutschlandbesucher ist Neffe Clément Mbininjara, der einen Master in Wirtschaft hat und gerade seinen Doktor macht. Er arbeitet hauptberuflich für das Missionszentrum in Ambohitsara als lokaler Koordinator. „Einheimische Mitarbeiter zum Umdenken zu motivieren ist sehr mühsam, aber gewährleistet den Erfolg und die Nachhaltigkeit“, ist sich Benjamin Mampionona bewusst. Mit großem Interesse ließen sich die Besucher in Mering durch die Schreinerei von Michael Fleig führen, informierten sich bei Wilfried Müller in Prittriching über Medizintechnik, besuchten einen Tiermastbetrieb in Königsbrunn und durften sogar bei einer Operation im Vincentinum mit dabei sein.

Am Meringer Bahnhof St. Afra staunten sie auch über die im Entstehen begriffene Ladestation für Elektroautos. Im Missionszentrum Port-Berger werden kleine Brötchen gebacken, aber es geht voran. Seit November 2008 gibt es einen Landwirtschaftsbetrieb, seit Oktober 2009 eine Schule mit den Klassen 1 bis 9 und seit Dezember 2009 eine Krankenstation.

2013 soll ein Buschkrankenhaus dazukommen, außerdem ist die Alphabetisierung für Erwachsene und eine Gesundheitsschulung geplant. „Zwischen den beiden Kulturen gibt es große Unterschiede“, weiß Projektkoordinator Benjamin Mampionona. Ein Sprichwort in Madagaskar heißt: „Lieber Geld verlieren als einen Freund“. Hier in Deutschland sagt man: „Beim Geld hört die Freundschaft auf.“

Termin Bevor die drei Missionare am Sonntag, 14. August, in ihre Heimat zurückfliegen, werden sie am Vormittag um 10 Uhr im Meringer Christustreff in der Wallbergstraße am Gottesdienst teilnehmen und von ihrer Missionsarbeit in Madagaskar berichten. Weitere Infos auch unter www.missionszentrum.org.

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